364: Einer für alle, alle für Rostock

Alles rund um die einzelnen Polizeiruf-Folgen
(Tat)ortimOsten
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364: Einer für alle, alle für Rostock

Beitragvon (Tat)ortimOsten » Fr 26. Mai 2017, 20:02

Norddeutscher Rundfunk
Rostock

Fernsehfilm Deutschland 2017

Erstsendung: 28. Mai 2017

Figuren:
Katrin König - Anneke Kim Sarnau
Alexander Bukow - Charly Hübner
Anton Pöschel - Andreas Guenther
Volker Thiesler - Josef Heynert
Henning Röder - Uwe Preuss
Doreen - Lana Cooper
Stefan Momke - Lasse Myhr
Jan Ahrens - Till Wonka
Rico Schmitt - Shenja Lacher

Musik: Warner Poland, Kai Uwe Kohlschmidt und Wolfgang Glum
Kamera: Hanno Lentz
Buch: Wolfgang Stauch
Regie: Matthias Tiefenbacher

Der Mord an einem Fußballfan führt Alexander Bukow und Katrin König in die Ultraszene in Rostock. Schnell finden sich Tatverdächtige, die im Zusammenhang mit einem älteren Fall schon einmal straffällig wurden. Damals hatten sie einen Polizisten bei einem Fußballspiel ins Koma getreten. Aber warum wird ein Kumpel aus den eigenen Reihen getötet? Wer könnte ein Motiv haben?
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Purzelito
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Re: 364: Einer für alle, alle für Rostock

Beitragvon Purzelito » So 28. Mai 2017, 21:01

Ein Polizeiruf meines Lieblingsteams, dessen zerfaserte Handlung mir bestimmt nicht in Erinnerung bleiben wird. Dennoch waren die dargestellten Emotionen erste Sahne, wenngleich für mich nicht wirklich nachvollziehbar, weil dieses Milieu und der Verhaltenskodex mir fern liegen.

Interessant eingefädelt war die Tatsache, dass König durch ihre Aussage in eigener Sache in genau dieselbe Zwickmühle zu geraten drohte wie seinerzeit die Friseurin Doreen.
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Ranocchio
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Re: 364: Einer für alle, alle für Rostock

Beitragvon Ranocchio » Mo 29. Mai 2017, 06:33

Nun gut, die Vermischung von Ultras und Hooligans ist ja in den Medien sehr beliebt. Natürlich gibt es da auch eine Überschneidung. Auch ist die Haltung ggü. der Polizei bei beiden Gruppierungen ähnlich.

Zum Glück war das m.E. aber nicht entscheidend für den Polizeiruf.

Spannend war die Parallele zwischen der Vergewaltigung Königs und dem ins Koma getrenenen Erik Kaschau (Paralele zum Fall Nivel). Beides Verbrechen, die die Opfer bzw. die Angehörigen extrem belasten.

Spoiler :
Während König Ihre Wut direkt nach der Tat rausgelassen hat, wurde Kaschau im nachhinein gerächt.

König hat damals sicherlich im Affekt gehandelt, Schmidt und Evelyn Kaschau haben die Rache geplant. Dies mag strafrechtlich eine Relevanz haben. Das jeweils vorangegange Verbrechen ist aber kein Grund, Beweise zu Vernichten oder Falschaussagen zu machen. Das hat König mit ihrer wahren Version des damaligen Ablaufs klar gemacht. Die Polizei steht nicht über dem Gesetz. Das Verhalten von Königs Kollegen ("unter den Teppich kehren") spiegelt jedoch die Wahrnehmung in der breiten Öffentlich wider.
oliver0001
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Re: 364: Einer für alle, alle für Rostock

Beitragvon oliver0001 » Mo 29. Mai 2017, 10:08

Zitat aus faz.net:

Spoiler :
"Der Polizeibeamte selbst ist nicht so ehrenhaft, wie es scheint. Denn es war Schmitt, der einen Kollegen bei einem früheren Einsatz im Stich ließ, als dieser zum Pflegefall geprügelt wurde. Und es ist Schmitt, der Olaf Putensen (Steffen C. Jürgens) zu Filmbeginn vor den Laster schubst."


Spoiler :
Oh Mann, ich muss wohl schon im Halbschlaf gewesen sein, denn ich hatte gar nicht mitbekommen, dass die Frau des verletzten Polizisten und Schmitt zusammen den ersten Mord geplant hatten...


Ich fand die Darstellung der Ultras überraschend differenziert. Man schwankte zwischen Ablehnung und Verständnis, besonders für den gerade aus dem Gefängnis entlassenen.
Carrera124
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Re: 364: Einer für alle, alle für Rostock

Beitragvon Carrera124 » Mo 29. Mai 2017, 12:25

Nicht die allerbeste Rostocker Folge, aber doch solide bis überdurchschnittlich.
Störend war der allzu häufige Einsatz der Wackelkamera, und der stellenweise miserable Ton. In manchen Szenen war Charly Hübners Genuschel kaum verständlich.
Kunst kommt von können, nicht von wollen. Sonst würde es Wunst heißen.
oliver0001
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Re: 364: Einer für alle, alle für Rostock

Beitragvon oliver0001 » Mo 29. Mai 2017, 12:32

Carrera124 hat geschrieben: In manchen Szenen war Charly Hübners Genuschel kaum verständlich.


Gut zu wissen, dass ich nicht der einzige war... Ich dachte schon, ich brauche ein Hörgerät...
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Re: 364: Einer für alle, alle für Rostock

Beitragvon Deichgraf » Mo 29. Mai 2017, 12:41

Man hätte diese Folge auch durchgeknallte Frauen nennen können irre wie die Doreen da durch drehte, und vom Bürgerlichen ins Extreme (zurück) kehrte, hat Lara Cooper Grandios gespielt.

Und die König, man kann Ihr verhalten als rational denkender Mensch nicht verstehen, aber die fast Vergewaltigung hat wohl alles in Ihr zerstört, und wie soll es nu mit Ihr weiter gehen, wenn sie nun unbedingt weiter die Wahrheit vertreten will, folge wäre doch eigentlich Suspendierung etc, aber eigentlich auch gut, das sie so auf die Wahrheit besteht, zeigt Größe.

Und dann ist da noch die Frau von dem Polizisten Wrack, die auch irgendwie durchgedreht ist.

Dann noch die Buckow Frau, die ausgerechnet mit dem Kollegen nun auch noch eine feste Beziehung eingehen muss.

Aber wer versteht schon die Frauen, ich auch nach 21 Jahren immer noch nicht. :lol:
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oliver0001
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Re: 364: Einer für alle, alle für Rostock

Beitragvon oliver0001 » Mo 29. Mai 2017, 17:09

Ich frage mich, welche Berichts-Version König nun unterschrieben hat...
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Trolliver
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Re: 364: Einer für alle, alle für Rostock

Beitragvon Trolliver » So 25. Jun 2017, 09:11

Ich kann mich da recht gut Deichgraf anschließen, gehe da jedoch noch ein wenig weiter, denn mich haben die durchgeknallten Typen (nicht nur Frauen) auch noch genervt. Für mich war es der mit Abstand schlechteste Krimi aus Rostock. Dabei hatte sich die Tendenz jedoch auch schon im vorigen Teil angedeutet.

König und Bukow werden in ihrem Verhalten immer extremer, teils soziopathischer. Das Klima im Büro brodelt nur noch, auch wenn Röder zu retten versucht, was nicht mehr zu retten zu sein scheint. Pöschel auf einmal für die gute Laune zuständig... Die von mir seit der ersten Folge erwarteten Annäherungsversuche zwischen König und Bukow empfinde ich nur noch als schräg - durchgeknallt eben.

Nicht zu durchgeknallt, wenn auch aus absoluter Perspektive eben doch durchgeknallt, erschienen mir die Hardcorefans, Hooligans oder Ultras... mir ist das egal, wo da die Grenze verläuft; wissen sie wahrscheinlich selbst nicht. Solange sie unter sich bleiben, können sie mit sich anstellen, was sie wollen. Sie waren zwar extrem machomäßig und testosterongestört angelegt, doch solche Typen gibt es, habe ich auch schon erlebt. Da paßt auch Doreen gut rein. Die fand ich die interessanteste Figur im ganzen Film, weshalb er für mich auch nicht totale Grütze ist, da gibt es immer noch bedeutend schlechtere Tatorte.

Doch gemessen an den stimmigen, atmosphärisch dichten, spannenden und äußerst gut gespielten ersten fünf, sechs Folgen nehme ich nun einen deutlichen Abschwung seit zwei Folgen wahr. Oder es ist einfach nicht mein Geschmack. Ich bin da vielleicht zu einfach gestrickt und habe das Bedürfnis nach einem Funken Harmonie - oder bin einfach nur der ganzen kaputten Typen in der Tatort-Lanschaft (wozu ich den Polizeiruf einfach zähle) überdrüssig.

Beati pauperi spiritu. Man bedenke dabei, daß diese es auch nicht versucht haben; pauperi spiritu eben. ;-))

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