1058: Sonnenwende

Alles rund um die einzelnen Tatort-Folgen
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Calenberger
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Re: 1058: Sonnenwende

Beitragvon Calenberger » Mi 16. Mai 2018, 09:55

flor61 hat geschrieben:Mir hat dieser TO nicht gefallen.
Ja, das ist Dein subjektives Empfinden, dass ich verstehen kann, aber nicht teile. Es war allerdings auch aus meiner Sicht kein Top-Tatort. Es gibt ja nicht nur Schwarz und Weiß. Ich fühlte mich aber so gut unterhalten, dass ich absolut keinen Grund zum umschalten sah.
flor61 hat geschrieben:Aus meiner Sicht wurde unser Deutschland falsch dargestellt. Staatsschutz, öffentliche Einrichtungen, selbst die Polizei, ein einziger Nationaler Haufen, von Einzelpersonen abgesehen.
"Unser Deutschland" ist schon eine Formulierung die gewöhnungsbedürftig klingt, zumal Deutschland sehr heterogen ist. Polizei, Staatsschutz und öffentliche Einrichtunge wurden m.E. auch nicht als nationaler Haufen dargestellt. Beim Staatsschutz wurden eher fragwürdige Methoden (V-Mann, Anstiftung, Vertuschung etc.) angeprangert. Die "Unterwanderung" von Bildungs- und Betreuungseinrichtungen wurde angesprochen, aber ohne diese gleich als komplett nationalistisch darzustellen.
flor61 hat geschrieben:Hier fehlte mir eine positve Vision.
Bei Vision fällt mir ja gleich wieder unser Alt-Kanzler ein ;)
Friede, Freude, Eierkuchen sind ein Fall für Rosamunde Pilcher. Die Kommissare im Tatort sollen die Fälle lösen und nicht Deutschland oder die Welt retten. Dafür ist dann wiederrum James Bond zuständig (für die Welt, nicht für Deutschland). Und auch beim Fälle lösen muss nicht immer alles glatt laufen. Da dürfen gern die alltäglichen Hindernisse gezeigt werden.
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sintostyle
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Re: 1058: Sonnenwende

Beitragvon sintostyle » Mi 16. Mai 2018, 10:44

flor61 hat geschrieben:Mir hat dieser TO nicht gefallen.

Aus meiner Sicht wurde unser Deutschland falsch dargestellt. Staatsschutz, öffentliche Einrichtungen, selbst die Polizei, ein einziger Nationaler Haufen, von Einzelpersonen abgesehen.

Hier fehlte mir eine positve Vision.


Wo ist denn der Staatsschutz, die öffentlichen Einrichtungen und die Polizei hier pauschal ein nationaler Haufen? Es ist eher umgekehrt, dass richtigerweise und glücklicherweise realitätsnah Einzelpersonen die rechte Ecke füllen.

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Re: 1058: Sonnenwende

Beitragvon KarinElisabeth » Mi 16. Mai 2018, 21:10

Spannende Folge mit einer beklemmenden Thematik.
Peng
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Re: 1058: Sonnenwende

Beitragvon Peng » So 20. Mai 2018, 18:02

Selbst wenn Leute vom rechten Rand Erziehungseinrichtungen "unterwandern", sind sie im Vergleich zu der Vielzahl der Ausgebildeten in diesem Sektor immer noch ein exotisches Häuflein, das von den normalen Erzieherinnen und Erziehern auch so wahrgenommen und ggf. in seine Schranken gewiesen wird. Ich habe in den letzten 20 Jahren in einem sehr konservativen Provinznest im Nordschwarzwald gelebt, wo 1968 nie stattgefunden zu haben scheint. Aber auch dort, wo autoritäres Verhalten gutgeheißen wird, ist man weit entfernt von Deutschtümelei und Naziverherrlichung oder -verharmlosung. "Ökofaschismus" ist zudem eher ein Begriff, den man im AfD-Milieu zur Bezeichnung von Grünen findet, die für generelle Tempolimits oder Flugbenzinbesteuerung eintreten. Faschistoide Lehrer gab es zwei an meiner Ausbildungsschule - beide Sonderlinge, die vom übrigen Kollegium gemieden wurden. Ich bleib dabei: Die Handlung und besonders ihre Versetzung in den Schwarzwald sind reine Kopfgeburten. Wenn ich mir so etwas überhaupt vorstellen kann, dann am ehesten noch in einem Hinterwäldlerort in Mecklenburg-Vorpommern.

P.S.: Ein Freund von mir, auch Freiburger und daher eigentlich besonders prädestiniert zum interessiert schauen, ist tatsächlich dabei eingeschlafen.
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Re: 1058: Sonnenwende

Beitragvon Kriminologine » Mi 23. Mai 2018, 12:49

Was mir im Nachhinein unklar war:
Spoiler :
Das vorgeblich diabetesbedingte Zuckerkoma war ja durch Vergiftung künstlich erzeugt worden; tatsächlich hatte das Opfer gar keine Diabetes.
Wie kommt es also, dass der Hausarzt in der Patientenakte die Diabetes und deren Behandlung dokumentiert hatte?
War er bereits im Vorfeld in den Mordplan verwickelt? Das ist unwahrscheinlich, da es ja eine spontane Tat war, nachdem der Täter erfahren hatte, dass er betrogen worden war.
Also müsste er nach der Tat die Unterlagen manipuliert haben. Aber warum? Am ehesten: auf Anweisung des Staatsschutzes, um den V-Mann zu decken. Aber wie wahrscheinlich ist es, dass der Hausarzt der Familie zufällig ebenfalls mit dem Staatsschutz verbandelt ist?
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Wachtmeister
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Re: 1058: Sonnenwende

Beitragvon Wachtmeister » Mi 23. Mai 2018, 13:12

Kriminologine hat geschrieben:Was mir im Nachhinein unklar war:
Spoiler :
Das vorgeblich diabetesbedingte Zuckerkoma war ja durch Vergiftung künstlich erzeugt worden; tatsächlich hatte das Opfer gar keine Diabetes.
Wie kommt es also, dass der Hausarzt in der Patientenakte die Diabetes und deren Behandlung dokumentiert hatte?
War er bereits im Vorfeld in den Mordplan verwickelt? Das ist unwahrscheinlich, da es ja eine spontane Tat war, nachdem der Täter erfahren hatte, dass er betrogen worden war.
Also müsste er nach der Tat die Unterlagen manipuliert haben. Aber warum? Am ehesten: auf Anweisung des Staatsschutzes, um den V-Mann zu decken. Aber wie wahrscheinlich ist es, dass der Hausarzt der Familie zufällig ebenfalls mit dem Staatsschutz verbandelt ist?

Die Rolle des Arztes wurde nicht weiter aufgeklärt. Es fällt aber auf, daß er
Spoiler :
die Krankenakte gleich dabei hatte, also vorbereitet war.
Bekannt war auch, daß mehrfach gegen ihn ermittelt wurde, er aber seine Zulassung behalten hatte.
Deshalb spricht einiges dafür, daß der Arzt zum einen in den Mord verwickelt und zum anderen vom Staatschutz gedeckt war. Die Verflechtung muß man sich nicht als Zufall vorstellen. Der Arzt wird als Teil der völkischen Szene als V-Mann geführt und ist als Gesinnungsgenosse der Hausarzt der Familie.

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