1054: Unter Kriegern

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Deichgraf
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Re: 1054: Unter Kriegern

Beitragvon Deichgraf » Di 10. Apr 2018, 07:54

Das nicht, aber er wollte seinen Sohn schützen von allem was danach gekommen wäre, Therapie, Ruf etc.
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Purzelito
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Re: 1054: Unter Kriegern

Beitragvon Purzelito » Di 10. Apr 2018, 14:34

Ganz genau.

"Trotz der Schuldunfähigkeit bei Kindern bleibt ein Mord für einen unter 14 Jahre alten Verdächtigen natürlich nicht folgenlos. Therapien, Unterbringung in psychiatrischen Einrichtungen, regelmäßige Besuche durch das Jugendamt bei der Familie, Inobhutnahme des Kindes – solche und andere Maßnahmen, teils im Jugendhilferecht verankert, sind denkbar."

So schreibt es die Berliner Morgenpost in Berufung auf den Tatort.
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Bulldogge
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Re: 1054: Unter Kriegern

Beitragvon Bulldogge » Di 10. Apr 2018, 17:01

So wie der Junge dargestellt wurde wird das nicht sein letzter Mord gewesen sein. Er bräuchte dringend psychologische Betreuung.
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sintostyle
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Re: 1054: Unter Kriegern

Beitragvon sintostyle » Di 10. Apr 2018, 17:08

Bulldogge hat geschrieben:So wie der Junge dargestellt wurde wird das nicht sein letzter Mord gewesen sein. Er bräuchte dringend psychologische Betreuung.
Der Junge erinnert mich irgendwie an Macaulay Culkins Rolle in "Das zweite Gesicht" von seiner psychotischen Veranlagung her.

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Re: 1054: Unter Kriegern

Beitragvon heletz » Di 17. Apr 2018, 08:21

sintostyle hat geschrieben:...Naja, es gab keine Beweise, nur Vermutungen. Und selbst wenn, wäre er mit 12 nicht strafmündig.


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Umso spannender wäre die Erörterung gewesen, was man mit solch einem Kind ("Gefährder") macht!
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Re: 1054: Unter Kriegern

Beitragvon sintostyle » Di 17. Apr 2018, 09:41

heletz hat geschrieben:
sintostyle hat geschrieben:...Naja, es gab keine Beweise, nur Vermutungen. Und selbst wenn, wäre er mit 12 nicht strafmündig.


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Das wissen alle.

Umso spannender wäre die Erörterung gewesen, was man mit solch einem Kind ("Gefährder") macht!
Da stimme ich dir zu

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Re: 1054: Unter Kriegern

Beitragvon Knipperdolling » Di 1. Mai 2018, 10:35

Ich habe ihn erst jetzt gesehen, daher verspätete Anmerkungen zur Diskussion hier:

a) Der Junge wird nicht einfach frei rumlaufen gelassen, sondern alle gehen davon aus, dass der Vater Voss der Schuldige ist. Er hat ja alles plausibel gestanden: den Mord an dem Jungen wg. amouröser Annäherung, die er nicht im Griff gehabt hat, den an seiner Frau, er hat sogar extra seine Fingerabdrücke auf das Messer gemacht (hält er noch in der Hand, als die Polizisten eintreffen), mit dem seine Frau erstochen wurde, und im Verhör gesteht er auch den Sylt-Mord, nach kurzem Stutzen (offenbar wusste er davon gar nichts). Er nimmt alles auf sich, um den Satansbraten zu schützen. Und trotz einiger Zweifel der Kommissare dürfte er damit wohl durchkommen. So zeigt es der Film jedenfalls. Deshalb geht er in Haft und der Junge wird einfach von irgendwelchen Verwandten (?) übernommen, da der gar nicht mehr im Visier war (natürlich würde er trotz fehlender Strafmündigkeit sonst in irgendwelchen Therapieeinrichtungen weggeschlossen).

b) Warum der Vater das macht? Offenbar hatten die beiden ja eine sehr enge Beziehung zueinander, der Junge hat ja in allem dem gestörten Alten nachgeeifert, und der hat seinen "Du musst der Beste sein"- und "Nur der Stärkste setzt sich durch, alle anderen sind Looser"-Wahn voll auf den Jungen abgefärbt. Noch wichtiger als sein eigenes größenwahnsinniges Selbstbild (IOC etc.) war ihm also, dass der Bengel genauso super wird. Helikopter-Vater also, wird ja schon in der Eingangsszene bei der Notenvergabe klargemacht. Der Junge ahmte ihn aber eben nicht nur in dieser rücksichtslosen Leistungsmentalität nach, sondern auch in der krankhaft-sadistischen Ader, die ihren Ursprung wiederum schon früher in der Familiengeschichte fand - der Vater hatte ja einst den erweiterten Selbstmord des eigenen Vaters, also des Opas des Satansbratens, mit ansehen müssen, was dann vermutlich zu den entsprechenden Traumatisierungen geführt hat. Einerseits zu seinem Sadismus und seiner Empathielosigkeit, andererseits zu seinem unbedingten Willen, sich durchzusetzen und sich durchzukämpfen. Für mich psychologisch völlig schlüssig.

c) Sylt: Tauchte dreimal auf. Bei den Recherchen über den Vater stießen die Polizisten auf einen ungeklärten Mord an einem Kind auf Sylt, wo die Vossens ein Ferienhas haben/hatten. Da sie ihn der Pädophilie verdächtigten und auch wegen des aktuellen Mord an dem Jungen im Visier hatten, vermuteten sie, Voss könnte auch für den damaligen Mord auf Sylt verantwortlich sein. Das fragten sie ihn dann im abschließenden Verhör, und er gab es gleich zu. Das war man geneigt zu glauben. Dann aber zeigten die Karten und Aufzeichnungen in der Schlussszene, dass der Satansbraten wohl in Wirklichkeit schon auf Sylt gemordet hatte.

Ziemlich gruselig, aber leider auch ziemlich plausibel, das Ganze. Das war mal echter Horror, gegen den das Spukhäuschchen vom letzten Mal wie ein Scherz wirkt.

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