1054: Unter Kriegern

Alles rund um die einzelnen Tatort-Folgen
(Tat)ortimOsten
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1054: Unter Kriegern

Beitragvon (Tat)ortimOsten » So 8. Apr 2018, 17:27

Hessischer Rundfunk
Frankfurt/Main

Fernsehfilm Deutschland 2018

Erstsendung: 08. April 2018

Besetzung:
Anna Janneke - Margarita Broich
Paul Brix - Wolfram Koch
Felix Voss - Juri Winkler
Joachim Voss - Golo Euler
Meike Voss - Lina Beckmann
Fosco Cariddi - Bruno Cathomas
Fanny - Zazie de Paris
Sven Brunner - Stefan Konarske
Kristof Waldner - Marek Harloff
Maurice Zefarelli - Rainer Reiners
Louisa Berents - Josefine Keller
Malte Rahmani - Ilyes Raoul Moutaoukkil

Musik: Biber Gullatz und Andreas Schäfer
Kamera: Sebastian Edschmid
Drehbuch: Volker Einrauch
Regie: Hermine Huntgeburth

In den Kellerräumen des Sportleistungszentrums wird die Leiche des kleinen Malte Rahmani gefunden. Betroffen beginnen die Hauptkommissare Anna Janneke und Paul Brix mit den Ermittlungen. Schnell finden die beiden heraus, dass sich der Hausmeister des Sportleistungszentrums, Sven Brunner, öfter mit Malte abseits des Zentrums getroffen hat.

In den folgenden Vernehmungen Brunners suchen Janneke und Brix eindringlich nach der Wahrheit. Das Sportzentrum wird von Joachim Voss äußerst streng und leistungsorientiert geführt – er strebt einen hohen Sportfunktionärsposten an. Auch bei seinem zwölfjährigen Stiefsohn Felix legt Voss großen Wert auf allerhöchstes Niveau, sowohl beim Sport als auch in der Schule.

Felix‘ Mutter Meike kann sich gegen die verbalen und körperlichen Demütigungen ihres Ehemanns Joachim kaum wehren – bei denen auch Felix gern mitmacht. Die beiden "Männer" haben sich gegen sie verbündet. Voss kontrolliert und manipuliert Meike und Felix, indem er Aggressionen schürt und Angst verbreitet, die letztlich in Gewalt münden.

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SherlockH85
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Re: 1054: Unter Kriegern

Beitragvon SherlockH85 » So 8. Apr 2018, 19:48

Die Frankfurter mausern sich langsam aber sicher zu meinen Lieblingsteams. Wieder ein starker Tatort. Angenehm war, dass die Kommissare nicht die Hauptrolle hatten. Der Kriminalfall geriet eigentlich in den Hintergrund aufgrund der grandios erzählten Geschichte der Familie Voss.

Getragen wurde dieser Tatort vor allem von den grandiosen Darstellern – allen voran Lina Beckmann (grandios), Golo Euler (hervorragend unsympathisch) und der talentierte Juri Winkler.

Das offene Ende ist sehr stark. Und auch konsequent. Da sehe ich auch großmütig über das eine oder andere Logikloch hinweg.

9,6 Punkte für Janneke und Brix.
(Aufschlüsselung der Wertung: Story 9/10; Spannung 9,5/10; Ermittler 10/10; Darsteller 10/10; Umsetzung 9,5/10)
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Tatort_Celerina
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Re: 1054: Unter Kriegern

Beitragvon Tatort_Celerina » So 8. Apr 2018, 20:00

Nachname: Voss

Vorname: Felix


...der ermittelt doch in Nürnberg?
Mein 989. Tatort:
Tatort Nürnberg
Ich töte niemand
mit Kommissar Voss und Kommissarin Ringelhahn
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Francois
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Re: 1054: Unter Kriegern

Beitragvon Francois » So 8. Apr 2018, 20:38

Welches offene Ende?
SherlockH85
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Re: 1054: Unter Kriegern

Beitragvon SherlockH85 » So 8. Apr 2018, 20:42

Francois hat geschrieben:Welches offene Ende?



Ob er weiter mordet z.B.? Soweit ich weiß, wurde der wahre Täter ja nicht überführt.
sieht übrigens auch der Drehbuchautor so: http://www.hessenschau.de/kultur/interview-zu-neuem-hr-tatort-wir-zeigen-eine-gesellschaft-in-der-jeder-krieg-fuehrt,interview-tatort-unter-kriegern-100.html

"Das heißt: Es ist offen, was aus ihm wird. Es gibt Großeltern, die ihn aufnehmen und man kann sich fragen: Was für eine Bedrohung kann er für die Gesellschaft noch werden? Oder kann er sich noch zum Positiven verändern?"


Wird jetzt jede Woche meine Bewertung einer Revision unterworfen? :lol: Dann höre ich bald auf zu posten :twisted:
Zuletzt geändert von SherlockH85 am So 8. Apr 2018, 20:44, insgesamt 1-mal geändert.
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Purzelito
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Re: 1054: Unter Kriegern

Beitragvon Purzelito » So 8. Apr 2018, 20:44

Das war mal wieder ein excellenter Psychohorror aus Frankfurt vom Feinsten! Ohne jegliches Mitgefühl malträtieren sich die Protagonisten gegenseitig. Sie bewohnen eine Vorstadtvilla, die äusserlich wie ein modernes Fort Knox erscheint, aber drinnen seltsam spiessig wirkt. Man wird zunächst durch verschiedene Personen und Begebenheiten auf falsche Fährten gelockt. Da ist ein Glatzkopf, der den Kommissariatschef mit einem Kopfstoss niederstreckt. Von dieser Angelegenheit erwartet man irgendwie die ganze Zeit Aufklärung und wird enttäuscht. Da ist der ehemalige Hooligan, der, durch eine Therapie geläutert, eine Chance als Hausmeister in einem Sportleistungszentrum erhält. Übrigens eine tolle Rolle für Stefan Konarske, der in Dortmund nie so richtig zeigen konnte, was er drauf hat. Da ist der eiskalte Banker, ein Vergewaltiger, der kleinen Jungen nicht widerstehen kann, sein geschwängertes Opfer heiratet, Frau und Sohn terrorisiert und unter plötzlichen Panikattacken leidet. Des Weiteren gibt sich die Ehefrau sowohl Mord- als auch Suizidträumereien hin. Jeder ist ein Monster und doch kann am Ende, wenn der Zuschauer in das Zeichenheft des Sohnes blicken darf, dieser Ausgeburt der Hölle niemand das Wasser reichen. Zwar hat man frühzeitig erahnt, dass Felix etwas mit dem Tod von Malte zu tun haben könnte. Dass aber dieses teuflische Kind sich als als dreifacher Mörder entpuppt, ist ein ziemlich krasses Ende dieses starken Falls. Grauenvolles Xylophongeklimper hat aber ein wenig genervt.
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Re: 1054: Unter Kriegern

Beitragvon sintostyle » So 8. Apr 2018, 20:47

Sehr starker Fall, vor allem getragen durch die Darsteller der Familie. Juri Winkler spielt den jungen Sadisten grandios.


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Re: 1054: Unter Kriegern

Beitragvon Carlo Menzinger » So 8. Apr 2018, 21:20

Purzelito hat geschrieben:Das war mal wieder ein excellenter Psychohorror aus Frankfurt vom Feinsten!

Hmm, also ich fand's eher mittelmäßig. Weder schlecht, noch besonders gut. Aber eigentlich mag ich diese beiden Ermittler und sehe diese Tatort-Folgen aus Frankfurt ganz gerne. Fanny kam ein bisschen zu kurz - nur die Wohnungssuche.

Ohne jegliches Mitgefühl malträtieren sich die Protagonisten gegenseitig. Sie bewohnen eine Vorstadtvilla, die äusserlich wie ein modernes Fort Knox erscheint, aber drinnen seltsam spiessig wirkt. Man wird zunächst durch verschiedene Personen und Begebenheiten auf falsche Fährten gelockt.

Sohn und Vater waren einfach nur schrecklich. Die Mutter hatte irgendwie da überhaupt nicht reingepasst.

Da ist ein Glatzkopf, der den Kommissariatschef mit einem Kopfstoss niederstreckt. Von dieser Angelegenheit erwartet man irgendwie die ganze Zeit Aufklärung und wird enttäuscht.

Ich dachte erst ab der Szene, als die Phantomzeichnung angefertigt und verteilt wurde, dass da am Ende noch was kommen könnte. Ich vermutete auch eher, dass der "Glatzkopf" den Kommissaren zufällig am Ende über den Weg läuft. Hätte ich als Regisseur jedenfalls so gemacht.

Jeder ist ein Monster und doch kann am Ende, wenn der Zuschauer in das Zeichenheft des Sohnes blicken darf, dieser Ausgeburt der Hölle niemand das Wasser reichen. Zwar hat man frühzeitig erahnt, dass Felix etwas mit dem Tod von Malte zu tun haben könnte. Dass aber dieses teuflische Kind sich als als dreifacher Mörder entpuppt, ist ein ziemlich krasses Ende dieses starken Falls.

Ja, am Anfang sah man Felix noch als nerviges Streber-Kind in der Schule. Aber als die Frau mit dem Hund stürzte und er ihr nicht half, ahnte man schon das Böse in ihm.

Grauenvolles Xylophongeklimper hat aber ein wenig genervt.

Ich fand ja, diese mehrmals eingespielte Musiksequenz hatte mich sehr an die Musik beim Film "Ghost Dog" (Jim Jarmusch) erinnert. Da gab es auch so eine ähnliche Melodie, die auch so angefangen hatte, dann aber in einen HipHop-Beat übergegangen ist.
siegfried1
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Re: 1054: Unter Kriegern

Beitragvon siegfried1 » So 8. Apr 2018, 21:28

Purzelito hat geschrieben:Das war mal wieder ein excellenter Psychohorror aus Frankfurt vom Feinsten! Ohne jegliches Mitgefühl malträtieren sich die Protagonisten gegenseitig. Sie bewohnen eine Vorstadtvilla, die äusserlich wie ein modernes Fort Knox erscheint, aber drinnen seltsam spiessig wirkt. Man wird zunächst durch verschiedene Personen und Begebenheiten auf falsche Fährten gelockt. Da ist ein Glatzkopf, der den Kommissariatschef mit einem Kopfstoss niederstreckt. Von dieser Angelegenheit erwartet man irgendwie die ganze Zeit Aufklärung und wird enttäuscht. Da ist der ehemalige Hooligan, der, durch eine Therapie geläutert, eine Chance als Hausmeister in einem Sportleistungszentrum erhält. Übrigens eine tolle Rolle für Stefan Konarske, der in Dortmund nie so richtig zeigen konnte, was er drauf hat. Da ist der eiskalte Banker, ein Vergewaltiger, der kleinen Jungen nicht widerstehen kann, sein geschwängertes Opfer heiratet, Frau und Sohn terrorisiert und unter plötzlichen Panikattacken leidet. Des Weiteren gibt sich die Ehefrau sowohl Mord- als auch Suizidträumereien hin. Jeder ist ein Monster und doch kann am Ende, wenn der Zuschauer in das Zeichenheft des Sohnes blicken darf, dieser Ausgeburt der Hölle niemand das Wasser reichen. Zwar hat man frühzeitig erahnt, dass Felix etwas mit dem Tod von Malte zu tun haben könnte. Dass aber dieses teuflische Kind sich als als dreifacher Mörder entpuppt, ist ein ziemlich krasses Ende dieses starken Falls. Grauenvolles Xylophongeklimper hat aber ein wenig genervt.


Hallo Purzelito

Du hast es wie fast immer auf den Punkt gebracht, dass war wirklich der reinste Psychohorror aus Frankfurt. Das Omen lässt grüssen.
Wie kommst Du dazu, dass der Felix drei Personen umgebracht hat, das Mädchen das er nachlief nicht mitgerechnet :?:
Er hat doch nur seinen Sportsfreund in der Heizung eingeschlossen. Mit dem Selbstmord seiner Mutter hat er nur indirekt zu tun, und der Vertreter dieser Therapieorganisation, hat doch sein Stiefvater auf dem Gewissen.
SherlockH85
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Re: 1054: Unter Kriegern

Beitragvon SherlockH85 » So 8. Apr 2018, 21:36

siegfried1 hat geschrieben:
Wie kommst Du dazu, dass der Felix drei Personen umgebracht hat, das Mädchen das er nachlief nicht mitgerechnet :?:


Das Opfer in Sylt. In der letzten Szene hat man einen Hinweis darauf gesehen.

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