1052: Mitgehangen

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Purzelito
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Re: 1052: Mitgehangen

Beitragvon Purzelito » Di 20. Mär 2018, 18:19

Testbild hat geschrieben:
Bulldogge hat geschrieben:
Testbild hat geschrieben:

Ja, dass sie keine große Lust darauf hatte, war zu erkennen, aber Vergewaltigung würde ich das jetzt nicht nennen.

Naja, sie hat sich zumindest nicht dagegen gewehrt. Aber sie ließ doch deutlich ihre Widerwilligkeit erkennen und der Grevel hat's auch gemerkt. Ich möchte lieber nicht wissen, wie man solche Bilder als Frau empfindet. :shock:

Ich habe es auch so gesehen. Es war eine Vergewaltigung, nichts Einvernehmliches. Ich kann auch verstehen, dass Frau Grevel dabei in Tränen ausgebrochen ist, denn sie ist in dieser Zelle ihrem Mann mit einer erkennbar anderen Erwartung entgegengetreten. Geschminkt, rote Spitzenunterwäsche, verführerisch chic gemacht. Dass es auf die harte Tour enden würde, hatte sie mit Sicherheit nicht erwartet und nicht gewollt. Ihre Antwort auf die Bemerkung der Wärterin (im Knast wären manche mit einer Protituierten besser bedient), dass Ehefrauen umsonst wären, spricht Bände.

Ich fand diese Sexszene aus dem Grunde wichtig für die Handlung, weil sie das latente Gewaltpotential von Grevel unterstrich. Er war keineswegs das untergebutterte Weichei, als das er zunächst erscheinen sollte. Und ich finde es logisch, dass Menschen wie Grevel, denen das Fass überläuft, diese Gewalt in letzter Konsequenz gegen sich selbst richten.
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sintostyle
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Re: 1052: Mitgehangen

Beitragvon sintostyle » Mi 21. Mär 2018, 11:09

Testbild hat geschrieben:
Joerg57 hat geschrieben:Welchen dramaturgischen Zweck die Sex-Szene im Knast haben sollte, hat sich mir aber nicht so wirklich erschlossen... :oops:


Die Szene hatte einen nicht unwesentlichen Zweck für Grevels Gefühlslage und war mitursächlich für den Suizid.

Grevel hatte seine Frau vergewaltigt. Es war deutlich zu erkennen, daß deren Lust wenig ausgeprägt war. Sie hat es letztlich nur ertragen und war anschließend deutlich gezeichnet und niedergeschlagen.

Grevel war offenbar in der "Liebeszelle" - ganz gleich, ob es die nun auch in der U-Haft gibt oder nicht - völlig triebgesteuert und hat sein Fehlverhalten erst zu spät erkannt. Das zeigt sein Gesichtsausdruck auf dem Weg zurück in die Zelle.

Mir scheint, daß die Schuld für den begangenen Mord weniger schwer auf seinem Gewissen zu lasten schien, als die Vergehen an seiner Familie. Die Sexszene ist also durchaus wesentlich und musste auch in dieser Ausführlichkeit gezeigt werden, um die erlittene Qual seiner Ehefrau zu verdeutlichen.
Guter Ansatz. Von dem Standpunkt hab ich das gar nicht betrachtet.

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sintostyle
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Re: 1052: Mitgehangen

Beitragvon sintostyle » Mi 21. Mär 2018, 11:12

Bulldogge hat geschrieben:
Testbild hat geschrieben:
Joerg57 hat geschrieben:Grevel hatte seine Frau vergewaltigt. Es war deutlich zu erkennen, daß deren Lust wenig ausgeprägt war. Sie hat es letztlich nur ertragen und war anschließend deutlich gezeichnet und niedergeschlagen.


Ja, dass sie keine große Lust darauf hatte, war zu erkennen, aber Vergewaltigung würde ich das jetzt nicht nennen.
Die Reaktion der Frau hat deutlich zu erkennen gegeben dass es eine Vergewaltigung war, ebenso der Satz als sie den Knast verletzt (Ehefrauen sind umsonst)

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Re: 1052: Mitgehangen

Beitragvon flor61 » Fr 23. Mär 2018, 07:24

Hallo,
was mir diese Woche noch einfiel: Welche Bedeutung hatte der größer werdende Fleck in der Zelle an der Deckenecke? :?:
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Purzelito
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Re: 1052: Mitgehangen

Beitragvon Purzelito » Fr 23. Mär 2018, 14:30

flor61 hat geschrieben:Hallo,
was mir diese Woche noch einfiel: Welche Bedeutung hatte der größer werdende Fleck in der Zelle an der Deckenecke? :?:

Ich habe diesen Fleck als Bedrohung empfunden. Wäre er in einer Ecke unten gewesen, hätte das ganz anders gewirkt. Aber Menschen werden unsicher und fühlen sich unwohl, wenn sich etwas über ihren Köpfen abspielt. Deshalb war das meiner Meinung nach eine Metapher für die grösser werdende Bedrohung für Grevel, der er ausgesetzt war. Zunächst fühlte er sich ziemlich sicher, befand sich in einem "geschützten" Raum bzw. einer sicheren Zelle. Als sich seine Lage zuspitzte, musste er den Raum als das empfinden, was er wirklich ist - eine Zelle, aus der es kein Entrinnen gibt.
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Re: 1052: Mitgehangen

Beitragvon flor61 » Sa 24. Mär 2018, 08:10

Purzelito hat geschrieben:
flor61 hat geschrieben:Hallo,
was mir diese Woche noch einfiel: Welche Bedeutung hatte der größer werdende Fleck in der Zelle an der Deckenecke? :?:

Ich habe diesen Fleck als Bedrohung empfunden. Wäre er in einer Ecke unten gewesen, hätte das ganz anders gewirkt. Aber Menschen werden unsicher und fühlen sich unwohl, wenn sich etwas über ihren Köpfen abspielt. Deshalb war das meiner Meinung nach eine Metapher für die grösser werdende Bedrohung für Grevel, der er ausgesetzt war. Zunächst fühlte er sich ziemlich sicher, befand sich in einem "geschützten" Raum bzw. einer sicheren Zelle. Als sich seine Lage zuspitzte, musste er den Raum als das empfinden, was er wirklich ist - eine Zelle, aus der es kein Entrinnen gibt.


Das macht Sinn. Danke
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Re: 1052: Mitgehangen

Beitragvon Verleihnix » Mi 28. Mär 2018, 10:55

witchy_woman hat geschrieben:Wo bleibt eigentlich Verleihnix, dachte es hätte genug Fisch mitgespielt um hier eine Wortmeldung zu rechtfertigen?? :D :D :D


Hm - das ehrt mich ja und macht mich geradezu verlegen...
Nach meinem Kenntnisstand sind es nicht die Angler, die an der dramatischen Abnahme des Aalbestandes schuld sind. Die Exemplare stammen oft aus Besatzmaßnahmen und so letztlich auch aus der Aquakultur. Auch die Aquakultur selbst ist nicht völlig autark, sondern auf Glasaale (Wildfänge) angewiesen.

Aber wo ich schonmal eingeloggt bin (wenn ich mich hier nicht melde, dann oft, weil ich zu erschöpft bin, um das Passwort zu suchen): mir hat die Folge ziemlich gut gefallen. Es war spannend, nicht vorhersehbar, allerdings auch sehr tragisch.

(NB: habe gestern mal einen "Veigl" aus denn 70ern gesehen - die waren damals durchweg anders gestrickt, u.a. viel langsamer. Aber darum nicht minder sehenswert.)

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