1050: Waldlust

Alles rund um die einzelnen Tatort-Folgen
witchy_woman
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Re: 1050: Waldlust

Beitragvon witchy_woman » Mo 5. Mär 2018, 07:56

Hm. Ich weiß nicht so recht. Den Lobeshymnen von Purzelito mag ich mich nicht anschließen, aber trotzdem fand ich es gute Unterhaltung. Mal was Anderes. Da jetzt schon Vergleiche zur "Babbeldasch" gezogen wurden muß ich sagen, daß mir diese weitaus besser gefallen hatte. Irgendwie authentischer, diesmal wirkte es eher improvisiert. Vielleicht waren damals die Laienschauspieler die besseren Improvisateure??
Spannung wurde im Film hauptsächlich durch die Atmosphäre und die Musik erzeugt, die Handlung gab dies eher nicht her. Auf den angeblichen Schneesturm hatte ich auch vergeblich gewartet.
Eine verschmähte Homoliebe? Naja. Die alte Dame war wirklich Oma des Regisseurs? Eine goldige Idee, sie war allerliebst, wenn auch etwas aus der Zeit gefallen. Und dann hatte sie noch den entscheidenden Tipp auf Lager. Frau Keller fand ich übrigens super, wie sie den Wutanfall bekommen hat und dann doch sprachlos war. Schön gespielt. Becker kam etwas zu kurz, aber eine rührige Geste, daß er den Stuhl aufgehoben hat in Erinnerung an Kopper.

Die Einblendung...unsäglich. Ich bin mündiger Bürger und lasse mich nicht durch solche Holzhammermethoden dazu bringen, irgendwelche Sendungen, wie auch immer geartet, zu schauen. Es stört einfach nur.
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Carlo Menzinger
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Re: 1050: Waldlust

Beitragvon Carlo Menzinger » Mo 5. Mär 2018, 09:17

flor61 hat geschrieben:Ich habe nach 15 Minuten weggeschaltet. Was war das mit der Mistgabel? Waren da alle irre? Egal, der Filmstart tat mir so weh, daß ich wegschalten mußte.

Tja, hättest Du weiter geschaut, wäre das Rätsel wohl gelöst worden. Nach 15 Minuten wegschalten und dann die Zusammenhänge nicht verstehen... das wundert mich dann nicht. Aber dann macht es auch keinen Sinn, Dir das hier zu erklären, weil Dir ja der Rest von der Handlung eh fehlt.
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Re: 1050: Waldlust

Beitragvon Kuhbauer » Mo 5. Mär 2018, 09:20

Ich habe mir den Film komplett angesehen, wenn auch zunehmend widerwillig und mit dem Schlaf kämpfend.
Leider gab mir dieser Film gar nichts, was mir irgendwie hätte gefallen können.
In diesem Sinne ...

Grüße

Kuhbauer
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Carlo Menzinger
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Re: 1050: Waldlust

Beitragvon Carlo Menzinger » Mo 5. Mär 2018, 09:22

witchy_woman hat geschrieben:Becker kam etwas zu kurz, aber eine rührige Geste, daß er den Stuhl aufgehoben hat in Erinnerung an Kopper.

Ja stimmt, das war wirklich eine der schönsten Szenen im Film. Amüsant fand ich auch noch folgende:

- Es ist vom Teamleiter ein Alkoholverbot ausgesprochen worden. Auf dem Weg in die Zimmer greift Johanna Stern heimlich über den Tresen und nimmt eine Flasche Wein mit aufs Zimmer.
- Lena Odenthal schleicht nachts durchs Haus und landet in Zimmer Nummer 5. Alles eh schon spannend und geheimnisvoll, als plötzlich das Gesicht von Johanna Stern neben ihr auftaucht und sie erschreckt.
- Köstlich auch die Szene, als Becker grabend im Keller überrascht wird.
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Re: 1050: Waldlust

Beitragvon witchy_woman » Mo 5. Mär 2018, 09:40

Carlo Menzinger hat geschrieben:
witchy_woman hat geschrieben:Becker kam etwas zu kurz, aber eine rührige Geste, daß er den Stuhl aufgehoben hat in Erinnerung an Kopper.

Ja stimmt, das war wirklich eine der schönsten Szenen im Film. Amüsant fand ich auch noch folgende:

- Es ist vom Teamleiter ein Alkoholverbot ausgesprochen worden. Auf dem Weg in die Zimmer greift Johanna Stern heimlich über den Tresen und nimmt eine Flasche Wein mit aufs Zimmer.
- Lena Odenthal schleicht nachts durchs Haus und landet in Zimmer Nummer 5. Alles eh schon spannend und geheimnisvoll, als plötzlich das Gesicht von Johanna Stern neben ihr auftaucht und sie erschreckt.
- Köstlich auch die Szene, als Becker grabend im Keller überrascht wird.


Hallo Carlo,
an diese Szenen kann ich mich gut erinnern. Ich meine, Johanna Stern hätte etwas Hochprozentigeres als Wein gegriffen (Obstler oder so etwas). Hätte man ihr gar nicht zugetraut..aber evtl. auch das der Improvisation geschuldet (was die 1000%ige Johanna Stern nicht tun würde, macht die Schauspielerin Lisa Bitter ganz spontan im Vorbeigehen).
Die Szene, als die Stern neben Lena auftaucht, gebe ich zu, war die mit dem größten Schreckmoment für mich :oops:
Die Grabungsszene im Keller..total skurril. Habe Becker erst gar nicht zuordnen können. Schatzkarte... :lol: :lol:
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Re: 1050: Waldlust

Beitragvon Ranocchio » Mo 5. Mär 2018, 10:41

Sicherlich ein Tatort, der sehr polarisiert. Irgendwie fand ich die Experimente mit Murot (Das Dorf, Geboren im Schmerz), aber auch vorletzte Woche mit Karow und Rubin (Meta) gelungener, als die Impro-Tatorte aus Mannheim. Das Team hat sowieso in den letzten Jahren gelitten. Da fallen missglückte Experimente doppelt aus.

Missglückt? Ich vermute mal, dass dieser Tatort nicht den Geschack der Mehrheit getroffen hat.

Ich persönlich hatte spätestens bei der Merchandising-Aktion extreme innerliche Schmerzen. Zum Glück gab es in der Folge noch ein paar Lichtblicke (z.B. Becker's Buddelaktion), aber auch Fehlgriffe (angekündigter Schneesturm).

Unterm Strich war das für mich gefühlt der schlechteste Tatort im noch jungen, gut gestarteten Tatort-Jahr 2018.
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Re: 1050: Waldlust

Beitragvon Purzelito » Mo 5. Mär 2018, 13:04

Für mich war es ein interessantes Experiment zu sehen, wie die Schauspieler die Situation meistern. Ich finde, es ist ein absolut anderes Feeling als Rede und Gegenrede aus dem Drehbuch. Vorgegebene Texte bedeuten nicht selten Routine, reines Hochdeutsch und Satzkonstellationen, die niemand im täglichen Leben so anwendet. Die Schauspieler setzen ihren Text artig nacheinander. Nicht so bei diesem Impro Experiment. Die Dialoge waren natürlich, spontan und flüssig, die Sprache weitgehend alltäglich, alles wirkte lebendiger. Es bringt die Schauspieler zum leuchten. Ja, ich kann es nicht anders ausdrücken - sie leuchten. Selbst die sonst eher bräsige Frau Keller war hinreissend.
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Re: 1050: Waldlust

Beitragvon witchy_woman » Mo 5. Mär 2018, 14:51

Purzelito hat geschrieben:Für mich war es ein interessantes Experiment zu sehen, wie die Schauspieler die Situation meistern. Ich finde, es ist ein absolut anderes Feeling als Rede und Gegenrede aus dem Drehbuch. Vorgegebene Texte bedeuten nicht selten Routine, reines Hochdeutsch und Satzkonstellationen, die niemand im täglichen Leben so anwendet. Die Schauspieler setzen ihren Text artig nacheinander. Nicht so bei diesem Impro Experiment. Die Dialoge waren natürlich, spontan und flüssig, die Sprache weitgehend alltäglich, alles wirkte lebendiger. Es bringt die Schauspieler zum leuchten. Ja, ich kann es nicht anders ausdrücken - sie leuchten. Selbst die sonst eher bräsige Frau Keller war hinreissend.


Das stimmt, die Schauspieler wirkten sehr lebendig. Es wurde auch viel gelacht. Ganz besonders bei Ulrike Folkerts hat man die Spielfreude gesehen, sie wirkt sonst immer sehr mürrisch und starr, dieses "Ausleben der künstlerischen Freiheit" tat ihr (und den anderen wohl auch) gut.

Davon einmal abgesehen würde es mich schon interessieren, wie denn letztendlich so ein Film gedreht wird und welche Vorgaben die Schauspieler haben. Wenn es stimmt, daß selbst die Schauspieler den Mörder nicht kannten, dann ist das alles zwar sehr gewagt, aber unter dem Strich ein wirklich mutiges Stück Schauspielkunst. Aber trotzdem-irgendwelche Anweisungen muß es doch geben, bzw. Rollenprofile?
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Re: 1050: Waldlust

Beitragvon Purzelito » Mo 5. Mär 2018, 15:27

@witchy
Die Arbeitsweise von Axel Ranisch ist in dem folgenden Artikel anhand der Dreharbeiten zu Babbeldasch ganz gut verständlich:
http://www.spiegel.de/kultur/tv/tatort- ... 04252.html
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Re: 1050: Waldlust

Beitragvon witchy_woman » Mo 5. Mär 2018, 15:41

Purzelito hat geschrieben:@witchy
Die Arbeitsweise von Axel Ranisch ist in dem folgenden Artikel anhand der Dreharbeiten zu Babbeldasch ganz gut verständlich:
http://www.spiegel.de/kultur/tv/tatort- ... 04252.html


Aha, das ist tatsächlich aufschlußreich.
Danke, Purzel!!

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