1043: Die Faust

Alles rund um die einzelnen Tatort-Folgen
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Carlo Menzinger
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Re: 1043: Die Faust

Beitragvon Carlo Menzinger » So 14. Jan 2018, 21:55

Ich kann mich einigen Vorrednern nur anschließen: das war eine ziemlich gute abgelieferte Tatort-Folge. Manche Sachen gingen für mich etwas zu schnell, man muß ja auch mal zwischendurch auf Toilette und Bier holen, oder die anderen Mitschauenden reden ständig dazwischen. Blöd, wenn man während des Films dann 2 Minuten über Diabetes diskutiert. :cry: Aber es war trotzdem eine spannende Folge mit guten Schauspielern. Gruselig fand ich das Auftreten des maskierten Täters im weißen Overall. Hatte etwas von einem guten Thriller. Spannend war auch die Tatsache mit der Verwechslung des Opfers.
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Purzelito
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Re: 1043: Die Faust

Beitragvon Purzelito » So 14. Jan 2018, 22:06

clubmed hat geschrieben:
Purzelito hat geschrieben:1. weil zu dem Zeitpunkt noch kein Verdacht bestand, danach zu suchen. Sie dachten ja, sie hätten die richtige Nataliya vor sich.

Verbessert mich!


das klingt gut, vielen Dank Purzelito, was ich bei 1. meinte wo!? sind die Blutspuren? Der Mord fand doch in dem einzel stehendem Haus statt - hat sie, also die "Überlebende" (sorry, aber die Namensflut war mir zu komplex) alles so sauber weg gewischt? Wenn ja, dann gut.

Wahrscheinlich war sie es, denn die Verwechslung sicherte ihr bis dahin das Überleben.
Aber ich habe nicht so sehr über die Inszenierung der Leichenfunde und der Umstände nachgedacht, denn das Hin- und Hertragen der Körper und das Drappieren etc. war ein wenig grusel-märchenhafter Blödsinn.
siegfried1
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Re: 1043: Die Faust

Beitragvon siegfried1 » So 14. Jan 2018, 22:06

Purzelito hat geschrieben:Die Österreicher lieben es, das ganz grosse Rad zu drehen. Meiner Meinung nach sind sie auch das einzige Team, dem man das abkaufen kann. Dieser tolle Verschwörungsthriller um eine ehemalige osteuropäische Revoluzzertruppe, aus der sich später einer mit der CIA gemein gemacht hat, bestätigt das. Schade nur, dass man sofort weiss was Sache ist, wenn Misel Maticevic mitspielt.

Habe ich dieses triumphierende Lächeln von Nataliya am Ende richtig gedeutet? Kam sie aus dem Krankenhaus und hat Nicola den Rest gegeben?

Superbe Unterhaltung!


@ Hallo Purzelito

Ich kann mich Deiner Meinung voll anschliessen ein genialer Tatort aus Österreich :!:
Aber ich habe da auch noch drei Fragen, die Du mir beantworten kannst.
Wieso sollten die drei Widerstandskämpfer das Leben des Universitätsprofessor Nenad Ljubic zerstört haben :?:
War das also nur Show, dass der Professor Ljubic seine Opfer malträtiert und dann so hingelegt hat, als ob Sie von
einem Irren stammen :?:
Ist dieser Misel Maticevic so bekannt, dass man von Anfang an weiss, das er der Bösewicht ist :?:
SherlockH85
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Re: 1043: Die Faust

Beitragvon SherlockH85 » So 14. Jan 2018, 22:07

im Übrigen möchte ich mich noch kurz über die "Wie war der Tatort"-Seite auslassen: "Kopper" bekam von Lars-Christian Daniels 7 Punkte, dieser Tatort nur 5 Punkte. Die letzten Wiener Folgen bekamen höchstens 6 Punkte. Ich verstehe das nicht.

Aber ist ja eigentlich wurscht, bei den Fans scheint der Tatort gut angekommen zu sein. Und auch auf der FB-Seite sind praktisch keine negativen Kommentare zu lesen. Und darauf kommt es ja an. Kritiker sind überbewertet :lol:
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Carlo Menzinger
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Re: 1043: Die Faust

Beitragvon Carlo Menzinger » So 14. Jan 2018, 22:13

SherlockH85 hat geschrieben:im Übrigen möchte ich mich noch kurz über die "Wie war der Tatort"-Seite auslassen: "Kopper" bekam von Lars-Christian Daniels 7 Punkte, dieser Tatort nur 5 Punkte. Die letzten Wiener Folgen bekamen höchstens 6 Punkte. Ich verstehe das nicht.

Ich denke, es ist sehr oft auch Geschmackssache wie man einen Tatort, die Story, die Locations, die Umsetzung, die Schauspieler usw. findet und bewertet. Aber seltsam finde ich auch, wenn manche Leute so einer Folge dann 0,0 Punkte geben. Das kann ich nicht so richtig ernst nehmen. Auch 10,0 Punkte finde ich übertrieben. Das würde ja bedeuten, daß es nichts Besseres mehr geben kann.
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Purzelito
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Re: 1043: Die Faust

Beitragvon Purzelito » So 14. Jan 2018, 22:20

siegfried1 hat geschrieben:@ Hallo Purzelito

Ich kann mich Deiner Meinung voll anschliessen ein genialer Tatort aus Österreich :!:
Aber ich habe da auch noch drei Fragen, die Du mir beantworten kannst.
Wieso sollten die drei Widerstandskämpfer das Leben des Universitätsprofessor Nenad Ljubic zerstört haben :?:
War das also nur Show, dass der Professor Ljubic seine Opfer malträtiert und dann so hingelegt hat, als ob Sie von
einem Irren stammen :?:
Ist dieser Misel Maticevic so bekannt, dass man von Anfang an weiss, das er der Bösewicht ist :?:

Hallo siegfried!
Sie hätten die wahre Identität des Prof und seine schöne Zusammenarbeit mit der CIA durch das Buch auffliegen lassen können. Das hat der Prof zu verhindern versucht, indem er die Morde als rituelle Serienmorde inszeniert hat. Alles nur erdacht, um von sich abzulenken.
Misel Maticevic ist des öfteren in Tatorten zu sehen und dann meist als Bösewicht. Das war er auch im letzten Borowski aus Kiel.
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Purzelito
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Re: 1043: Die Faust

Beitragvon Purzelito » So 14. Jan 2018, 22:23

SherlockH85 hat geschrieben:im Übrigen möchte ich mich noch kurz über die "Wie war der Tatort"-Seite auslassen: "Kopper" bekam von Lars-Christian Daniels 7 Punkte, dieser Tatort nur 5 Punkte. Die letzten Wiener Folgen bekamen höchstens 6 Punkte. Ich verstehe das nicht.

Dafür hatte Christian Buß mal wieder Recht mit seinen 7 Punkten.
Warum in den Kritiken allerdings überall zu lesen ist, dass die Geschichte überfrachtet sei, erschliesst sich mir nicht. Man konnte sich natürlich kein Nickerchen zwischendurch erlauben!
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Re: 1043: Die Faust

Beitragvon siegfried1 » So 14. Jan 2018, 22:39

Purzelito hat geschrieben:
siegfried1 hat geschrieben:Hallo siegfried!
Sie hätten die wahre Identität des Prof und seine schöne Zusammenarbeit mit der CIA durch das Buch auffliegen lassen können. Das hat der Prof zu verhindern versucht, indem er die Morde als rituelle Serienmorde inszeniert hat. Alles nur erdacht, um von sich abzulenken.
Misel Maticevic ist des öfteren in Tatorten zu sehen und dann meist als Bösewicht. Das war er auch im letzten Borowski aus Kiel.


Hallo Purzelito

Herzlichen Dank für Deine rasche Antwort auf meine Fragen.
Dann ergibt sich wirklich einen Sinn hinter diesen Anschläge dieses Professors. ;)
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KiGaZw
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Re: 1043: Die Faust

Beitragvon KiGaZw » Mo 15. Jan 2018, 06:30

Hallo!

Die erste Hälfte hat mir sehr gut gefallen. Das hatte was von einem guten Thriller mit diesen religiösen Anspielungen, Rätseln. Gruselig.

Dann wurde es politisch und die Morde waren so in ihrer sorgfältig drapierten Darstellung nicht mehr glaubhaft, denn:
- Wieso machte sich der Kerl so viel Arbeit?
- Wieso geht er das hohe Risiko ein und lässt die Leichen nicht am jeweiligen Tatort?
- Wieso will er überhaupt "ablenken" und vorgaukeln er sei ein perverser Vergewaltigungs-Irrer?
- Wieso macht er alles um die Opfer sozusagen in Verbindung zu bringen, das ist doch genau das was er nicht brauchen kann.

Das alles war doch unsinnig und unlogisch.

Für mich bleibt: Ans Kreuz genagelt wurde schon bei "Passion", Aufgehängte gab es schon viele und auf einem Schiff drapiert hatten wir auch schon mal.

Wären nicht die genialen Dialoge der beiden genialen Hauptrollen-Darsteller (z. B. in der Kantine beim Schnitzel-Essen :lol: ), wäre dieser Tatort nur die Hälfte so gut gewesen. Alleine das Phrasen-Bingo am Anfang hat schon einen Punkt Aufpreis verdient.

7/10 von mir.
Knipperdolling
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Re: 1043: Die Faust

Beitragvon Knipperdolling » Mo 15. Jan 2018, 07:22

KiGaZw hat geschrieben:Die erste Hälfte hat mir sehr gut gefallen. Das hatte was von einem guten Thriller mit diesen religiösen Anspielungen, Rätseln. Gruselig.

Dann wurde es politisch und die Morde waren so in ihrer sorgfältig drapierten Darstellung nicht mehr glaubhaft, denn:
- Wieso machte sich der Kerl so viel Arbeit?
- Wieso geht er das hohe Risiko ein und lässt die Leichen nicht am jeweiligen Tatort?
- Wieso will er überhaupt "ablenken" und vorgaukeln er sei ein perverser Vergewaltigungs-Irrer?
- Wieso macht er alles um die Opfer sozusagen in Verbindung zu bringen, das ist doch genau das was er nicht brauchen kann.

Das alles war doch unsinnig und unlogisch.

Für mich bleibt: Ans Kreuz genagelt wurde schon bei "Passion", Aufgehängte gab es schon viele und auf einem Schiff drapiert hatten wir auch schon mal.

Wären nicht die genialen Dialoge der beiden genialen Hauptrollen-Darsteller (z. B. in der Kantine beim Schnitzel-Essen :lol: ), wäre dieser Tatort nur die Hälfte so gut gewesen. Alleine das Phrasen-Bingo am Anfang hat schon einen Punkt Aufpreis verdient.


Da kann ich mich wirklich mal jedem einzelnen Punkt anschließen.
Ich fand's auch zum einen schlimm überfrachtet und zum anderen vollständig unglaubwürdig. Für mich wirkte die ganze Story einfach nur krampfhaft bemüht; da wollte man unbedingt super originell sein, indem man etwas arg ausgetretene Genre-Versatzstücke (psychopathischer Schnitzeljagd-Serienkiller, Polit-Verschwörungs-Thriller) unkonventionell miteinander hybridisiert. Was für eine Staffel "Brücke - Transit ins Jenseits" vielleicht eine gute Idee wäre, für 90 Minuten TATORT aber halt dazu führt, dass alles nur kurz behauptet wird. Und da wird's für mich sogar ärgerlich. Ein bedeutsames Polit-Thema wie die osteuropäischen Revolutionen (von denen bei uns die wenigsten tiefere Kenntnisse haben dürften) einfach nur als Kulisse zu missbrauchen, um nicht immer mit Eifersucht oder psychischer Störung als Motivlage ankommen zu müssen, finde ich etwas frech. Über die Motivlage hinaus aber wird das Thema nicht wirklich behandelt, der Film interessiert sich auch gar nicht dafür, auf mich wirkt's zudem auch noch völlig unglaubwürdig und leistet zudem dem derzeit überall grassierenden Verschwörungswahn noch Vorschub (irgendwie steckt ja immer die CIA dahinter. Und wo war eigentlich der Mossad?). Nee, für mich war das nichts.

Ab davon sehe ich das Team trotzdem immer gerne, und das war diesmal nicht anders. Wird bei mir wohl eher auf 5-6 Punkte hinauslaufen.

Ganz unverschwörerisch:
Knipperdolling

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