1043: Die Faust

Alles rund um die einzelnen Tatort-Folgen
witchy_woman
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Re: 1043: Die Faust

Beitragvon witchy_woman » Di 16. Jan 2018, 08:31

Geniale Folge aus Wien!
KarinElisabeth
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Re: 1043: Die Faust

Beitragvon KarinElisabeth » Di 16. Jan 2018, 17:46

Eigentlich wurde schon alles zu diesem fesselnden und spannenden Fall gesagt.
Ein um Klassen besserer Tatort gegenüber dem Durchschnitt, den uns das mehr als magere Tatort-Jahr 2017 beschert hat.

Die Darstellung von Moritz und Bibi, aufgelockert mit sarkastischem Humor, ist hervorragend. Auch die exzellente Kameraführung hat Kinoformat.

Ich bin ja inzwischen fast schon dankbar, wenn ich zwischendurch bei einem Tatort nicht an mein Bett denke oder mit der Fernbedienung versucht bin, zwischendrin wegzuzappen.

Dieser Tatort war glatte neun Punkte wert. Fast reif fürs Kino.
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Purzelito
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Re: 1043: Die Faust

Beitragvon Purzelito » Di 16. Jan 2018, 19:09

Wachtmeister hat geschrieben:Zu den Wiener Tatorten gehört oft ein Bezug zu den Umwälzungen in Osteuropa und den Folgen für Mittel- und Westeuropa. Diesmal sind es die "Farbrevolutionen". Das Thema, daß bei Umstürzen und Revolutionen in der Welt Geheimdienste der Weltmächte mitmischen ist (auch außerhalb der Krimi-Welt) nicht neu, wird hier nicht plump behandelt.

Ja, Wachtmeister, da gebe ich dir Recht. Es wurde meiner Meinung nach geschickt behandelt.

Es ist, wie es immer ist - die Revolution frisst ihre Kinder, Ideale bleiben auf der Strecke, Ziele werden aus den Augen verloren oder anders definiert, studentischer Umstürzlerehrgeiz trifft auf das Establishment.

Insofern waren diese drei in die Jahre gekommenen, aus der Schusslinie genommenen Protestler mit ihren Beweggründen, ihren Träumen, ihrem Scheitern nachvollziehbar dargestellt und können stellvertretend für viele Tausend ihresgleichen gesehen werden. Anders als Knipperdolling sehe ich das nicht als freche Kulisse an. Der Film behandelte durchgehend die Seelenlage der an den Revolutionen und ihren Folgen Leidenden. Ich denke da an die Szene im Gewächshaus mit Davit und seiner Blumenfreundin, der er sich in all den Jahren nicht anvertrauen konnte.

Nachvollziehbar, dass die drei aus dem Schatten heraustreten und wenigstens in Form eines Buches ihre Ideen unters Volk bringen wollten. Nur leider waren ihre Erkenntnisse zu ungenau und schwammig, wie der Verleger sagte. Sie taugten also nicht für eine investigative Auf- und Erklärung der revolutionären Verhältnisse in ihren Ländern und wahrscheinlich schon gar nicht für einen neuerlichen Umsturz.

Daraufhin den CIA-etablierten Professor um Hilfe zu bitten, war eine böse Fehleinschätzung herrschender Verhältnisse. Auch Revolutionäre könnten wissen, wann ihre Sache ausgereizt ist und hoffnungslos wird.

Über die Beweggründe des Professors erfuhr man am Ende auch recht viel. Als Mittelsmann zwischen der Kaderschmiede der Revolutionäre CFF und des CIA hatte er am meisten zu verlieren. Ausserdem war er Serbe. Wenn also seine Untaten und Morde aus der Vergangenheit ans Licht gekommen wären, kann man sich ausmalen, was ihn erwartet hätte. Blauäugig von Nataliya, ihm vorzuschlagen, er könne ja der CIA die Morde in die Schuhe schieben, um seine Haut zu retten.
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Schäferhund
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Re: 1043: Die Faust

Beitragvon Schäferhund » Di 16. Jan 2018, 20:25

Purzelito hat geschrieben:
Testbild hat geschrieben:
Roter Affe hat geschrieben:Nebenbei fiel mir ein Foto bei Eisner im Büro mit Trauerflor auf, starb da mal einer in seinem Team?


Da war doch einer in den letzten Folgen gestorben.... Die Folge mit den Polizeischülern.... Ich hab den Titel vergessen.....

In der vorletzten Tatortfolge "Wehrlos" wurde Peter Kralicek, Chef der Wiener Polizeischule, ermordet.
Ich habe das Bild allerdings nicht gesehen und kann nicht sagen, ob das ein Bezug auf Kralicek war.


Ich glaube, das war ein Foto von Stefan Pohl (gespielt von Alexander Strobele), langjähriger Kollege und Freund von Eisner. Er starb am Ende der vorletzten Folge Wehrlos.

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