1042: Kopper

Alles rund um die einzelnen Tatort-Folgen
Rleben
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Re: 1042: Kopper

Beitragvon Rleben » So 7. Jan 2018, 22:33

Francois hat geschrieben:Die Drehorte dieses TATORTs sind decodiert worden:
http://www.tatort-fundus.de/web/folgen/ ... opper.html
Wer noch Anmerkungen hat: diese sind sehr willkommen.

Eine Korrektur: Die moderne Kirche ist nicht die in Ludwigshafen, sondern es ist St. Josef in der Lichtentaler Straße in Baden-Baden.
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Rleben
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Re: 1042: Kopper

Beitragvon Rleben » So 7. Jan 2018, 23:30

Auch passen die Außenaufnahmen des Kommissariats (die mir so auch nicht aus älteren Folgen bekannt vorkommen) nicht ganz zum Tatort-Haus, in dem die Innenaufnahmen gedreht werden. Architektonisch passt das Aussehen mit den grau gestrichenen Stützen allerdings besser zum Innendesign als das tatsächliche Tatort-Haus.
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Re: 1042: Kopper

Beitragvon TatortMiro » Mo 8. Jan 2018, 00:26

Die Story war mir teilweise zu verwirrend und die Handlungen der Akteure zu unglaubwürdig. Dann am Ende: innerhalb weniger Sekunden aus der Bewusstlosigkeit aufwachen, vom Ofen losreißen, rennen, ein Motorboot finden, dieses starten und ein zufällig vorbeifahrendes Fahrzeug aufhalten. Es muss ja nicht alles super realistisch sein, aber das war mir zu billig, da fühle ich mich als Zuschauer verarscht. Wäre diese Jagd früher vorgekommen, hätte ich an diesem Punkt vermutlich abgeschaltet. Meine Wertung: 5/10.
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Francois
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Re: 1042: Kopper

Beitragvon Francois » Mo 8. Jan 2018, 01:44

Rleben: Das TATORT-Haus ist gesetzt, und die Kirche checken wir gerne noch mal gegen. Aber unsere Angaben kommen aus der besten Quelle, die es dazu eigentlich gibt - vom Sender selbst.
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Re: 1042: Kopper

Beitragvon Verleihnix » Mo 8. Jan 2018, 07:52

Spannend fand ich die Folge durchaus, allerdings hat sich meine anfängliche Befürchtung bewahrheitet, dass hier mal wieder einTiger als Bettvorleger landet. Mir persönlich ist so eine Multiverquickungsstory mit ferner Mafia und lokaler Politik (inkl. Rechtsprechung?) zu "groß" für einen Tatort.

Was mich am meisten am ganzen Film aufgeregt hat ist, dass Koppers Fiat 130 geopfert wurde! Und dann auch noch unter Zuhilfenahme so eines gesichtslosen SUV... Man hat den Wagen viele Folgen lang nicht mehr gesehen, und nun auf einmal muss er als Bauernopfer herhalten. Im richtigen Leben hätte der längst ein H-Kennzeichen gehabt. Dass hier ein Kulturgut zerstört wurde, um ein größeres zu schaffen, kann ich nicht ansatzweise erkennen.

Nun sitzt Kopper also weintrinkend irgendwo in Sizilien am Strand. Ob er wohl unter die Weinbauern gegangen ist? So sehr hoch werden seine Pensionsansprüche ja noch nicht sein... Nur gut, dass er da vor den Fängen der Mafia sicher ist - die bringt ja keine deutschen Polizisten um.
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Re: 1042: Kopper

Beitragvon Rleben » Mo 8. Jan 2018, 09:01

Francois hat geschrieben:Rleben: Das TATORT-Haus ist gesetzt, und die Kirche checken wir gerne noch mal gegen. Aber unsere Angaben kommen aus der besten Quelle, die es dazu eigentlich gibt - vom Sender selbst.

Der Sender bzw. dessen damalige Fernsehfilmchefin hat vor längerer Zeit auch mal ausgegeben, dass mehr an den tatsächlichen Handlungsorten gedreht werden soll als bisher, was zum Teil auch tatsächlich passiert. Vielleicht bekommen sie zu viel Kritik (von innen oder außen), weil zu wenige Originalschauplätze im Film sind, und sagen deshalb nicht die ganze Wahrheit. Ich habe kürzlich schon anderswo erlebt, dass ein Regisseur einen Baden-Badener Drehort verschleiern wollte. Oder sie haben die Ludwigshafener Kirche mal gescoutet und dann aus Zeit- oder Kostengründen doch in Baden-Baden gedreht.

Das Tatort-Haus ist für die Innenaufnahmen gesetzt, aber die Außenaufnahmen davon sehen anders aus. Der Gebäudeflügel mit den Kommissariats-Studios ist jedenfalls nicht weiß-grau gestrichen, sondern einheitlich hellgelblich-ocker getönt. Bild vom letzten Jahr. Wenn man sich den Komplex im Luftbild anschaut, gibt es dort auch keine Längsfassade, die wie auf eurem Szenenfoto an einer Seite auf den Wald zuläuft und dabei weiteren städtischen Bauten gegenüberliegt. Die Situation ist ähnlich, aber passt nicht ganz. Ich war selbst allerdings auch schon ein paar Jahre nicht mehr an dem Haus und kenne den aktuellsten Zustand nicht, aber so sehr kann der sich eigentlich kaum verändert haben. Mein Eindruck ist, dass sie ein Gebäude gefunden haben (vielleicht ganz in der Nähe), dessen Außenfassade besser zum Innendesign passt als das bisherige.
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Re: 1042: Kopper

Beitragvon witchy_woman » Mo 8. Jan 2018, 13:46

Purzelito hat geschrieben:Für eine Folge, die Kopper als Abschied auf den Leib geschrieben wurde, war es ok. Ein wenig melancholisch, wie er so von seinem Jugendfreund hintergangen wurde. Dazu die üblichen Mafiathemen sizilianischer Klan mit Krakenarmen nach Ludwigshafen, Giftmüllverschiebung, Singvögel, die in den Selbstmord gezwungen werden, Drohungen mit diversen Utensilien. Sehr schön diese Keksknochen der Toten! "Ossa di morto" isst man eigentlich zu Allerseelen.

Wie sich das Damengespann aus LU demnächst schlägt, wird man noch sehen. In Dresden funktioniert es meiner Meinung nach nicht, in LU noch nicht.


Die Mafiageschichte war meiner Meinung nach plausibel erzählt, mit allen Aspekten. Gruselig, der Selbstmörder im Gefängnis. Sind das die Regeln..das man sich komplett entkleidet?
Ansonsten eine solide Geschichte, die Kopper endlich mal in den Fokus gerückt hat..aber Du meine Güte, was er sich da leistet!! Gut, daß er Lena doch noch alles erzählte und sie mit einem Lächeln an ihn denken kann.

Jetzt wird es langsam richtig deutlich, daß Kopper nie mehr dabei sein wird. Ich mag Johanna Stern bisher nicht, auch wenn sie nicht mehr so nervig daherkommt wie zuvor. Scheint jetzt mit Lena gut zu funktionieren, aber den Status von Kopper kann sie nicht einnehmen, das war zu schön mit den Beiden, jedenfalls in älteren Folgen.
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Re: 1042: Kopper

Beitragvon witchy_woman » Mo 8. Jan 2018, 13:50

Verleihnix hat geschrieben:Spannend fand ich die Folge durchaus, allerdings hat sich meine anfängliche Befürchtung bewahrheitet, dass hier mal wieder einTiger als Bettvorleger landet. Mir persönlich ist so eine Multiverquickungsstory mit ferner Mafia und lokaler Politik (inkl. Rechtsprechung?) zu "groß" für einen Tatort.

Was mich am meisten am ganzen Film aufgeregt hat ist, dass Koppers Fiat 130 geopfert wurde! Und dann auch noch unter Zuhilfenahme so eines gesichtslosen SUV... Man hat den Wagen viele Folgen lang nicht mehr gesehen, und nun auf einmal muss er als Bauernopfer herhalten. Im richtigen Leben hätte der längst ein H-Kennzeichen gehabt. Dass hier ein Kulturgut zerstört wurde, um ein größeres zu schaffen, kann ich nicht ansatzweise erkennen.

Nun sitzt Kopper also weintrinkend irgendwo in Sizilien am Strand. Ob er wohl unter die Weinbauern gegangen ist? So sehr hoch werden seine Pensionsansprüche ja noch nicht sein... Nur gut, dass er da vor den Fängen der Mafia sicher ist - die bringt ja keine deutschen Polizisten um.


Grüß Dich :D
Als die Sache mit dem Auto passierte hat es neben mir auf der Couch laut aufgeheult...selbst mir tat das in der Seele weh! Das schöne Auto!
Kopper entspannt am Strand sitzen zu sehen hat mir irgendwie gefallen, er sah auch richtig gut aus. Sicher hat er da eine kleine Strandbar und bekocht seine Gäste ;-)
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Re: 1042: Kopper

Beitragvon Wachtmeister » Mo 8. Jan 2018, 16:33

Eines hat der Film gezeigt: Aus der Figur Kopper hätte man in den letzten Jahren mehr machen können. Erstaunlich, daß ein Schauspieler, der eigentlich für eine Hauptrolle verpflichtet wurde, erst kündigen muß, um mehr als Stichwortgeber oder Statist sein zu dürfen. Die letzten Ludwigshafener Folgen waren ja vor allem auf Odenthal-Folkerts zugeschnitten. Offenbar konnte sie sich in der Redaktion besser durchsetzen.

Der Rolle Kopper mehr Raum zu geben, ohne daß es aufgesetzt wirkt, ist also nicht unmöglich. Mario einen Abgang mit der Mafia zu gönnen ist zeitgemäß und paßt so sehr zum Rollenprofil, daß man meinen könnte, im letzten Jahrtausend sei ein Halbitaliener installiert worden, damit jetzt dieser Ausstieg möglich ist. Die Verwicklung von Ermittlern in den Fall läßt mir gewöhnlich die Zehnägel hochklappen, hier paßte es, weil es von der Episodenhauptperson beabsichtigt und eine gemeinsame Vergangenheit nicht unwahrscheinlich ist.

Michele Cuciuffo möchte ich öfter sehen – und nicht nur als Mafioso. Er demonstriert, daß reichlich Theatererfahrung hilft, auch im Film einen nuancenreichen Charakter darzustellen. Die interessanten Rolle mit ihren Konflikten hat er souverän gemeistert und damit die gesamte Handlung zusammengehalten. Daß Sandro wiederholt in den sizilianischen Dialekt fällt, sehe ich nicht als Schwäche des Darstellers an, sondern als Taktik der Person Sandro an, seinen Jugendfreund für sich einzunehmen, was Cuciuffo eben spielt.

Verwirrend, wie manche meinen, kam mir dieser Tatort überhaupt nicht vor. Die Handlung war klar aufgebaut. Nach und nach wurde den Zuschauern bekannt, um welche Verbrechen es geht und welchen Anteil Sandro hat. Freilich war die Handlung so dicht, daß man ohne Nebenstränge auskam. Selbst Johanna Sterns Kinder hatten mit der Handlung zu tun.
Die Rückblenden in die Jugend der beiden Protagonisten sind technisch geschickt aufbereitet.
Gut inszeniert ist bspw. auch die Szene, in der in Stern Argwohn aufkommt, als sie ein Gespräch zwischen KTU-Mann Becker und Odenthal mitbekommt.

Zwei dicke Schwachstellen hat der Film allerdings:
Es ist zwar plausibel, daß Mafia und ähnliche Organisationen ihre "Freunde" auch im deutschen Apparat von Justiz und Verwaltung haben, und der Oberstaatsanwalt wurde von Leupold auch gut – nämlich nicht plump – gespielt, aber daß Odenthal dabei nur erstaunt zusieht und keine bessere Strategie sucht, wirkt unglaubwürdig.
Anderen ist auch schon aufgefallen, daß in der Verfolgung gegen Ende Kopper plötzlich ein Boot zur Verfügung hat. Er weiß, wo es ist, obwohl die Hütte im Wald das Versteck Sandros war. Man hätte den Kommissar für eine seiner letzten Amtshandlungen auch von einem Engel an die richtige Straße bringen lassen können. Wer schon des öfteren solche Verfolgungsjagden gesehen hat, der merkt, daß hier geflickt wurde, um die Sache zu Ende zu bringen.

@Verleihnix: Daß der alte FIAT ein H-Kennzeichen hätte haben müssen, ist mir auch aufgefallen, zumal das Nummernschild LU ZF 4 sehr ausgesucht wirkt. Für die Zukunft schlage ich vor, im Abspann analog zur Tierschutzformel ("keine Tiere gequält") folgenden Satz zu schreiben: "In diesem Film wurden keine alten Autos beschädigt" – und sich dann auch daran zu halten. (;

Der Film ist insgesamt keine Offenbarung oder sonstwie sensationell, aber mit den geannten Einschränkungen eine gute Krimi-Unterhaltung und "ein richtiger Tatort".
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Re: 1042: Kopper

Beitragvon siegfried1 » Mo 8. Jan 2018, 17:19

Verleihnix hat geschrieben:Spannend fand ich die Folge durchaus, allerdings hat sich meine anfängliche Befürchtung bewahrheitet, dass hier mal wieder einTiger als Bettvorleger landet. Mir persönlich ist so eine Multiverquickungsstory mit ferner Mafia und lokaler Politik (inkl. Rechtsprechung?) zu "groß" für einen Tatort.

Was mich am meisten am ganzen Film aufgeregt hat ist, dass Koppers Fiat 130 geopfert wurde! Und dann auch noch unter Zuhilfenahme so eines gesichtslosen SUV... Man hat den Wagen viele Folgen lang nicht mehr gesehen, und nun auf einmal muss er als Bauernopfer herhalten. Im richtigen Leben hätte der längst ein H-Kennzeichen gehabt. Dass hier ein Kulturgut zerstört wurde, um ein größeres zu schaffen, kann ich nicht ansatzweise erkennen.

Nun sitzt Kopper also weintrinkend irgendwo in Sizilien am Strand. Ob er wohl unter die Weinbauern gegangen ist? So sehr hoch werden seine Pensionsansprüche ja noch nicht sein... Nur gut, dass er da vor den Fängen der Mafia sicher ist - die bringt ja keine deutschen Polizisten um.


@ Hallo Verleihnix

Ob Kopper in Sizilien von der Mafia in Sicherheit ist, würde ich sehr wohl bezweifeln.
Wer einmal im Netz der Mafia ist, kommt nicht sehr schnell wieder von ihr weg.
Die Mafia hat überall ihre Spürhunde egal ob im Gefängnis oder ausserhalb.
Drittens ist er nun kein Polizist mehr, sondern eine ehemaliger Polizist in Rente, und Lena
kann ihm auch nicht helfen. ;)
Vielleicht die letzte Viertelstunde war spannend mit der Verfolgungsjagd zuerst mit dem Boot und dann mit dem Auto.

Was regt Dich das so auf, dass ein Automobil zu schaden kommt, der Fiat 130 heisst nicht " Christine " und wird sich kaum
mehr an den Schadensmacher rechen. ;)

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