1039: Dunkle Zeit

Alles rund um die einzelnen Tatort-Folgen
(Tat)ortimOsten
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1039: Dunkle Zeit

Beitragvon (Tat)ortimOsten » Fr 15. Dez 2017, 10:45

Norddeutscher Rundfunk
Hamburg

Fernsehfilm Deutschland 2017

Erstsendung: 17. Dezember 2017

Figuren:
Hauptkommissar Thorsten Falke - Wotan Wilke Möhring
Bundespolizistin Julia Grosz - Franziska Weisz
Parteivorsitzende Neue Patrioten Nina Schramm - Anja Kling
Richard Schramm - Udo Schenk
Prof. Gerhard Schneider - Patrick Blume, von
Benjamin Reinders - Ben Braun
Peter Roman - Wilfried Hochholdinger
Paula "Naumann" [bürgerlich:Eva Kahlbauer] - Sophie Pfennigstorf
Vincent Mark - Jordan Dwyer
Kriminaldirektorin Luisa Salvoldi - Clelia Sarto
Staatsschutz-Kollege Rutemöller - Nils Dörgeloh
Schramms Sekretärin Katrin - Nekrasov Tatiana
Pächter Storz - Anke Andreas
Torben Falke - Levin Liam
Journalist - Niki Stein
Frauke Mark - Vivian Mahler
Katrin Wagner - Ulrike Gawlowski, von
Dönermann - Aleksan Cetinkaya
Reporter - Frank Knoche
Politikerin in TV-Duell - Melanie Struve
Einsatzleiter - Andreas Christ
SEK-Mitarbeiter - Ebba Ekholm
Reporter - Klaus Frevert

Musik: Jacki Engelken
Kamera: Clemens Messow
Buch: Niki Stein
Regie: Niki

Nina Schramm, Fraktionsvorsitzende der "Neuen Patrioten", wird immer häufiger Ziel von Hass-Posts und Morddrohungen. Kommissar Falke und seine Kollegin Julia Grozs werden zu ihrem persönlichen Schutz abgestellt. Zum Leidwesen seiner Kollegin machen Falke und die Rechtspopulistin keinen Hehl aus ihrer gegenseitigen Abneigung.

Als Schramms Wagen durch eine Explosion zerstört und dabei ihr Ehemann Richard getötet wird, melden rechte Netzwerke den Anschlag eines "linken Mobs" und werfen der Polizei vor, tatenlos zu zu sehen.

Für die Ermittler ergeben sich allerdings Ungereimtheiten in der medienwirksamen Kampagne der Rechtspopulisten, zumal im Hintergrund offensichtlich der Staatsschutz mitmischt.

Zur Folgenseite im Fundus
Connortobi
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Re: 1039: Dunkle Zeit

Beitragvon Connortobi » So 17. Dez 2017, 21:37

Insgesamt nicht so schlecht wie befürchtet. Die sehr Platte Darstellung der Partei und ihrer Führungskräfte könnte sogar einigermaßen realistisch sein, aber am Ende war die Konstruktion des Falles dann doch etwas over the top und zu sehr Verschwörung.
Falke könnte etwas weniger einseitig sein, seine Billstedt-Rede war so platt, dass es einen schüttelt.
Eine inhaltliche Frage: was sollte der schwarze Mitbewohner von Professor Schneider? Meine Ansätze sind entweder zu platt oder zu subtil...
siegfried1
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Re: 1039: Dunkle Zeit

Beitragvon siegfried1 » So 17. Dez 2017, 21:45

Connortobi hat geschrieben:Insgesamt nicht so schlecht wie befürchtet. Die sehr Platte Darstellung der Partei und ihrer Führungskräfte könnte sogar einigermaßen realistisch sein, aber am Ende war die Konstruktion des Falles dann doch etwas over the top und zu sehr Verschwörung.
Falke könnte etwas weniger einseitig sein, seine Billstedt-Rede war so platt, dass es einen schüttelt.
Eine inhaltliche Frage: was sollte der schwarze Mitbewohner von Professor Schneider? Meine Ansätze sind entweder zu platt oder zu subtil...


@Hallo Connortobi
Ich gebe Dir recht, dieser Tatort war nicht so schlecht wie ich auch zuerst befürchtet habe. Ausserdem blieb Falke in seiner Spur, und macht nicht den grossspurigen Kotzbrocken wie beim letzten Tatort.
Es kam irgendwie realistisch rüber, aber der zweite Mordanschlag war irgendwie fehl am Platz.
Der schwarze Mitbewohner könnte eventuell der Diener von Professor Schneider sein, aber logisch wäre das nicht. :?
Bollmann

Re: 1039: Dunkle Zeit

Beitragvon Bollmann » So 17. Dez 2017, 21:47

Vorhersehbar, holzschnittartige Charaktere und erzieherische Dialoge.
Diejenigen, die bereits AfD-Anhänger sind, werden sich mehr als bestätigt fühlen. Und andere, die es nicht sind, kommen vielleicht ins Grübeln, ob ihnen da nicht allzu offensichtlich eine bestimmte Lesart aufoktroyiert werden soll.
Ein ganz schwacher Tatort.
Diese Vorab-Kritik hier "Ein „Tatort“ mit dem Krimiholzhammer"
http://www.maz-online.de/Nachrichten/Medien/Fernsehen/TV-Kritik-Tatort-Dunkle-Zeit, hat den Nagel auf den Kopf getroffen.
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Purzelito
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Re: 1039: Dunkle Zeit

Beitragvon Purzelito » So 17. Dez 2017, 22:02

Heute müssten doch die Realismusverfechter auf ihre Kosten gekommen sein. Das war ja fast eine Doku. Phrasen, Phrasen, Phrasen. Ein bisschen verkeilter Rechtsblick, ein bisschen romantisierter Linksblick, leise warnende Musik bei Nina Schramm rechts, Sex und Verführung links. Zwischen allen Stühlen der Strassenbulle Falke, der sein Ding macht nach dem Motto "Wir ermitteln in alle Richtungen." und Kopfschuss in die Nasenwurzel - "Krankenwagen!" Natürlich muss da noch der Dussel vom Staatsschutz her, der den entscheidenden Hinweis die ganze Zeit in der Schreibtischschublade verwahrt und ihn auf einen Rülpser von Falke hin zähneknirschend heraus gibt. Leider illegal und daher nicht verwendbar.

Zumindest war es einigermassen kurzweilig, wenn auch von vorn herein absehbar. Vielleicht wäre es besser gewesen, den Zuschauer nicht sofort einzuweihen.
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Purzelito
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Re: 1039: Dunkle Zeit

Beitragvon Purzelito » So 17. Dez 2017, 22:06

Connortobi hat geschrieben:Eine inhaltliche Frage: was sollte der schwarze Mitbewohner von Professor Schneider? Meine Ansätze sind entweder zu platt oder zu subtil...

Mein Ansatz war auch platt. Mir kam der Kindergesang in den Sinn: "Wer hat Angst vorm schwarzen Mann?" "Niemand!" "Wenn er aber kommt?" "Dann laufen wir!"

Im Ernst - ich hielt ihn eher für einen Mitarbeiter.
Frau Vosen
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Re: 1039: Dunkle Zeit

Beitragvon Frau Vosen » So 17. Dez 2017, 22:08

Zitat "Schwuler schwarzer Partner"? Wie kommt die MAZ zu dieser Annahme? Habe ich was verpasst? Sonst gebe ich der Kritik durchaus recht. Hätte ein spannender Ansatz sein können: Parallelen zur AFD waren jedoch zu offensichtlich und das ganze zu holzschnittartig. Dennoch deutlich besser als der letzte Falke (was allerdings nicht schwer ist).
siegfried1
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Re: 1039: Dunkle Zeit

Beitragvon siegfried1 » So 17. Dez 2017, 22:13

Frau Vosen hat geschrieben:Zitat "Schwuler schwarzer Partner"? Wie kommt die MAZ zu dieser Annahme? Habe ich was verpasst? Sonst gebe ich der Kritik durchaus recht. Hätte ein spannender Ansatz sein können: Parallelen zur AFD waren jedoch zu offensichtlich und das ganze zu holzschnittartig. Dennoch deutlich besser als der letzte Falke (was allerdings nicht schwer ist).


Das habe ich mich auch gefragt, wie die MAZ zu dem Schluss kommt, dass der schwarze Türöffner ein schwuler Partner ist :?
Immerhin pflegt Falke bei diesem Tatort einen angenehmeren Umgangston als beim Tatort: " Böser Boden " und auch mit seinen
Sohn geht er kumpelhafter um.
Bollmann

Re: 1039: Dunkle Zeit

Beitragvon Bollmann » So 17. Dez 2017, 22:27

spiegelonline schreibt recht offen, das dieser TATORT reine politische Propaganda sein soll:
... Denn der Falke-"Tatort" ist Teil eines Doppelschlags gegen rechts. Der NDR hat zeitgleich einen Rostocker "Polizeiruf" zum Thema AfD in Auftrag gegeben. Schöner Arbeitstitel: "Dunkeldeutschland". Die Folge wurde allerdings erst einmal zurückgestellt und soll nun im Frühjahr 2018 gesendet werden. ...
http://www.spiegel.de/kultur/tv/tatort-ueber-die-afd-dunkle-zeit-mit-wotan-wilke-moehring-als-kommissar-falke-a-1168796.html#js-article-comments-box-pager

Leider wird nun auch noch mein Lieblings-"Polizeiruf" zur AgitProp-Veranstaltung verhunzt. :cry:
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Carlo Menzinger
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Re: 1039: Dunkle Zeit

Beitragvon Carlo Menzinger » So 17. Dez 2017, 22:50

Bollmann hat geschrieben:spiegelonline schreibt recht offen, das dieser TATORT reine politische Propaganda sein soll
Leider wird nun auch noch mein Lieblings-"Polizeiruf" zur AgitProp-Veranstaltung verhunzt. :cry:

Vielleicht war es aber auch nur eine Darstellung der momentanen gesellschaftlichen Situation. Man sollte nicht einfach "politische Propaganda" und "AgitProp" rufen, nur weil einem die Richtung nicht gefällt. Aber alleine das passt ja auch schon wieder in die Realität, wo auch gerne der "Umgang kritisiert" wird. Dabei ist diese rechtspopulistische Partei doch noch relativ glimpflich weggekommen, wenn man sich mal die tatsächlichen Realitäten (Höcke, Arppe, Wild usw.) überlegt. Gesellschaftliche und politische Themen haben schon immer wieder mal in die Tatort-Folgen mit hineingespielt. Warum also gerade jetzt so der Aufschrei?! Was passt manchen nicht an der Darstellung der gesellschaftlichen Situation?

Ansonsten fand ich diese Folge jetzt nicht besonders herausragend, aber auch nicht sooo schlecht. Eher einen ordentlichen Krimi mit aktuellem politischem und gesellschaftlichem Bezug. Falke und Grosz haben doch gut gespielt und ermittelt. Den Staatsschutzheini mit seinen geheimen und brisanten Informationen fand ich da schon eher nervig, aber vielleicht ist es ja real tatsächlich so, daß solche Infos zurückgehalten werden. Nur daß er diese dann so einfach an Falke herausrückt, halte ich für etwas unglaubwürdig.

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