1038: Dein Name sei Harbinger

Alles rund um die einzelnen Tatort-Folgen
flor61
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Re: 1038: Dein Name sei Harbinger

Beitragvon flor61 » Mo 11. Dez 2017, 08:20

KarinElisabeth hat geschrieben:Irgendwie muss ich das Alles nicht mögen, und irgendwann wird es wirklich soweit sein, das ich irgendwann zur Tatort Zeit etwas Besseres mit meiner Lebenszeit mache, anstatt mich zu ärgern oder zu langweilen, wie in diesem Machwerk


RTL kann da weiterhelfen.
johnson2017
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Re: 1038: Dein Name sei Harbinger

Beitragvon johnson2017 » Mo 11. Dez 2017, 09:14

Ich frage: Was nützen gute Schauspieler und spannende Szenen wenn das Drehbuch so dermaßen schlecht ist?

Ein psyschisch Kranker wird mittels einer abstrusen Verschwörungstheorie zum Mörder manipuliert.
Ein schwerer Betrug in einer Geburtenklinik mit falschen Eizellen - stammend von der Leiterin - gerät in Gefahr entdeckt zu werden.
Das erste gezeugte Baby in einer Geburtenklinik ist das Kind der Klinik-Leiter: ein lesbisches Paar. Und das Ganze noch in den 80ern.

Um solche krassen Ideen überzeugend und schlüssig zu entwickeln, falls das überhaupt möglich ist, würde es mindestens 3 Tatorte brauchen. Aber nein, auf Stringenz und Sinnhaftigkeit wird komplett verzichtet. Stattdessen schmeißt man die benannten Themen einfach nur zusammen, und verläßt sich offenbar auf die Schockeffekte des Plots, denn motiviert und entwickelt wird diese ganze Geschichte herzlich wenig. Angereichert wurde das Ganze noch völlig zusammenhangslos mit dem Tod des Vaters der Kommissarsanwärterin, nebenbei selbst ein Produkt des Betrugs in der Klinik, und dem drogenabhängigen Sohn der Kommissarin (Drogendeal auf dem mit Kameras zugehängten U-Bhf. Alexanderplatz, alles klar). Was rauskam war im Grunde genommen nicht mehr als billiger Science Fiction.

Schauspielerisch war das insgesamt gut (mal wieder ein toller Bach), auch die filmische Umsetzung fand ich sehr ansprechend. Spannend, rasant, gutes Tempo. Doch was nützt das alles wenn die Story eine derartige Katastrophe ist?!?
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Purzelito
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Re: 1038: Dein Name sei Harbinger

Beitragvon Purzelito » Mo 11. Dez 2017, 10:08

heletz hat geschrieben:Oder was sollte der Schwachsinn?

Ich vermisse deine Neigung, dem Ganzen eine tiefere Sinnhaftigkeit zu entlocken. Hier konnte man doch durchaus neben der realen Story um die Kinderwunschklinik und ihre kriminellen Machenschaften ein übergeordnetes Thema entdecken. Götter (in weiss) bedienen sich der Mächte der Unterwelt (in Gestalt des Harbinger - nomen est omen). Harbinger war ja nicht der Leibhaftige in Person, sondern nur der Zuträger des Todes. So ganz nebenbei stand ihm im Untergrund doch das Gute in Gestalt der Blumenverkäuferin zur Seite, die ihn letztlich davor bewahrte, doch noch zum Mörder zu werden.
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Purzelito
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Re: 1038: Dein Name sei Harbinger

Beitragvon Purzelito » Mo 11. Dez 2017, 10:50

johnson2017 hat geschrieben:Ein psyschisch Kranker wird mittels einer abstrusen Verschwörungstheorie zum Mörder manipuliert.

Harbinger war nicht der Mörder.
johnson2017
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Re: 1038: Dein Name sei Harbinger

Beitragvon johnson2017 » Mo 11. Dez 2017, 10:59

Purzelito hat geschrieben:
johnson2017 hat geschrieben:Ein psyschisch Kranker wird mittels einer abstrusen Verschwörungstheorie zum Mörder manipuliert.

Harbinger war nicht der Mörder.


Natürlich korrekt, danke. Vielmehr sollte es heißen "wird zum mehrfachen Mord-Gehilfen" manipuliert.
siegfried1
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Re: 1038: Dein Name sei Harbinger

Beitragvon siegfried1 » Mo 11. Dez 2017, 11:54

Carlo Menzinger hat geschrieben:Hmm, eigentlich bin ich von Meret Becker als Schauspielerin nicht so besonders begeistert (kommt für mich viel zu gekünstelt rüber), aber diesmal war der Tatort doch ziemlich spannend und gut gemacht.

- Der "verrückte Trommler" ist für Berlin überhaupt nicht so abwegig. Ihr solltet mal sehen, was da in den U-Bahnen für "Musiker" mitfahren. Passt aber eigentlich auch ganz gut zu dieser Stadt. Also, mich stört es eher nicht. Es gehört eher dazu. Der Trommler erinnerte mich vom Aussehen so ein bisschen an den Berliner Musiker Romano, kann mich aber auch getäuscht haben.

- Warum wurde die Praktikantin nicht über die Situation aufgeklärt? War mir nicht so ganz klar, warum ihr das nicht erzählt wurde, und sie dann selbst von sich aus angefangen hat zu ermitteln.

- Die Szene mit den Schüssen auf Rubin fand ich schon sehr an den Haaren herbeigezogen. Mit Realität hat das wohl eher weniger zu tun. Was, wenn so ein Schuss mal daneben geht?

- Die Locations haben mir sehr gut gefallen. Die Räume vom Schlüsseldenst liegen über einem der U-Bahnsteige am Alexanderplatz und stehen meines Wissens leer.


Hallo Carlo

Ich war schon oft in Berlin, aber einen so verrückten Trommler habe ich nie gesehen, auch sonst wenig Musiker in der U-Bahn noch auf den
Bahnhöfen :?

Das habe ich mich auch gefragt, warum die Praktikantin nicht aufgeklärt wurde, denn immerhin hatte sie ja Besuch von diesem psychisch
kranken Menschen. :?:

Die Szene mit dem angeblichen Schuss auf Rubin fand ich genial. Hat mich an den Hitchcock Klassiker: " Der unsichtbare Dritte " erinnert, wo
auch ein Mann angeblich angeschossen wurde. ;)
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Re: 1038: Dein Name sei Harbinger

Beitragvon Roter Affe » Mo 11. Dez 2017, 13:12

Ich habe mich auch gut unterhalten, klar ist man dem Harbinger sehr schnell auf die Schliche gekommen, aber naja.

Hat einer verstanden was Karow zu Rubin beim "Knutschen" auf der Treppe gesagt hat?

Sie hat wohl irgendwas mit "Sau" geantwortet.

Danke, ich werde mich wohl langsam zum tauben Affen umbenennen müssen. :lol:
Grüßla aus dem Tatortreifen Franken!

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Re: 1038: Dein Name sei Harbinger

Beitragvon Herr_Bu » Mo 11. Dez 2017, 13:26

Hallo,
siegfried1 hat geschrieben:Die Szene mit dem angeblichen Schuss auf Rubin fand ich genial. Hat mich an den Hitchcock Klassiker: " Der unsichtbare Dritte " erinnert, wo auch ein Mann angeblich angeschossen wurde. ;)
Nur da waren es Platzpatronen... Diese Szene bei Hitchcock hat übrigens einen berühmten Filmfehler, da ein kleiner Junge sich schon etwas vor den Schüssen die Ohren zuhält :lol: :lol: :lol:
Zum Harbinger: Vergleichbare Plots um Verschwörungstheorien und Science Fiction etc. sind besonders aus Bremen auch unter Baxmeyers Regie schon hin und wieder zu sehen gewesen. Auch wenn die Harbinger-Folge schauspielerisch, optisch, athmosphärisch und von den Lokations her in sich gut und ansprechend umgesetzt wurde, bleibt bei mir vom Drehuch her ein gewisses Unbehagen zurück. Insgesamt siedle ich die Folge daher in meiner Wertung eher im Mittelfeld an. Unter den Fällen von Rubin & Karow gehörte sie zu den besseren, konnte mich aber etwas weniger als "Amour fou" überzeugen. Ein Gutes hatte der Fall jedoch, da nun einer der Drecks-Blagen von Rubin nach Straubing abgeschoben hoffentlich zukünftig nicht mehr auftaucht. Je weniger nerviges Privatleben der Berliner Ermittler umso besser!
Von mir 6,5/10 Punkte
Grüße Herr_Bu
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Re: 1038: Dein Name sei Harbinger

Beitragvon Deichgraf » Mo 11. Dez 2017, 13:51

Purzelito hat geschrieben:gerade zu Beginn der Wechsel zwischen Trommler und Harbinger


Nee das war echt nervig, sorry bekommt man ja Augenkrebs von.

Purzelito hat geschrieben:Es ist schon schaurig, anhand der Überspitzung der Darstellung über die ganze Sache der Reproduktionsmedizin nachzudenken. Da war die Bezeichnung "Replikant" treffend gewählt. Wie geht es nach den gewonnenen Erkenntnissen solchen Menschen wie Anna Feil? Das sollte jeder bedenken, der einen solchen Schritt in seinem Leben erwägt. Ich habe immer den Eindruck, an die Kinder und deren späteres Leben wird zuletzt bis gar nicht gedacht.


Sehr weise Worte, danke dafür und Zustimmung.

Also ich fand ihn auch gut und spannend, und Karow ist ein echtes Ar***** durch und durch, da ist selbst Faber ein Waisenknabe dagegen.
Warum man Anna nicht Bescheid gesagt hat, hat mich auch verwundert, also ist Sie jetzt ein Kukuckskind ja, hab ich das jetzt richtig verstanden ?!
Will das aber offensichtlich nicht wahrhaben, oder näher drauf eingehen (vernichtet ja die Akte über sich )
Dann noch die Szene mit dem Sohn von Rubin, wie Naiv kann man denn sein, den alleine nach Straubing zu schicken, und auch noch annehmen, das der dort ankommt ?!
Beati Pauperes Spiritu
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Re: 1038: Dein Name sei Harbinger

Beitragvon Carlo Menzinger » Mo 11. Dez 2017, 15:25

siegfried1 hat geschrieben:Hallo Carlo

Ich war schon oft in Berlin, aber einen so verrückten Trommler habe ich nie gesehen, auch sonst wenig Musiker in der U-Bahn noch auf den
Bahnhöfen :?

Das habe ich mich auch gefragt, warum die Praktikantin nicht aufgeklärt wurde, denn immerhin hatte sie ja Besuch von diesem psychisch
kranken Menschen. :?:

Die Szene mit dem angeblichen Schuss auf Rubin fand ich genial. Hat mich an den Hitchcock Klassiker: " Der unsichtbare Dritte " erinnert, wo
auch ein Mann angeblich angeschossen wurde. ;)

Es gibt schon ziemlich viele Musiker in Berlin in der U-Bahn oder Bahnhöfen. Die meisten sind wahrscheinlich nicht so "verrückt" (was ist schon verrückt?) wie dieser Trommler. Aber irgendeiner "spinnt" immer...

Das mit dem Schuss auf Rubin fand ich ziemlich unrealistisch. Wie gesagt, mit scharfer Munition, in einem U-Bahnhof, trotz schutzweste kann da mal was schief gehen. Und das alles, um sich das Vertrauen dieses Harbingers zu erspielen? Na ja, etwas an den HAaren herbeigezogen, aber wenn es denn unbedingt sein muss...

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