1035: Auge um Auge

Alles rund um die einzelnen Tatort-Folgen
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Deichgraf
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Re: 1035: Auge um Auge

Beitragvon Deichgraf » Mo 13. Nov 2017, 12:29

Carlo Menzinger hat geschrieben:Ich hab doch einfach nur nachgefragt, welche Botschaften Sie da in dem Film versteckt gesehen haben wollen.


Also wer das nicht gerafft hat, hat wirklich Scheuklappen vor den Augen, die Botschaft war, die armen paar Flüchtlinge werden schon nicht für den Untergang des Abendlandes sorgen, und die andere Seite, der wütende Mob (gerade im Osten ) ist böse und doof.

Gewürzt mit Mutti Zitaten " wir schaffen das "

Sowas hat meiner Meinung nach im Tatort nix zu suchen.
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Carlo Menzinger
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Re: 1035: Auge um Auge

Beitragvon Carlo Menzinger » Mo 13. Nov 2017, 12:53

Deichgraf hat geschrieben:
Carlo Menzinger hat geschrieben:Ich hab doch einfach nur nachgefragt, welche Botschaften Sie da in dem Film versteckt gesehen haben wollen.


Also wer das nicht gerafft hat, hat wirklich Scheuklappen vor den Augen, die Botschaft war, die armen paar Flüchtlinge werden schon nicht für den Untergang des Abendlandes sorgen, und die andere Seite, der wütende Mob (gerade im Osten ) ist böse und doof.

Gewürzt mit Mutti Zitaten " wir schaffen das "

Das war alles, was mit "Botschaften" gemeint war? Das kann ja aber - je nach Betrachtungsweise - auch richtig sein. Als ob die Anti-Merkel-Fraktion da die Wahrheit gepachtet hätte...

Sowas hat meiner Meinung nach im Tatort nix zu suchen.

Warum nicht? Es wurden schon immer gesellschaftliche Themen und Mißstände mit in Tatortfolgen hineingepackt.
Malaika
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Re: 1035: Auge um Auge

Beitragvon Malaika » Mo 13. Nov 2017, 13:15

Ein seichtes Filmchen mit zwei unsympathischen Ermittlerinnen, lediglich Brambach sorgte für einige Lacher. Was mich zunehmend
ärgert, ist die Verunglimpfung der Sportschützen. Scheinbar zählt jeder, der Mitglied ist in einem Schützenverein, automatisch zum Kreis der Verdächtigen. Schiesssport ist ein Sport, der viel mit Körperbeherrschung und Disziplin zu tun hat. Schwarze Schafe wird es immer geben, doch diese Verallgemeinerungen ärgern mich zunehmend. Die Drehbuchschreiber sollten sich mal richtig informieren, welche Auflagen ein Sportschütze überhaupt erfüllen muss, um den Sport ausüben zu können.Es ist doch auch nicht jeder Metzger gleich ein Ripper!
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Re: 1035: Auge um Auge

Beitragvon (Tat)ortimOsten » Mo 13. Nov 2017, 14:11

Deichgraf hat geschrieben:
Carlo Menzinger hat geschrieben:Ich hab doch einfach nur nachgefragt, welche Botschaften Sie da in dem Film versteckt gesehen haben wollen.


Also wer das nicht gerafft hat, hat wirklich Scheuklappen vor den Augen, die Botschaft war, die armen paar Flüchtlinge werden schon nicht für den Untergang des Abendlandes sorgen, und die andere Seite, der wütende Mob (gerade im Osten ) ist böse und doof.


Ja, an der Botschaft ist ja auch nichts auszusetzen. Es gibt solche Flüchtlinge und es gibt einen solchen Mob. Wobei der Mob ja nur beschrieben wurde.

Was mich so ärgert ist die Tatsache, dass nur der Begriff "Flüchtling" fallen muss (das ist noch nicht einmal das Hauptthema) schon wird wieder über "Propaganda" gesprochen.
Bis bald!
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Re: 1035: Auge um Auge

Beitragvon witchy_woman » Mo 13. Nov 2017, 14:13

Carlo Menzinger hat geschrieben:Ich schliesse mich dann auch mal an: Was soll das?! Ich fand es weder einen gemütlichen noch spannenden Krimiabend. Die Rolle von Brambach als Schnabel finde ich auch nur unsympathisch und es nervt mich eher. Die Rolle des Polizei-Nerds, na ja, da gab es auch schon mal bessere. Der gespendete Computer von Schnabel, der mit seinem neuen Compi nicht klar kommt. Ole soll das Wort Cous Cous nicht mehr erwähnen. Gäääähn! Der Fall, nun ja, sehr nichtssagend. Die Umsetzung, langweilig. Woran liegt es? Ist es wirklich so dermaßen langweilig, oder ist man einfach mittlerweile schon besserers gewohnt? Es muss ja kein Super-Tatort mit einem total neuen Aha-Effekt sein. Aber so richtig vom Hocker gehauen hat diese Folge sicherlich nicht.


Deine Meinung über den Fall teile ich diesmal zwar nicht, aber ich mag Deine Art zu argumentieren. Ich habe früher schon versucht, mit Flor zu diskutieren: es klappt nicht. Er lädt seine Meinung hier ab und das war's.

Der Fall war vielleicht nur mittelmäßig, aber es gab einige Verdächtige und mal keine Brutalszenen, für mich deshalb ein "gemütlicher" Tatort. Noch dazu waren mir die zwei Kommissarinnen endlich mal symphatisch, zum ersten Mal in der neuen Dresdenreihe. Die Randgeschichte mit dem Computer hätte man weglassen können.
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Carlo Menzinger
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Re: 1035: Auge um Auge

Beitragvon Carlo Menzinger » Mo 13. Nov 2017, 15:19

witchy_woman hat geschrieben:Deine Meinung über den Fall teile ich diesmal zwar nicht, aber ich mag Deine Art zu argumentieren. Ich habe früher schon versucht, mit Flor zu diskutieren: es klappt nicht. Er lädt seine Meinung hier ab und das war's.

Ja schade, meine Fragen waren ernst gemeint. Ich fand diese Antwort dann doch sehr unhöflich. Auch dieses "Wir aus Sachsen gegen die aus Berlin" nervt ganz schön. Das ist so ein kleinkariertes Denken, als ob man sich im Krieg mit den Regionen befindet.

Der Fall war vielleicht nur mittelmäßig, aber es gab einige Verdächtige und mal keine Brutalszenen, für mich deshalb ein "gemütlicher" Tatort. Noch dazu waren mir die zwei Kommissarinnen endlich mal symphatisch, zum ersten Mal in der neuen Dresdenreihe. Die Randgeschichte mit dem Computer hätte man weglassen können.

Ja, mittelmäßig würde ich das auch einordnen. Verstehe aber wirklich nicht, wie jemand dieser Folge die höchste Punktzahl geben kann. Dieses aufgesetzte Kabbeln und Nerven zwischen den beiden Kommissarinnen und ihrem Chef ist eher kontraproduktiv für die Fälle und den Fernsehgenuss. Das war in den letzten Dresdner Folgen auch schon der Fall. Hab auch jetzt erst davon gehört, daß die Folge vorab nochmal geändert wurde, weil ein Pegida-Bezug rausgeschnitten werden sollte. Keine Ahnung, ist mir eigentlich ein bisschen egal. Es werden immer mal wieder gesellschaftliche Themen reingenommen. Warum also nicht auch diesmal?
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Purzelito
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Re: 1035: Auge um Auge

Beitragvon Purzelito » Mo 13. Nov 2017, 15:40

Deichgraf hat geschrieben:
Carlo Menzinger hat geschrieben:Ich hab doch einfach nur nachgefragt, welche Botschaften Sie da in dem Film versteckt gesehen haben wollen.


Also wer das nicht gerafft hat, hat wirklich Scheuklappen vor den Augen, die Botschaft war, die armen paar Flüchtlinge werden schon nicht für den Untergang des Abendlandes sorgen, und die andere Seite, der wütende Mob (gerade im Osten ) ist böse und doof.
Gewürzt mit Mutti Zitaten " wir schaffen das "

Ich denke nicht, dass flor 61 diese offensichtlich plakativen Botschaften gemeint hat. Er schreibt jedesmal von Botschaften zwischen den Zeilen und der Fähigkeit der Ossis, diese durch jahrelange Übung zu erkennen und zu deuten. Vielleicht verleitet diese erlernte Fähigkeit manches Mal zur Überintapretation. Natürlich kann man in jeder Szene eine Doppelbödigkeit vermuten. Ob die Drehbuchautoren das bezweckt haben, steht auf einem anderen Blatt. Ich habe keine Subtilität ausmachen können unter all diesen Plattitüden.
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Re: 1035: Auge um Auge

Beitragvon witchy_woman » Mo 13. Nov 2017, 15:47

Carlo Menzinger hat geschrieben:
witchy_woman hat geschrieben:Deine Meinung über den Fall teile ich diesmal zwar nicht, aber ich mag Deine Art zu argumentieren. Ich habe früher schon versucht, mit Flor zu diskutieren: es klappt nicht. Er lädt seine Meinung hier ab und das war's.

Ja schade, meine Fragen waren ernst gemeint. Ich fand diese Antwort dann doch sehr unhöflich. Auch dieses "Wir aus Sachsen gegen die aus Berlin" nervt ganz schön. Das ist so ein kleinkariertes Denken, als ob man sich im Krieg mit den Regionen befindet.
Verstehe ich auch nicht. Allerdings lebe ich auch ganz entspannt weit weg von sämtlichen "Brennpunkten" und kann solche Befindlichkeiten nicht nachvollziehen.

Der Fall war vielleicht nur mittelmäßig, aber es gab einige Verdächtige und mal keine Brutalszenen, für mich deshalb ein "gemütlicher" Tatort. Noch dazu waren mir die zwei Kommissarinnen endlich mal symphatisch, zum ersten Mal in der neuen Dresdenreihe. Die Randgeschichte mit dem Computer hätte man weglassen können.

Ja, mittelmäßig würde ich das auch einordnen. Verstehe aber wirklich nicht, wie jemand dieser Folge die höchste Punktzahl geben kann. Dieses aufgesetzte Kabbeln und Nerven zwischen den beiden Kommissarinnen und ihrem Chef ist eher kontraproduktiv für die Fälle und den Fernsehgenuss. Das war in den letzten Dresdner Folgen auch schon der Fall. Hab auch jetzt erst davon gehört, daß die Folge vorab nochmal geändert wurde, weil ein Pegida-Bezug rausgeschnitten werden sollte. Keine Ahnung, ist mir eigentlich ein bisschen egal. Es werden immer mal wieder gesellschaftliche Themen reingenommen. Warum also nicht auch diesmal?

Mir ist im Nachhinein noch aufgefallen, daß ich eine Dresdner Folge verpaßt habe, und die davor fand ich schrecklich. Alwara Höfels gehört auch nicht zu meinen bevorzugten Darstellerinnen.. Diesmal fand ich es in Ordnung. Und wenigstens haben die Mädels gegen den Chef zusammengehalten. So richtig ernstnehmen kann man ihn ja auch leider nicht. Das ist auch die Frage, was diese Figur uns eigentlich sagen will. So richtig lustig ist er nicht, ich denke aber, daß Martin Brambach mit seinem Spiel noch das Maximale aus der Rolle herausholt.
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Re: 1035: Auge um Auge

Beitragvon flor61 » Mo 13. Nov 2017, 16:29

Purzelito hat geschrieben:Ich denke nicht, dass flor 61 diese offensichtlich plakativen Botschaften gemeint hat. Er schreibt jedesmal von Botschaften zwischen den Zeilen und der Fähigkeit der Ossis, diese durch jahrelange Übung zu erkennen und zu deuten. Vielleicht verleitet diese erlernte Fähigkeit manches Mal zur Überintapretation. Natürlich kann man in jeder Szene eine Doppelbödigkeit vermuten. Ob die Drehbuchautoren das bezweckt haben, steht auf einem anderen Blatt. Ich habe keine Subtilität ausmachen können unter all diesen Plattitüden.


Diese Gefahr besteht auf alle Fälle und ich entdecke mich hin und wieder dabei, den tieferen Sinn zu suchen. Ob es am Ende so gemeint war, das weiß nur der Verursacher. Aber so sind wir Menschen nun mal , der eine sieht sich ein Bild an und wird glücklich aber der Maler hat vor lauter Wut und Verzweiflung den Pinsel wie wild in seiner "Grünen Phase" geschwenkt.

Es bleibt dabei: Ich fand diesen TO spitzenmäßig und ich bedanke mich nochmal ganz herzlich für diesen Film. Macht weiter so, denn so lange "Zwergenwitze" mit Auszeichnungen überhäuft werden, dürft ihr noch einen Zahn zulegen. Irgendwo muß ja ein Gegengewicht her.
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Re: 1035: Auge um Auge

Beitragvon Purzelito » Mo 13. Nov 2017, 16:39

flor61 hat geschrieben:
Purzelito hat geschrieben:Ich denke nicht, dass flor 61 diese offensichtlich plakativen Botschaften gemeint hat. Er schreibt jedesmal von Botschaften zwischen den Zeilen und der Fähigkeit der Ossis, diese durch jahrelange Übung zu erkennen und zu deuten. Vielleicht verleitet diese erlernte Fähigkeit manches Mal zur Überintapretation. Natürlich kann man in jeder Szene eine Doppelbödigkeit vermuten. Ob die Drehbuchautoren das bezweckt haben, steht auf einem anderen Blatt. Ich habe keine Subtilität ausmachen können unter all diesen Plattitüden.


Diese Gefahr besteht auf alle Fälle und ich entdecke mich hin und wieder dabei, den tieferen Sinn zu suchen. Ob es am Ende so gemeint war, das weiß nur der Verursacher. Aber so sind wir Menschen nun mal , der eine sieht sich ein Bild an und wird glücklich aber der Maler hat vor lauter Wut und Verzweiflung den Pinsel wie wild in seiner "Grünen Phase" geschwenkt.

Es bleibt dabei: Ich fand diesen TO spitzenmäßig und ich bedanke mich nochmal ganz herzlich für diesen Film. Macht weiter so, denn so lange "Zwergenwitze" mit Auszeichnungen überhäuft werden, dürft ihr noch einen Zahn zulegen. Irgendwo muß ja ein Gegengewicht her.

Das ist zweifellos richtig, flor61. Die Dresdner müssen zulegen, von mir aus auch bissig und politisch unkorrekt. Der Brambach ist schon auf dem richtigen Weg und ich denke, der kann das.

Zwergenwitze ist zugegeben nicht jedermanns Sache. Aber ich freu mich schon drauf!

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