1026: Virus

Alles rund um die einzelnen Tatort-Folgen
(Tat)ortimOsten
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1026: Virus

Beitragvon (Tat)ortimOsten » Fr 25. Aug 2017, 11:43

Österreichischer Rundfunk
Pöllau (Steiermark)

Fernsehfilm Österreich 2017

Erstsendung: 27. August 2017

Besetzung:
Moritz Eisner - Harald Krassnitzer
Bibi Fellner - Adele Neuhauser
Albert Reuss - Andreas Kiendl
Thomas Reuss - Martin Niedermair
Ernst Rauter - Hubert Kramar
Manfred Schimpf - Thomas Stipsits
Michael Kreindl - Günter Franzmeier
Dr. Klaus Rottensteiner - Markus Schleinzer
Dr. Kamil Daouda Maka - David Wurawa
Abdallah Diouf - Lukhanyo Bele
Barbara Reuss - Christina Trefny
Elsa Kovak - Heidelinde Pfaffenbichler
Nafi Diouf - Ashley Hammer
Youma Diouf - Wanjiku Hottensiah

Musik: Roman Kariolou und Arnold Johannes Ratheiser
Kamera: Andreas Thalhammer und Xiaosu Han
Buch: Rupert Henning
Regie: Barbara Eder

Im beschaulichen Pöllau müssen Moritz Eisner Bibi Fellner den gewaltsamen Tod eines Mannes aus Afrika aufklären. Es gibt keine Papiere oder Hinweise darauf, wer das Opfer ist, das erschlagen im örtlichen Steinbruch gefunden wurde. Dort sollte seine Leiche offenbar beseitigt werden.

Die Wiener Kommissare knöpfen sich den Betreiber Thomas Reuss vor. Der wollte am Vortag unbedingt eine Sprengung durchführen - angeblich, um behördliche Auflagen zu erfüllen. Eine andere Spur führt zu seinem Bruder Albert, der als Arzt für Hilfsorganisationen in Westafrika arbeitete und nun in der Heimat einen Fluchthof betreibt. Bei den Bewohnern stoßen die Ermittler auf eine Mauer des Schweigens.

Während Eisner und Fellner im Dunklen tappen, bringt die Obduktion ein schockierendes Ergebnis: Der Tote ist mit Ebola infiziert! Sofort rückt ein Seuchenkommando an, ruft den Notstand aus und setzt das ganze Dorf unter Quarantäne. Mitten in der Ebola-Hysterie müssen Major Eisner und seine Kollegin Bibi einen kühlen Kopf bewahren. Je mehr sie über den Toten erfahren und die Hintergründe, die ihn nach Österreich führten, umso bedrohlicher wird der Fall. Jeder könnte sich mit dem tödlichen Virus angesteckt haben - auch die Ermittler. Dass sie ihre Arbeit fortsetzen, bringt beide selbst in große Gefahr.

Hier geht es zur Folgenseite
SherlockH85
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Re: 1026: Virus

Beitragvon SherlockH85 » So 27. Aug 2017, 19:42

Jetzt ist die Publikumserziehung auch schon beim Wiener Tatort angekommen. Der Drehbauchautor Rupert Henning sollte sich in Zukunft vom Tatort fern halten :evil:

Zum Negativen: Überfrachtetes Drehbuch, das mit Klischees nur so vollgestopft war. Dazu Tränendrüsenmusik und Publikumserziehung. Story an den Haaren herbeigezogen.

Positiv: Kameraführung und Schauspielleistungen - Adele Neuhauser (schauspielerisch wie immer eine Wucht) und Markus Schleinzer als Einsatzleiter Dr. Rottensteiner (einfach grandios). Die Dialoge waren zum Teil sehr poetisch, das können wir - neben dem offenen Ende und dem Schlussgag - auch noch positiv festhalten.

Story 2/10; Spannung/Humor 4/10; Ermittler 10/10; Darsteller 9/10; Umsetzung 7/10)

Es gibt also nur 6,4 Punkte, meine niedrigste Bewertung für einen Wiener Tatort der Neuhauser-Ära. Hoffentlich wird es besser.
Carrera124
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Re: 1026: Virus

Beitragvon Carrera124 » So 27. Aug 2017, 19:53

Ich mag das Team Eisner/Fellner. Wirklich. Und heute waren diese beiden Figuren und ihre Dialoge wirklich das einzig positive. Scheinbar hat sich jetzt auch der ORF von der Bräsigkeit der deutschen Tatort-Folgen anstecken lassen.

Die Folge war einfach nur unglaublich langweilig, Spannung glänzte vollständig durch Abwesenheit. Sage und schreibe 30 Minuten hat es gedauert, bis die Leiche in der Gerichtsmedizin war - das sagt schon viel über das Erzähl"tempo" aus. Die Hintergrundmusik sollte wohl primär die Inhaltsleere überspielen.

Satz mit X - das war nix.
Kunst kommt von können, nicht von wollen. Sonst würde es Wunst heißen.
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Purzelito
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Re: 1026: Virus

Beitragvon Purzelito » So 27. Aug 2017, 20:31

Dieses Mal haben sich die Österreicher wohl an zu vielen Themen verhoben. Es ist ja löblich, auf Problematiken des afrikanischen Kontinents aufmerksam machen zu wollen, aber Flüchtlingselend, Seuchenepedemien, Ärzte-Burnout, Ebolahysterie in der Pampa und staatlich verordnete Dorfquarantäne war für eine einzige Folge des Guten zuviel. Gänzlich daneben empfand ich den Humor, der sich an Albernheiten überbot. Ziemlich unpassend zum Ernst der dargestellten Lage. Zumindest weiss ich jetzt, dass Bibi besser das Zubereiten eines Huhns unterlassen sollte.

Der Film hatte zum Schluss mit dem Auftritt des an Ebola infizierten Arztkollegen von Albert Reuss seine stärkste und nachhaltigste Szene, die jedoch sofort humorig relativiert wurde durch den Abtransport von Bibi im Schneewitchensarg. Schade.

Leider kam nicht zur Sprache, dass es seit 2015 einen Impfstoff gegen das Ebolafieber gibt. Allerdings ist bis heute nicht klar, wo das Virus seine natürliche Umgebung hat. Wenn schon Aufklärung, dann bitte bis zum Schluss.
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Carlo Menzinger
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Re: 1026: Virus

Beitragvon Carlo Menzinger » So 27. Aug 2017, 21:32

Hmm, hab ich jetzt irgendwas verpasst oder hat die Folge mit einem offenen Ende aufgehört? Was wurde aus den vermuteten Ansteckungen von Bibi und Moritz? Gibt es eine Fortsetzung oder wird in der nächsten Folge weitergemacht, als wäre nichts gewesen?

Ansonsten war diese Folge nicht gerade sehr spannend. Da bin ich von diesem Team doch Besseres gewohnt. Ein paar lustige Dialoge, das war es schon. Wenig Spannung. Aber was will man in den Bergen und im Wald sonst schon machen?
siegfried1
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Re: 1026: Virus

Beitragvon siegfried1 » So 27. Aug 2017, 21:56

Purzelito hat geschrieben:Dieses Mal haben sich die Österreicher wohl an zu vielen Themen verhoben. Es ist ja löblich, auf Problematiken des afrikanischen Kontinents aufmerksam machen zu wollen, aber Flüchtlingselend, Seuchenepedemien, Ärzte-Burnout, Ebolahysterie in der Pampa und staatlich verordnete Dorfquarantäne war für eine einzige Folge des Guten zuviel. Gänzlich daneben empfand ich den Humor, der sich an Albernheiten überbot. Ziemlich unpassend zum Ernst der dargestellten Lage. Zumindest weiss ich jetzt, dass Bibi besser das Zubereiten eines Huhns unterlassen sollte.

Der Film hatte zum Schluss mit dem Auftritt des an Ebola infizierten Arztkollegen von Albert Reuss seine stärkste und nachhaltigste Szene, die jedoch sofort humorig relativiert wurde durch den Abtransport von Bibi im Schneewitchensarg. Schade.

Leider kam nicht zur Sprache, dass es seit 2015 einen Impfstoff gegen das Ebolafieber gibt. Allerdings ist bis heute nicht klar, wo das Virus seine natürliche Umgebung hat. Wenn schon Aufklärung, dann bitte bis zum Schluss.


@ Hallo Purzelito

Auch wieder da nach der Sommerpause.
Ich weiss nicht was Du hast, aber ich fand es einen guten Tatort und die Thematik mit Flüchtlingselend und dem Virus Ebola, von dem keiner mehr spricht, fand ich sehr gut. ;)
Besten Dank für Deine Information, dass es seit 2015 einen Impfstoff gegen Ebola gibt, das heisst, dann werden wir die Bibi Fellner und Moritz Eisner noch in einigen Tatorten sehen. ;)
Bezüglich Herkunft des Virus kann ich das schnell durchgeben was ich auf Wikipedia gefunden habe:

"Die Viren stammen aus den tropischen Regenwäldern Zentralafrikas und Südostasiens (Spezies Reston-Ebolavirus). Von Wissenschaftlern wurden sie zum ersten Mal 1976 in Yambuku, Zaire (seit 1997 Demokratische Republik Kongo) entdeckt; sie traten nahezu gleichzeitig im Sudan auf. Die Gattung wurde nach dem kongolesischen Fluss Ebola benannt, in dessen Nähe es zum ersten allgemein bekannten Ausbruch kam. In 55 Dörfern entlang dieses Flusses erkrankten 318 Menschen, von denen 280 starben, was einer Sterberate von 88 Prozent entspricht. Der erste Fall trat in einem belgischen Missionskrankenhaus der Zusters van het H. Hart van Maria auf und wurde anfangs als „Gelbfieber mit hämorrhagischen Merkmalen“ beschrieben.[4] Kurz darauf waren fast alle Nonnen und Krankenschwestern – sowie die meisten, die das Krankenhaus besucht hatten oder noch dort waren – erkrankt. Die Schwestern besaßen nur fünf Injektionsnadeln, die sie, ohne sie zwischendurch zu desinfizieren oder zu sterilisieren, für Hunderte Patienten verwendet hatten. Ein mit dem Ebolavirus verwandtes Virus (Marburg-Virus) wurde 1967 mit Affen aus Uganda in wissenschaftliche Labore in Marburg eingeschleppt. "

Dann also bis spätestens in zwei Wochen, wegen Wahlkampf fällt am nächsten Sonntag einen neuen Tatort aus.
Viele Grüsse von
Siegfried
siegfried1
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Re: 1026: Virus

Beitragvon siegfried1 » So 27. Aug 2017, 22:11

Carlo Menzinger hat geschrieben:Hmm, hab ich jetzt irgendwas verpasst oder hat die Folge mit einem offenen Ende aufgehört? Was wurde aus den vermuteten Ansteckungen von Bibi und Moritz? Gibt es eine Fortsetzung oder wird in der nächsten Folge weitergemacht, als wäre nichts gewesen?

Ansonsten war diese Folge nicht gerade sehr spannend. Da bin ich von diesem Team doch Besseres gewohnt. Ein paar lustige Dialoge, das war es schon. Wenig Spannung. Aber was will man in den Bergen und im Wald sonst schon machen?


@Hallo Carlo

Zum Teil hat es mit einem offenen Ende aufgehört. Aber wie Du schon von Purzelito erfahren hast, gibt es ein Impfstoff gegen Ebola.
Ich gebe Dir recht, der Tatort war schon ein wenig spannungsarm, aber trotzdem unterhaltsam.
Ich denke das Bibi Fellner und Moritz Eisner überleben werden, und es sicher bald eine neue Folge mit ihnen geben würde, sonst hätte
die Presse das gemeldet, dass Harald Krassnitzer oder Adele Neuhauser aufhören würden.
Sowie in Dortmund einer der Kommissare ausgestiegen ist.

Es gab 2004 einen sehr guten Tatort mit Ulrich Tukur und dem Robert Stadlober mit dem Titel: " Der Teufel vom Berg " und der war wirklich
sehr gut gemacht und hat auch im Gebirge gespielt. ;)
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Carlo Menzinger
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Re: 1026: Virus

Beitragvon Carlo Menzinger » So 27. Aug 2017, 22:19

siegfried1 hat geschrieben:Zum Teil hat es mit einem offenen Ende aufgehört. Aber wie Du schon von Purzelito erfahren hast, gibt es ein Impfstoff gegen Ebola.
Ich denke das Bibi Fellner und Moritz Eisner überleben werden, und es sicher bald eine neue Folge mit ihnen geben würde, sonst hätte
die Presse das gemeldet, dass Harald Krassnitzer oder Adele Neuhauser aufhören würden.

Da bin ich aber beruhigt. ;) Wäre auch schlimm. Die beiden haben neuen Wind in die Tatort-Folgen gebracht.

Ich gebe Dir recht, der Tatort war schon ein wenig spannungsarm, aber trotzdem unterhaltsam.

Ja, wahrscheinlich ist man einfach mehr Spannung gewohnt, und kaum fehlt die mal, fällt das gleich auf. Unterhaltsam war es tatsächlich, alleine schon die Dialoge und auch einge Personen.

Es gab 2004 einen sehr guten Tatort mit Ulrich Tukur und dem Robert Stadlober mit dem Titel: " Der Teufel vom Berg " und der war wirklich
sehr gut gemacht und hat auch im Gebirge gespielt. ;)

Ja, ich erinnere mich. Der war eigentlich schon ziemlich gut gemacht. War auch nicht ganz ernst von mir gemeint. Manchmal haben Wald oder Berge ja auch was. Ich erinnere mich auch noch an Borowski in den finnischen Wäldern...
siegfried1
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Re: 1026: Virus

Beitragvon siegfried1 » So 27. Aug 2017, 23:03

[quote="Carlo MenzingerJa, ich erinnere mich. Der war eigentlich schon ziemlich gut gemacht. War auch nicht ganz ernst von mir gemeint. Manchmal haben Wald oder Berge ja auch was. Ich erinnere mich auch noch an Borowski in den finnischen Wäldern


Hallo Carlo
Besten Dank für Deine Antwort zur späten Stunde.
Welcher Tatort war das mit Borowski in den finnischen Wäldern :?:
Ich kenne eigentlich fast jeder Borowski Tatort aber der ist mir neu.
Kennst Du den Roman von Friederich Dürrenmatt: " Es geschah am helllichten Tag " mit Heinz Rühmann und Gert Fröbe.
Ein unheimlicher Krimi, zwar kein Tatort aber der ist voller Spannung besonders am Schluss.
Rheinbrück
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Re: 1026: Virus

Beitragvon Rheinbrück » Mo 28. Aug 2017, 00:21

Seit Bibis Einstand bin ich recht wenig kritikfähig. Ein Engeständnis meinerseits. Ich urteile subjektiv, habe nicht die -was die Dramaturgie betrifft - exzellente Analytik des Wachtmeisters in der Tasche - ohne Ironie.

Geht es nicht anderen Tatort-Junkies so? Bei Faber beginnt bei +10 die Bewertung, für den andern bei Null. Der Eine macht da Eingestädnisse, bleibt aber bei seinen Präferenzen.

Nach langen Vorworten: Ich bewerte den "Virus" mit einer hohen Note. Er beleuchte ein moralisches Dilemma - und dies nicht ätzend volkserziehend vorgetragen, er war spannend und bis auf den albernen Anfang von Wiener Humor versehen, der mir an keiner Stelle peinlich vorkam.

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