1025: Borowski und das Fest des Nordens

Alles rund um die einzelnen Tatort-Folgen
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Trolliver
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Re: 1025: Borowski und das Fest des Nordens

Beitragvon Trolliver » So 18. Jun 2017, 21:50

Auch mir gefiel der Krimi überhaupt nicht. Bworowski und Brandt gehen sich wegen Nichtigkeiten fast an die Gurgel, der Mörder tötet für einen Unvorbelasteten extrem schnell, haufenweise Leute mit inkonsistentem Verhalten, Borowski teilweise völlig neben der Spur, Brandt steigert sich hysterisch in ihre fixe Idee und fängt sogar mit leichtem Türkensprech an (Isch mach Sie fertisch, Borowski)....

Wenn man sich den vor ein paar Tagen wiederholten, göttlichen Fall "Borowski und der Engel" dagegen ansieht, versteht man die Welt nicht mehr.

Ach so: Mankell, ich vergaß. Das erklärt manches, sollte jedoch nicht gleich ein eingespieltes Team durcheinander wirbeln. Bitte nicht noch einmal Mankell mit Kiel verwursteln. Lieber Arango mehr zahlen, der hat ein Händchen für Kiel.

Was Borowski getan hat, um Roman zu erlösen?
Spoiler :
Die Schwester meinte, er hätte viel Blut verloren sowie ein Schädeltrauma erlitten; ein Verhör könne ihn umbringen und fügte noch an, der Wert eines Lebens stehe über den Ermittlungen. Borowski hat sich darüber hinweggesetzt und nimmt direkt am Krankenbett schon darauf Bezug (auf die Forderung nach der Erlösung: "das habe ich vielleicht schon.")
Für mich der schlechteste Borowski bislang.
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Ranocchio
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Re: 1025: Borowski und das Fest des Nordens

Beitragvon Ranocchio » So 18. Jun 2017, 21:52

Am Anfang gab es eine Szene (in der Mediathek-Version ab 4:39, die seitenverkehrt/ spiegelbildlich gezeigt wurde. Der Grund war vermutlich, dass es falsch herum gedreht wurde und dann nicht zu der Szene davor passte. Ich fand es sehr auffällig.

Technisch (Bild und Ton) war das unterirdisch. Die Story war irgendwie auch nicht so prall. Spannung kam keine auf.

Und Borowski ist ein chauvinistischer Kotzbrocken.

Es war schwer, in der Story überhaupt für jemanden Sympathien zu empfinden. Weder für die Opfer, noch für die Täter oder Ermittler. Brandt hat es mit Borowski allerdings auch schwer. Da bleibt ihr vermutlich nichts anderes übrig, als auch mal zu lügen oder rumzubrüllen.
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Re: 1025: Borowski und das Fest des Nordens

Beitragvon siegfried1 » So 18. Jun 2017, 21:53

Carlo Menzinger hat geschrieben:Ich musste mir gerade nochmal ein paar Szenen aus der Mediathek anschauen, weil es live doch zu schnell ging.

- Es wird am Ende mehrmals das Fahndungsplakat nach dem Täter angeklebt an verschiedenen Stellen gezeigt. MIndestens zweimal ist dabei auch ein weiteres Plakat mit dem Titel "Kiel explode" zu sehen. Hat vielleicht mit dem Fall überhaupt nichts zu tun. Zufall? Ein kleiner Gag am Rande?

- Die Szene am Ende im Krankenhaus war leider akustisch eine Katastrophe, und auch selbst mit Kopfhörer und mehrmals Abspielen war das Genuschel nicht komplett zu verstehen. Schade eigentlich, weil da versucht wurde, das Motiv zu erklären. Aber ich bleibe dabei, der Fall ist für mich weiterhin langweilig und schwammig.

- Es bleibt auch unklar, ob Borowski den Täter nun getötet ("erlöst") hat oder nicht.

- Diese Tatort-Folge endete nun leider ohne klares Ende, ohne Infos zum Ausscheiden von Brandt. Ist das ein Stilmittel, was man als Student auf der Filmhochschule lernt und dann Absolventen damit auf uns Zuschauer loslässt? Uns mit Rätseln im Dunkeln stehen zu lassen, damit wir uns selbst überlegen, wie es denn ausgegangen sein könnte. Ja, solche Filme mag ich eigentlich und finde das Stilmittel nicht so schlecht, aber wenn es zu oft eingesetzt wird, dann stumpft es bei mir ab.



@ Hallo Carlo

Wie Purzeltio das richtig folgerte, war am Schluss nur noch das Fahndungsplakat zu sehen. Von einem " Kiel explode " habe ich nichts gesehen.

Ich gebe Dir recht, das Verhör oder was auch immer das im Krankenhaus war, ist kaum verstanden worden, und das finde ich sehr schade. :x
Roman Eggers bat noch Borowski, ihn zu erlösen, was er dann auch macht.
Aber ich finde das gar nicht in Ordnung. Borowski hat nicht das Recht Richter und Henker in einer Person zu spielen.
Und falls Roman Egger ohne das zutun von Borowski das zeitliche gesegnet hätte, dann wäre das Schicksal, aber so ist es eindeutig Mord. :?
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Re: 1025: Borowski und das Fest des Nordens

Beitragvon Ranocchio » So 18. Jun 2017, 21:58

siegfried1 hat geschrieben:Das Plakat am Ende war nur der Fahndungsaufruf nach Roman Eggers. Ich weiss nicht wo Du da was von Kiel explode gesehen hast.

Ab 1:26:53 erscheint das Fahndungsplakat in zwei Szenen zusammen mit einem "Kiel explode"-Plakat. Zufall?
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Carlo Menzinger
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Re: 1025: Borowski und das Fest des Nordens

Beitragvon Carlo Menzinger » So 18. Jun 2017, 21:58

siegfried1 hat geschrieben:Ich fand diesen Tatort mit Borowski auf alle Fälle der beste Tatort seit langem. Er schlägt meiner Meinung nach auch den 1000 Tatort mit Charlotte Lindholm in dem Tatort: " Taxi nach Leipzig. " :!:

Meinst du das wirklich ernst?! Ich fand das den schlechtesten Borowski-Tatort, den ich je gesehen habe. Die Geschichte war schlecht, die Umsetzung war miserabel. Die Kameraführung gewollt aber nicht gekonnt. Selbst im Vergleich mit der Ludwigshafen-Folge mit den Laienschauspielern (die ich auch sehr schlecht fand) könnte ich jetzt nicht genau sagen, welche ich davon schlechter fand.

Wie kommst Du auf die Annahme das alle Schauspieler auf Drogen waren :?:

Für mich haben viele der Schauspieler so gewirkt. Als ob sie nicht so richtig klar bei der Sache gewesen wären. Die Dialoge waren auch ziemlich unterirdisch. Das Angeschreie am Ende auf dem Bootssteg zum Beispiel.

An für sich hat Borowski eigentlich nur mit seiner Assistentin Krach gehabt, und Eggers mit seiner Ehefrau und Geliebte.
Und natürlich mit dem Typ, denn er um Geld angehauen hat.

Roman Eggers hat wirklich zwei Menschen umgebracht, die eine war seine Geliebte und der andere der Drogendealer.
Das kann gut möglich sein, dass er versucht hat eine Bombe bei der Kieler Wochen zu zünden.

Und das war also die ganze Story? Ja, wirklich sehr langweilig...

Das Plakat am Ende war nur der Fahndungsaufruf nach Roman Eggers. Ich weiss nicht wo Du da was von Kiel explode gesehen hast.

Es war unter dem Aufruf ein Plakat mit "KIel explode". Es war nur zweimal kurz eingeblendet, aber in diesem Moment hatte ich darauf geschaut und mir war es aufgefallen.
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Re: 1025: Borowski und das Fest des Nordens

Beitragvon Sonderlink » So 18. Jun 2017, 21:59

Inszenierung, irsinnige Handlung und Ansammlung von Soziopathen mal außen vor gelassen: Ein Mediengestalter, der den Schnitt eines Beitrags dermaßen verhunzt, fällt mit „ungenügend“ durch die Abschlussprüfung.
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Re: 1025: Borowski und das Fest des Nordens

Beitragvon siegfried1 » So 18. Jun 2017, 22:00

Purzelito hat geschrieben:Dass die Vorlage zum Drehbuch von Henning Mankell stammt, merkte man an der düsteren hoffnungslosen Grundstimmung des Films.

Brand erscheint in dieser Folge unnötig aggressiv und naseweiss. Die Zusammenarbeit mit Borowski ist dermassen erschüttert, dass sie sogar ihren Chef belügt als es um die Fahndung nach Eggers geht. Für mich war diese Figur der Sarah Brandt eigentlich von Anfang an über, deshalb bin ich froh, dass es jetzt zu einem Ende kommt. Borowski könnte fortan auch gut allein ermitteln.

Borowski wirkt in dieser Folge gleichermassen, als wäre er in einem Ausnahmezustand. Nicht nur, dass er sich in alter Manier in den Tathergang und Täter einzufühlen versucht. Er verliert auch auf dem Volksfest die Kontrolle über sich und offenbart sich einmal mehr als ziemlich einsam. Er charakterisiert den Täter als "Geist", womit er eindeutig Recht hat und schaut dabei wie Jack Nicholson. Herrlich!

Am Ende werden die nutzlosen Fahndungsplakate für Eggers gezeigt, die bereits abgerissen von Autos überfahren werden. Im Zusammenhang mit der vielleicht oder doch nicht gebauten Bombe kleben da auch die Plakate zum "Kiel Explode Festival". Das könnte eine schöne Idee von Mankell gewesen sein.

Das alles geschieht in einem anstrengenden Szenenwechsel von Chaos, Gewalt und Einhalt gebietender Ruhe und mutet dem Zuschauer einiges zu. Ich fand es gelungen.


@ Hallo Purzelito

In einem Punkt sind wir hier wieder einig, ich fand diesen Tatort gelungen und sogar sehr gut. ;)

Im Fall Brandt gebe ich Dir nicht recht, man hätte meiner Meinungn nach, so wie es auch Frau Brandt gesehen hat, viel früher eine Grossfahndung gegen Egger auslösen sollen. Dann hätte vielleicht das dem Drogenhändler das Leben gerettet, und die anderen wären vorgewarnt, wer dieser Egger ist.

Ich weiss nicht, wie Borowski dazukam den Täter als Geist zu definieren. Ein Geist ermordet nicht wahllos Menschen und legt Feuer.
Bei dem Tatort: " Borowski und der unheimliche Gast " würde das eher zutreffen. ;)
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Re: 1025: Borowski und das Fest des Nordens

Beitragvon Carlo Menzinger » So 18. Jun 2017, 22:05

siegfried1 hat geschrieben:Wie Purzeltio das richtig folgerte, war am Schluss nur noch das Fahndungsplakat zu sehen. Von einem " Kiel explode " habe ich nichts gesehen.

Mir ist das beim live Ansehen eigentlich sofort aufgefallen und ich hatte mich da schon gewundert. Habs mir dann nachher nochmal in der Mediathek angeschaut. Und tatsächlich: unter dem Aufruf war zweimal ein Plakat mit dem Titel "Kiel explode" zu sehen. Wohl eher ein netter Gag am Rande...

Ich gebe Dir recht, das Verhör oder was auch immer das im Krankenhaus war, ist kaum verstanden worden, und das finde ich sehr schade. :x
Roman Eggers bat noch Borowski, ihn zu erlösen, was er dann auch macht.

Hat er das dannn tatsächlich auch getan? Wurde ja nie wirklich geklärt. Nur Anspielungen darauf.

Aber ich finde das gar nicht in Ordnung. Borowski hat nicht das Recht Richter und Henker in einer Person zu spielen.
Und falls Roman Egger ohne das zutun von Borowski das zeitliche gesegnet hätte, dann wäre das Schicksal, aber so ist es eindeutig Mord. :?

Ja, da stimme ich dir zu.
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Re: 1025: Borowski und das Fest des Nordens

Beitragvon Purzelito » So 18. Jun 2017, 22:06

Ranocchio hat geschrieben:
siegfried1 hat geschrieben:Das Plakat am Ende war nur der Fahndungsaufruf nach Roman Eggers. Ich weiss nicht wo Du da was von Kiel explode gesehen hast.

Ab 1:26:53 erscheint das Fahndungsplakat in zwei Szenen zusammen mit einem "Kiel explode"-Plakat. Zufall?

Es waren Plakate für das "Kiel Explode Festival", welches es real gibt. Eine gelungene Anspielung auf den Sprengstoff.
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Re: 1025: Borowski und das Fest des Nordens

Beitragvon siegfried1 » So 18. Jun 2017, 22:13

Carlo Menzinger hat geschrieben:
siegfried1 hat geschrieben:Ich fand diesen Tatort mit Borowski auf alle Fälle der beste Tatort seit langem. Er schlägt meiner Meinung nach auch den 1000 Tatort mit Charlotte Lindholm in dem Tatort: " Taxi nach Leipzig. " :!:

Meinst du das wirklich ernst?! Ich fand das den schlechtesten Borowski-Tatort, den ich je gesehen habe. Die Geschichte war schlecht, die Umsetzung war miserabel. Die Kameraführung gewollt aber nicht gekonnt. Selbst im Vergleich mit der Ludwigshafen-Folge mit den Laienschauspielern (die ich auch sehr schlecht fand) könnte ich jetzt nicht genau sagen, welche ich davon schlechter fand.

Wie kommst Du auf die Annahme das alle Schauspieler auf Drogen waren :?:

Für mich haben viele der Schauspieler so gewirkt. Als ob sie nicht so richtig klar bei der Sache gewesen wären. Die Dialoge waren auch ziemlich unterirdisch. Das Angeschreie am Ende auf dem Bootssteg zum Beispiel.

An für sich hat Borowski eigentlich nur mit seiner Assistentin Krach gehabt, und Eggers mit seiner Ehefrau und Geliebte.
Und natürlich mit dem Typ, denn er um Geld angehauen hat.

Roman Eggers hat wirklich zwei Menschen umgebracht, die eine war seine Geliebte und der andere der Drogendealer.
Das kann gut möglich sein, dass er versucht hat eine Bombe bei der Kieler Wochen zu zünden.

Und das war also die ganze Story? Ja, wirklich sehr langweilig...

Das Plakat am Ende war nur der Fahndungsaufruf nach Roman Eggers. Ich weiss nicht wo Du da was von Kiel explode gesehen hast.

Es war unter dem Aufruf ein Plakat mit "KIel explode". Es war nur zweimal kurz eingeblendet, aber in diesem Moment hatte ich darauf geschaut und mir war es aufgefallen.


@ Hallo Carlo

Da sieht man es mal wieder wie verschieden die Geschmäcker sind.
Der Tatort aus Ludwigshafen mit den Laienschauspieler fand ich nun wirklich sehr gut, während eben der Tatort Nr. 1000 " Taxi nach Leipzig " eher langweilig fand, obwohl für mich Charlotte Lindholm neben Klara Blum die beste Kommissarin ist. Nur von der letzten werden wir leider keine Tatorte mehr sehen. :roll:

Ich habe vollstes Verständnis für die Frau Brand am Bootssteg. Wenn das wirklich eine Bombe gewesen wäre, dann hätte dort ein grosse Katstrophe stattfinden können, und nicht nur als Scherz wie mit dem falschen Plakat " Kiel explode " .
Und das Borowski alles so ruhig und gelassen hinnahm fand ist schon sehr merkwürdig.

Aber das ist natürlich alles Ansichtssache.

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