456: Der schwarze Skorpion

Alles rund um die einzelnen Tatort-Folgen
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Kohli77
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456: Der schwarze Skorpion

Beitragvon Kohli77 » Fr 28. Okt 2016, 22:14

456. TATORT: Der schwarze Skorpion

Drehbuch: Felix Huby / Matthias Schultheiss
Regie: Helmut Förnbacher
Erstsendung: 15.10.2000
Produktionssender: Norddeutscher Rundfunk
Quote: 7,71 Mio. / 21,07 % MA
Sendelänge: 88:23 Minuten
Bildformat: 16:9
Redaktion: Doris J. Heinze


Inhalt:

In seinem Forschungslabor wird der renommierte Wissenschaftler Professor Arthur Sterndorff eines Morgens tot aufgefunden. Zunächst deutet alles auf einen Arbeitsunfall hin, denn der Professor experimentierte mit Skorpiongift, gegen das er selbst hoch allergisch war. Die Kommissare Stoever und Brockmöller ermitteln mit der Hoffnung, dass der Fall bald abgeschlossen sein könnte. Doch dann stellt sich heraus, dass Sterndorff nicht von einem seiner eigenen Skorpione gestochen wurde, sondern von einem besonders giftigen Exemplar, das es nur einmal im Spinnenhaus des Zoos gibt. Justus Brandt, der dortige Tierpfleger, kümmert sich auch um die Skorpione des Professors... Hat er etwas mit der Beschaffung des mörderischen Skorpions zu tun?

Stoever und Brockmöller finden heraus, dass die Forschungen des Professors hochbrisant waren, da er mit Hilfe des Skorpiongiftes eine Rezeptur entwickelt hatte, die möglicherweise die Hautalterung stoppen kann. Jetzt ist der Kreis der Verdächtigen groß: Viele hatten Interesse an der "Superformel", die der Professor auch gegenüber seinen engsten Mitarbeitern an der Universität, Dr. Natascha Severin und Dr. Karl Becker, unter Verschluss hielt. Der Kampf um die Formel, die in einer Passwort-gesicherten Datei in Sterndorffs Computer verborgen ist, beginnt: Karl Becker bricht nachts in Sterndorffs Labor ein, um das Passwort zu knacken. Als die Kommissare ihn verhaften, behauptet er, die Formel für eine wissenschaftlich-medizinische Nutzung retten zu wollen; einen Zweck, den seine ehrgeizige Kollegin Natascha Severin nicht wirklich nachvollziehen kann. Sie macht gemeinsame Sache mit Pharmahersteller Frederic Lohner, der ihr für die Beschaffung der Formel eine glänzende Zukunft in seinem Konzern in Aussicht stellt.

Stoever und Brockmöller haben alle Hände voll zu tun, um die Vertuschungsaktionen der Beteiligten zu durchschauen - und auch über den ermordeten Professor erfahren sie durch seine geschiedene Frau und den gemeinsamen Sohn, dass er nicht nur für die heilige Wissenschaft gearbeitet hat. Als ein zweiter Mord geschieht, wissen die Kommissare, dass ihnen nicht mehr viel Zeit bleibt. Sie erfahren, dass Natascha die Formel hat...


Besetzung:

Paul Stoever - Manfred Krug
Peter Brockmöller - Charles Brauer
Stefan Struve - Kurt Hart
Dr. Natascha Severin - Andrea Sawatzki
Frederic Lohner - Sven Eric Bechtholf
Dr. Karl Becker - Ulrich Bähnk
Professor Arthur Sterndorff - Stefan Gubser
Justus Brandt - Gottfried Vollmer
Professor Riegiebel - Karl Knaup
und andere


Stab:

Regie - Helmut Förnbacher
Buch - Felix Huby
Buch - Matthias Schultheiss
Produktion - Kerstin Ramcke
Produktionsleitung - Rolf L. Freisler
Aufnahmeleitung - Bernhard Liedtke
Redaktion - Doris J. Heinze
Kamera - Hartwig Strobel
Schnitt - Inge Bohmann
Musik - Klaus Doldinger
Szenenbild - Hans Zillmann
Requisite - Dirk Holzheuer
Requisite - Joachim Seifert
Kostüme - Rautgundis Beutel
Maske - Annette Pramor
Maske - Klaus Gloede
Bildtechnik - Josef Breuche
Ton - Hans Joachim Bahr
Ton - Frode Garshol
Mischung - Jürgen P.P. Meissner
Es grüßt
- Der Kohli -

Meine 500. Tatort-Wertung: "148: Peggy hat Angst" mit Kriminalhauptkommissarin Hanne Wiegand.
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Kohli77
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Re: 456: Der schwarze Skorpion

Beitragvon Kohli77 » So 30. Okt 2016, 22:08

Sigi bringt es in seinem Ranglistenkommentar mal wieder gut auf den Punkt: "Solider Stoever/Brockmöller-Fall - mehr aber auch nicht. Story eher durchschnittlich, aber recht unterhaltsame Dialoge. Ungewöhnliche Mordmethode." Ich vergebe eine um einen Tick niedrigere Punktzahl.

Auf die Tür schießen, um sie zu öffnen ist aber wirklich dämlich, vor allem wenn man weiß, dass in dem Raum dahinter sich Menschen befinden und man diese potentiell dadurch gefährdet... :roll:

Dafür war Andrea Sawatzki richtig stark, so gut hat sie später als Kommissarin leider nicht gespielt (wobei das vermutlich auch mit der Charakterzeichnung der Frankfurter Kommissarin zu tun hat). :P

Fazit: 6 Punkte nach Hamburg!
Es grüßt
- Der Kohli -

Meine 500. Tatort-Wertung: "148: Peggy hat Angst" mit Kriminalhauptkommissarin Hanne Wiegand.
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Purzelito
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Re: 456: Der schwarze Skorpion

Beitragvon Purzelito » Sa 26. Aug 2017, 21:17

Zunächst dachte ich, ich wäre im falschen Film wegen Stefan Gubser und Andrea Sawatzki, aber zum Glück kamen ja doch noch Stoever und Brockmöller ins Bild.

Ziemlich unbedarfter Krimi, in dem Stoever vor allem ziemlich viel isst, mit vollem Mund Verhöre führt und lasche Sprüche kloppt. Kaffeemaschine für grünen Tee, Mutter Severin im Rollstuhl, Mutter und Sohn Sterndorff hackend am PC - grosse Güte, was sollte das alles? Da war die Idee mit den Gesangseinlagen der beiden Hauptakteure noch das Beste an allem. Kommissar Zufall spielte damals wohl schon eine grosse Rolle, denn zufällig sind Stoever und Brockmöller im gleichen Restaurant wie die später Verdächtigen Natascha Severin und Frederic Lohner. Auch ein hochgiftiger Skorpion ist für viele jederzeit zugänglich und als Mordwaffe abholbereit. Wichtige Formel ist passwortgeschützt mit dem Vornamen (!) der Kollegin. Am Ende droht Lohner, Natascha Severin durch eine Injektion umbringen zu wollen, dabei ist sie für ihn die einzig verbliebene Person, die ihm Zugang zu den Daten beschaffen kann. Die Kommissare dürfen beide mit ihren niedlichen kleinen Pistolen ein Türschloss zerschiessen, um die Situation zu klären. Toll! In seiner Betulichkeit ist dieser Krimi nur etwas für Manfred-Krug-Fans und seine Nabelschau.
Elder Statesman
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Re: 456: Der schwarze Skorpion

Beitragvon Elder Statesman » Di 29. Aug 2017, 17:58

Dieser Krimi lebt wie alle späten Folgen mit Krug und Brauer allein von Ritualen. Mit nichts anderem rechnete man damals, als sie sich Folge für Folge in Richtung Ruhestand trällerten. Und man sah ihnen jede Schwäche nach. Wenn man diese Tatorte heute - losgelöst aus diesem zeitlichen Kontext - sieht, kommen sie einem seltsam antiquiert vor. Sicher, man sieht dieses Duo heute noch gerne. Aber der Mangel an (Krimi-)Qualität, diese etwas beliebige Durchschnittsware (so auch bei diesem Fall) lassen viele Stoever-Tatorte aus der Spätphase verblassen.

Im Vergleich dazu funktionieren die Folgen mit Stoever und Brocki aus den 80ern und frühen 90ern heute besser. Da hatten die Geschichten noch mehr Gewicht, es gab weit weniger Mätzchen. Man denke nur an "Voll auf Hass", "Blindekuh", "Spuk aus der Eiszeit" usw, und selbst Folgen wie "Leiche im Keller" oder "Tod im Elefantenhaus" würde ich schon zu Klassikern zählen.

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