927: Weihnachtsgeld

Alles rund um die einzelnen Tatort-Folgen
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sintostyle
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Re: 927: Weihnachtsgeld

Beitragvon sintostyle » Sa 27. Dez 2014, 12:56

Ich habe mich sehr gut unterhalten gefühlt, trotz einiger offener Fragen:

Wie starb Marias Exmann, und warum ist der Schwiegervater so cholerisch?
Warum klaut Jupp das Weihnachtsgeld?
Warum bemerken King George und Dragan Stellbrinks Roller nicht? ist ja kein Allerweltsroller von der Farbe und auch Stellbrink ist auffallend, besonders mit dem Helm.

Die Frau Staatsanwältin diesmal nicht so nervig, durfte glücklicherweise aber auch nicht so oft ran.
Die Puffgeschichte war gut, die Stallgeschichte doch zu klischeehaft, a la Rosamunde Pilcher...

Der Täter zwar nicht überraschend, nachdem er aus dem Krankenhaus plötzlich draussen war, aber dennoch lange offen.

Insgesamt mit Weihnachtsbonus 7 Punkte an die Saar...
Ich habe viel von meinem Geld für Alkohol, Weiber und schnelle Autos ausgegeben.... Den Rest habe ich einfach verprasst! (George Best)
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Re: 927: Weihnachtsgeld

Beitragvon zippo » Sa 27. Dez 2014, 13:07

Wie starb Marias Exmann,

Unklar: Autounfall? Krankheit? Ist eigentlich egal, weil für die Geschichte unerheblich.

und warum ist der Schwiegervater so cholerisch?

Es gibt halt solche Menschen (Veranlagung, Erziehung).

Warum klaut Jupp das Weihnachtsgeld?

Er will ja abhauen und braucht dafür etwas Taschengeld.

Warum bemerken King George und Dragan Stellbrinks Roller nicht? ist ja kein Allerweltsroller von der Farbe und auch Stellbrink ist auffallend, besonders mit dem Helm.

Verfolgende Polizisten werden im Tatort nie bemerkt. Im Vergleich zu Bibis Pontiac Firebird aus dem Wiener Tatort ist Stellbrinks Roller ja noch super unauffällig. :-)


Viele Grüße von Zippo!
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Re: 927: Weihnachtsgeld

Beitragvon Carrera124 » Sa 27. Dez 2014, 13:39

KiGaZw hat geschrieben:Die haben sich aber die Kritik zu Herzen genommen. Respekt.

Dieser Gedanke ging mir auch durch den Kopf.
Einiges, was zuerst konstruiert und/oder albern wirkte, wurde im weiteren Verlauf wieder aufgegriffen und sinnvoll aufgelöst bzw. eingeflochten.
Dass sich Stellbrink zunächst die Geldbörse klauen lässt, lässt ihn wie einen Deppen dastehen. Später im Puff jedoch nützt ihm dieser Umstand. Oder die Quittung auf dem Bierdeckel, die im späteren Verlauf wieder "return to sender" geht.
Auch die Schnitte waren stellenweilse wirklich gut - im Präsidium wird eine Frage gestellt, die vom Bösewicht/Verdächtigen umgehend in der nächsten Szene beantwortet wird.
Striesow spielt den Stellbrink zwar manchmal immer noch wie eine Schießbudenfigur, mittlerweile könnte man aber zu dem Schluß kommen dass das Kalkül ist. Ein Kommissar, der im Einsatz gelegentlich wie ein bräsiger Trottel rüberkommt, wird gerne unterschätzt, was wiederum ein Vorteil sein kann.
Die vergleichsweise sehr zahlreichen Handlungsfäden bzw. Delikte (Taschendiebstähle auf dem Weihnachtsmarkt, Unfall mit Fahrerflucht, Erpressung des Luden, Mord am Erpresser, Raub des Weihnachtsgeldes sowie die Geburt im Stall) griffen allesamt sehr geschickt ineinander und wurden zum Schluß auch wieder vernünftig zusammengeführt. Da haben sich andere Tatort-Folgen schon bei einer geringeren Anzahl paralleler Handlungen ziemlich verheddert und diverse Fragen offen gelassen.
Auch die naheliegende Erklärung, dass der Lude seinen Erpresser ermordet hat, wurde glücklicherweise vermieden. Schade nur, dass man nicht erfahren hat, was jetzt mit Stellbrink & Elfi ist.

So war es eine kurzweilige und unterhaltsame Folge, in der der Krimi-Aspekt alles andere als zu kurz kam. Nach den vorherigen Stellbrink-Folgen hatte ich diese Steigerung niemals erwartet, so kann es mit Striesow & Co meinetwegen gerne weitergehen.
Kunst kommt von können, nicht von wollen. Sonst würde es Wunst heißen.
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Re: 927: Weihnachtsgeld

Beitragvon Elder Statesman » Sa 27. Dez 2014, 16:42

Teilweise war das Ganze so skurril und so dämlich, dass es fast schon wieder lustig war - aber eben nur fast! Mit etwas Mühe hätte man eine ganz akzeptable Krimikomödie daraus machen können. Doch letztlich standen nur ein paar nette Gags auf der Habenseite, der Rest war Murks oder bestenfalls bemüht. Von Spannung oder einer in sich stimmigen Krimihandlung - die Auflösung des Taxifahrermords war total unwahrscheinlich - will ich gar nicht erst reden! Das reicht nicht. Die Saarbrücker schaffen es weiter nicht, konzeptionell zu überzeugen und qualitativ Schritt zu halten.
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Re: 927: Weihnachtsgeld

Beitragvon Tatort_Celerina » Sa 27. Dez 2014, 16:56

zippo hat geschrieben:Im Vergleich zu Bibis Pontiac Firebird aus dem Wiener Tatort ist Stellbrinks Roller ja noch super unauffällig. :-)
Da auch Josef/Jupp ständig mit einem so "unauffälligen" Roller durch die Gegend knatterte, habe ich die gesamte Zeit darauf gewartet, dass er und Stellbrink sich auf ihren Rollern eine "wilde Verfolgungsjagd" durch Saarbrücken liefern. :)
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Re: 927: Weihnachtsgeld

Beitragvon loitwintent » Sa 27. Dez 2014, 17:55

zippo hat geschrieben: Da auch Josef/Jupp ständig mit einem so "unauffälligen" Roller durch die Gegend knatterte, habe ich die gesamte Zeit darauf gewartet, dass er und Stellbrink sich auf ihren Rollern eine "wilde Verfolgungsjagd" durch Saarbrücken liefern. :)


Das hab ich mir auch gewünscht - aber da Jupp nur ein Mofa fuhr (die sind ja wesentlich langsamer als Roller), wär das nur eine kurze Jagd geworden...
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Re: 927: Weihnachtsgeld

Beitragvon SherlockH85 » Sa 27. Dez 2014, 19:13

Kriminalfall wie immer bei Stellbrink zum Vergessen, jedoch sorgten schrullige Figuren und eine nette Weihnachtsgeschichte (Jupp und Maria im Stall) für eine kurzweilige Abendunterhaltung. Ein paar Mal durfte auch herzhaft geschmunzelt werden.
Die Darsteller waren allesamt in Spiellaune (sehr gut: Gregor Bloeb als Zuhälter) und die nervige Staatsanwältin war nur kurz zu sehen.
Alles in allem eine Steigerung, auch wenn die Auflösung des Falles wieder an alte Stellbrink-Zeiten erinnert hat. Die weihnachtliche Thematik hat Saarbrücken dieses Mal rausgerissen, eine weitere Steigerung erwarte ich mir aber ehrlich gesagt nicht.

Ein Krimi? Nein. Ein nettes Fernsehstück? Ja. Und mir hundert Mal lieber als so ein Mist wie Erfurt letzte Woche.

Gesamtwertung: 5,6 Punkte (weihnachtlich milde gestimmt)
(Aufschlüsselung der Wertung: Story 5/10; Humor 5/10; Ermittler 6/10; Darsteller 7/10; Umsetzung 5/10)
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Re: 927: Weihnachtsgeld

Beitragvon zippo » Sa 27. Dez 2014, 19:37

Ich weiß nicht, ob Euch das aufgefallen ist:
Stellbrink ist der beste Kommissar aller Zeiten! Er löst gleich 6 Fälle auf einmal und das innerhalb von 24 Stunden:

1. den Taschendiebstahl
2. die Fahrerflucht
3. die versuchte Erpressung
4. den Mord
5. das verschwundene Mädchen
6. das gestohlene Weihnachtsgeld

Viele Grüße von Zippo! :-)
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Re: 927: Weihnachtsgeld

Beitragvon Wachtmeister » Sa 27. Dez 2014, 22:47

zippo hat geschrieben:Ich weiß nicht, ob Euch das aufgefallen ist:
Stellbrink ist der beste Kommissar aller Zeiten! Er löst gleich 6 Fälle auf einmal und das innerhalb von 24 Stunden:
[...]

Ja, doch. Ich habe sogar erwartet, daß er der Staatsanwältin seine Verhaftungen aufzählt und sie fragt, was sie denn heute geleistet habe. Eine besondere Vorliebe zeigte er für das Anketten von Verdächtigen. Nett war auch das ordentliche Lager der Diebe.

Aber insgesamt war mir der Film zu seicht. Und kurzweilig fand ich ihn auch nicht, eher zu sehr bemüht. Das neue Saarbrücker Konzept krankt daran, daß alles auf Stellbrink-Striesow zugeschnitten ist. Das übrige Stammpersonal ist zu blaß charakterisiert, als daß die Dialoge lebendig wirken könnten.

Für die deutsche Kriminalfilmwelt insgesamt kann man festhalten:
Florian Bartholomäi hat es inzwischen in den Kreis derjenigen üblichen Verdächtigen geschafft, die am Ende doch nicht die Mörder sind.
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Re: 927: Weihnachtsgeld

Beitragvon loitwintent » So 28. Dez 2014, 08:06

Wachtmeister hat geschrieben:... Und kurzweilig fand ich ihn auch nicht, eher zu sehr bemüht. Das neue Saarbrücker Konzept krankt daran, daß alles auf Stellbrink-Striesow zugeschnitten ist. Das übrige Stammpersonal ist zu blaß charakterisiert, als daß die Dialoge lebendig wirken könnten.


Ich hatte nicht den Eindruck von "bemüht" oder "gezwungen". Ich habe mir beim Gucken nicht gedacht "Da schau, was für eine kunstvolle Verknüpfung", sondern nur gestaunt/ geschmunzelt, wer oder was jetzt gerade wo wieder auftauchte. Dass es ein handwerklich sehr sorgfältig ausgedachtes Puzzlebild war, habe ich am Ende natürlich gesehen, aber für mich hat das mein Vergnügen an der story nicht gemindert.

Aber ich gebe dir zu, dass für das übrige Stammpersonal zu wenig Zeit für rundere Charakterzeichnung bleibt - was mich aber auch nicht stört, da ich ein großer Striesow-Fan bin, und (in jeglichen Film) gar nicht genug von ihm sehen kann. Ich finde, Striesow hat so gute schauspielerische Fähigkeiten, dass er die Hauptrolle auch tragen kann.
Für mich liegt es eher z.B. an der (Rolle der) sperrigen/ aggressiven weiblichen Kollegin selbst, dass sie ein wenig hölzern rüberkommt.

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