909: Kaltstart

Alles rund um die einzelnen Tatort-Folgen
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I814U2
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Re: 909: Kaltstart

Beitragvon I814U2 » Mi 30. Apr 2014, 09:18

schachi hat geschrieben:Außerdem habe ich mich nach ca. der Hälfte des Films kaum noch dafür interessiert, was nun die Auflösung sein könnte. Meine Frau hat nach 30 Minuten abgebrochen und bis zum Ende des Tatorts unsere Bügelwäsche erledigt.
Ist ja klasse, das ist ja mal wieder eine echte Steilvorlage. Könnte das ein gezielter Hinweis auf das durchschnittliche deutsche Rollenverhalten sein? Der Tatort ist so richtig mies. Männer bleiben dann mit ihrem Pils vor der Glotze hocken und die Frauen erledigen die Hausarbeit.
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Re: 909: Kaltstart

Beitragvon schachi » Mi 30. Apr 2014, 10:21

I814U2 hat geschrieben:
schachi hat geschrieben:Außerdem habe ich mich nach ca. der Hälfte des Films kaum noch dafür interessiert, was nun die Auflösung sein könnte. Meine Frau hat nach 30 Minuten abgebrochen und bis zum Ende des Tatorts unsere Bügelwäsche erledigt.
Ist ja klasse, das ist ja mal wieder eine echte Steilvorlage. Könnte das ein gezielter Hinweis auf das durchschnittliche deutsche Rollenverhalten sein? Der Tatort ist so richtig mies. Männer bleiben dann mit ihrem Pils vor der Glotze hocken und die Frauen erledigen die Hausarbeit.

Wer sich den Schuh anzieht... - Nein, es soll kein Hinweis auf irgendein Rollenverhalten sein. Nur darauf, dass zumindest meine Frau so intelligent ist und sich einer sinnvollen Tätigkeit widmet, bevor sie sich einen schlechten Tatort ansieht. Im Übrigen bügelt sie sehr gerne und ich trinke überhaupt keinen Alkohol. Soviel zum Rollenverhalten. Wenn meine Frau sich "Brothers & Sisters" ansieht - was mich so gar nicht interessiert - nehme ich auch gerne mal den Staubsauger zur Hand.
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Sonderlink
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Re: 909: Kaltstart

Beitragvon Sonderlink » Mi 30. Apr 2014, 13:40

I814U2 hat geschrieben: Ist ja klasse, das ist ja mal wieder eine echte Steilvorlage. Könnte das ein gezielter Hinweis auf das durchschnittliche deutsche Rollenverhalten sein? Der Tatort ist so richtig mies. Männer bleiben dann mit ihrem Pils vor der Glotze hocken und die Frauen erledigen die Hausarbeit.
:lol: :lol: :lol: Ha, ha habe mich gleich wiedererkannt.
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Re: 909: Kaltstart

Beitragvon Bulldogge » Mi 30. Apr 2014, 14:49

Hallo Allerseits,

ich lese hier seit ca. 1 Jahr mit und habe in der Rangliste als "Bulldogge" bislang 227 Tatorte bewertet. Jetzt habe ich mich auch im Forum angemeldet, damit ich gelegentlich meinen Senf dazugeben kann. :D

Was die Falke-Tatorte anbetrifft finde ich, dass diese von Folge zu Folge schwächer werden. Die erste Folge "Feuerteufel" fand ich sehr gelungen. Die zweite Folge "Mord auf Langeoog" hat mir schon weniger gefallen, und die dritte war für mich definitiv die bislang schwächste Falke-Folge.

Ich finde es auch etwas merkwürdig, wie die Figur Jan Katz bislang in jedem Falke-Tatort eingebaut wurde. In der ersten Folge ergab es noch einen Sinn (Versetzungsantrag gestellt). In der zweiten Folge war es schon ein wenig konstruiert, weil der Verdächtige sein Schwager war und Falke auch auf Langeoog Urlaub machte. In dieser Folge ermittelt Falke zufällig in Katz' neuem Tätigkeitsbereich. Was lassen sie sich für die nächste(n) Folge(n) einfallen? Wenn er in jeder Folge mitspielen soll, hätten sie ihn und Falke doch gleich als Ermittler-Duo aufbauen können.
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Re: 909: Kaltstart

Beitragvon Estland-Ute » Mi 30. Apr 2014, 16:25

Sonderlink hat geschrieben:
I814U2 hat geschrieben: Ist ja klasse, das ist ja mal wieder eine echte Steilvorlage. Könnte das ein gezielter Hinweis auf das durchschnittliche deutsche Rollenverhalten sein? Der Tatort ist so richtig mies. Männer bleiben dann mit ihrem Pils vor der Glotze hocken und die Frauen erledigen die Hausarbeit.
:lol: :lol: :lol: Ha, ha habe mich gleich wiedererkannt.
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Und ich habe einen klassischen tragischen Konflikt zu bewältigen: kein Bügeleisen, kein Pils im Haus und den neuen Tatort noch nicht gesehen, um zu wissen, wann ich ausschalte.

(kabbelt ruhig weiter :mrgreen: )
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Re: 909: Kaltstart

Beitragvon Tatort_Celerina » Mi 30. Apr 2014, 16:32

Carrera124 hat geschrieben:Ich bin bislang davon ausgegangen, dass der Tatort in erster Linie ein guter Krimi sein will
...genau! Und einen solchen habe ich letzten Sonntagabend durchaus gesehen. Er war vielleicht "anders", als man nach den ersten beiden Falke-Folgen hätte erwarten können, aber "anders" muss nicht "schlecht" bedeuten.

Carrera124 hat geschrieben:Und das war er für mich nicht, dafür gab es zu viele handwerkliche Mängel.
Was meinst du mit "handwerklichen Mängeln"? Es wäre schön, wenn du das präzisieren könntest. Die Punkte, die du aufzählst, haben nichts mit "Handwerk", sondern mit der "Handlung" zu tun. Gerade das Handwerkliche am Film hat mich beeindruckt: Die wirklich großartige Art, den Hafen in Szene zu setzen, besonders die Luftaufnahmen, die die schier unglaubliche und unsinnige Größes des Hafens bedeutlichen, war beeindruckend. Tolle Drehorte (z.B. die Villa, in der der Kongolese unterkam), spannende Kameraführung, gute Ausleuchtung (ich mag Nachtszenen, in denen trotzdem mit dem Licht gespielt wird und die nicht im Dunkeln verschwinden und durchaus gute schauspielerische Leistungen (ich nehme Möhring seine Wut-Trauer-Hilflosigkeit in Verbindung mit seiner schlechten Laune und seiner Unfähigkeit, diplomatisch aufzutreten, ab). Das sind für mich handwerkliche Aspekte. Und die sind - für mich! - sehr gelungen gewesen.

Carrera124 hat geschrieben:Gegen Experimente habe ich nichts, wenn man sich denn eingestehen kann dass sie gescheitert sind, anstatt sie um ihrer selbst Willen abzufeiern.
Und wer legt fest, ob sie gescheitert sind? Ich mache das nicht, du sicher auch nicht und - so toll sie auch sein mag - die Rangliste ebenfalls nicht. Ich denke, dass niemand das festlegen kann. Ich finde vielleicht Folgen schrecklich, die du genial findest... So ist es im Leben - und beim Tatort. Also entspannt bleiben... hier "feiert niemand was ab" und gescheitert ist m.E. auch nichts. Man kann schreiben, dass etwas Jemandem nicht gefällt, das ist mehr als legitim, aber man kann nicht für sich selber herausnehmen zu beuteilen, ob etwas gescheitert ist. ...zumindest nicht bei Kunst, Musik und Film. In anderen Bereichen, bei Wahlergebnissen von Parteien oder Fußballergebnissen im Sport, da mag das gehen, aber im künstlerischen Bereich ist dies nicht so eindeutig möglich.
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Re: 909: Kaltstart

Beitragvon Carrera124 » Mi 30. Apr 2014, 16:45

Tatort_Celerina hat geschrieben:Was meinst du mit "handwerklichen Mängeln"? Es wäre schön, wenn du das präzisieren könntest. Die Punkte, die du aufzählst, haben nichts mit "Handwerk", sondern mit der "Handlung" zu tun.

Auch die Handlung hat für mich handwerkliche Aspekte, wenn man es auf "Drehbuch schreiben" bzw. "Drehbuch lektorieren" herunterbricht.
Wenn die ursprüngliche Fragestellung irgendwann verlassen wird, wenn stattdessen zig neue Stränge aufgemacht werden, wenn davon diverse offen und unbeantwortet bleiben - dann sind das für mich handwerkliche Mängel im Drehbuch. Möglicherweise werden die offenen Fragen in der nächsten Falke-Folge geklärt - aber dann hätte man konsequenterweise einen Zweiteiler drehen sollen. Ich erwarte bei einem Tatort schon, dass am Ende keine Fragen offen bleiben.

Tatort_Celerina hat geschrieben: Und wer legt fest, ob sie gescheitert sind? Ich mache das nicht, du sicher auch nicht und - so toll sie auch sein mag - die Rangliste ebenfalls nicht. Ich denke, dass niemand das festlegen kann.

Ich denke, dass man die Rangliste hier durchaus heranziehen kann. Sie mag nicht die allumfassende Wahrheit aussagen, aber doch repräsentativ für eine Gruppe von TV-Zuschauern stehen, die regelmäßig und häufig Tatort-Folgen sehen, und mutmaßlich auch andere TV-Krimis. Und wenn dann nur 2 Tage nach Erstausstrahlung schon sehr viele Bewertungen vorliegen und die Position der Folge aber total im Keller der Rangliste ist, hat das schon eine Aussagekraft. Was abweichende positive Einzelerlebnisse wie Deines durchaus zulässt, aber in der Menge überwiegt halt die negative Wahrnehmung bei weitem.
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Re: 909: Kaltstart

Beitragvon Tatort_Celerina » Mi 30. Apr 2014, 18:34

Carrera124 hat geschrieben:Möglicherweise werden die offenen Fragen in der nächsten Falke-Folge geklärt - aber dann hätte man konsequenterweise einen Zweiteiler drehen sollen. Ich erwarte bei einem Tatort schon, dass am Ende keine Fragen offen bleiben.
Vom Grundsatz her erwarte ich das auch. Aber auch offene Enden können ihren Reiz haben (wie ich hier im Forum vor wenigen Tagen bei "Das Lederherz" bemerkte). Und wenn ich an die Dortmunder Folgen denke, die von Folge zu Folge hier im Forum besser ankamen, dann merkt man, dass es nicht zwingend Zwei- oder Mehrteiler sein müssen, die sogenannte "horizontale Erzählweise" (irgendwie ein blöder Begriff) kann auch über längere Pausen hinweg ihren Reiz haben.
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Re: 909: Kaltstart

Beitragvon Carrera124 » Mi 30. Apr 2014, 18:54

Tatort_Celerina hat geschrieben:Vom Grundsatz her erwarte ich das auch. Aber auch offene Enden können ihren Reiz haben (wie ich hier im Forum vor wenigen Tagen bei "Das Lederherz" bemerkte).

"Offene Fragen" sind für mich nicht das gleiche wie "offenes Ende". Wenn ich an die Kressin-Folgen denke, blieb das Ende auch meistens insoweit offen, als dass der Bösewicht Ivan Desny entkommen konnte. Aber aus der Handlung heraus blieben da keine Fragen offen, a la "wer hat nun..." oder "was war ...". Und letzteres ist mir bei den aktuellen Folgen wie "Kaltstart" mittlerweile entschieden zu oft der Fall. Möglicherweise ist das ein bewusst eingesetztes Stilmittel seitens des Drehbuchautors, für mich persönlich ist es unbefriedigender Pfusch. Denn es erscheint mir als leichter Ausweg, der als Notausgang oder bei Zeitmangel (um nicht zu sagen: Faulheit) gerne gewählt wird. Getreu dem Motto: wenn im Drehbuch ein Sachverhalt nicht vernünftig erklärt/aufgelöst werden kann, dann lässt man ihn - tata, Kaninchen aus dem Hut - einfach offen. Soll sich der Zuschauer doch denken was er will. Der Drehbuchschreiber spart sich Zeit und kann diesen Kniff sogar noch als "künstlerisch wertvoll" verkaufen. Wozu sich also mehr Mühe machen als nötig?

Tatort_Celerina hat geschrieben:Und wenn ich an die Dortmunder Folgen denke, die von Folge zu Folge hier im Forum besser ankamen, dann merkt man, dass es nicht zwingend Zwei- oder Mehrteiler sein müssen, die sogenannte "horizontale Erzählweise" (irgendwie ein blöder Begriff) kann auch über längere Pausen hinweg ihren Reiz haben.

Dann kommen wir aber nahe an den Bereich der Serie heran. Klar kann man nicht jede Folge wieder bei Null beginnen lassen, speziell die Figuren und ihre Beziehung untereinander entwickelt sich über mehrere Folgen hinweg weiter. Aber wenn das auf die erzählte Geschichte übergreift - also wenn man Folge A nur versteht wenn man auch Folge B sieht oder umgekehrt - dann ist das m.E. schlecht gemacht.
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Re: 909: Kaltstart

Beitragvon Estland-Ute » Mi 30. Apr 2014, 19:27

Carrera124 hat geschrieben:Aber wenn das auf die erzählte Geschichte übergreift - also wenn man Folge A nur versteht wenn man auch Folge B sieht oder umgekehrt - dann ist das m.E. schlecht gemacht.


So ging es übrigens meiner besseren Hälfte: er sah nur den 3. der Dortmunder und überhäufte mich anschließend mit Fragen.

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