897: Adams Alptraum

Alles rund um die einzelnen Tatort-Folgen
Trunks
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Re: 897: Adams Alptraum

Beitragvon Trunks » Mo 27. Jan 2014, 09:22

sintostyle hat geschrieben:Bis auf das Ende mit der mMn sehr unrealistischen Täterin ein guter Tatort. Aber die Staatsanwältin geht immer noch nicht. Setzt sich aus Unterwürfigkeit der Staatssekretärin gegenüber über einen richterlichen Beschluss hinweg... lächerlich. Die Frau gehört abgesetzt.



da muss ich dir recht geben, allerdings ist so zumindest die immer wieder geforderte realitätsnähe traurigerweise gegeben.
Thomas
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Schlabbertrainingshose wie einst die Jacke von Schimanski ?

Beitragvon Thomas » Mo 27. Jan 2014, 09:23

Gestern nachmittag hatte ich im Netz (web.de ?) eine Kritik überflogen. Überflogen weil ich keine Details wissen und mich überraschen lassen wollte. Diese Kritik war allerdings bereits derart vernichtend, dass ich schon befürchteten musste eine Bewertung unter 2,0 abzugeben. :( Im Hinterstübchen tanzten bereits Engelchen und Teufelchen auf meiner Schulter ( "wieder Qualität aus dem Saarland "erstmal bitte kein TO aus Saarbrücken mehr". ) Glücklicherweise kam es dann doch ganz anders :)

Stellbrink III wurde für mich zur besten Folge bisher. Schließlich wurde im Vorfeld angekündigt dass man sich die Anfangskritiken sich zu Herzen genommen hätte.
Was so aussah: Gummistiefel raus, Labbertrainingshose rein.

Meinem "mitessenden Auge" gefiel das gar nicht.Würde mich ein Kripobeamter verhören, würde ich zunächst einmal ungläubig auf dieses Beinkleid schauen. was in der Folge niemand machte. Im echten Leben haben auch Kripobeamte Kleidungsvorschriften. Lockerer als vor 20 Jahren, doch auch hier gibt es Richtlinien. Welche Stellbrink unterlief. Akso wieder nur die Ebene zwischen Comedy und Klamauk ? Was das angeht, sicher. Ansonsten: Glücklicherweise nicht. Nicht ganz.

Wobei auch viele Dialoge zwischen Stellbrink und Marx für mich nicht passten. Strellbrink noch immer bemüht den kleinen "Kaschperl Scherzkeks" ("gutausehender Mitvierziger") zu mimen. Marx parodiert als Gegenstück eine strenge Mutter die vergeblich versucht das ihr fremde Kind erwachsen zu bekommen "Da gehen wir jetzt nicht hin ... auf das Grundstück" ).

Der Täter / die Täterin war recht früh klar. Im Schwimmbad. Als sich die Tochter ( da hielt ich sie noch für die Freundin) so merkwürdig verhielt blibe eine Frage unbeantwortet. Und als sie später Ben abpasste ..da passt es. Also eine neue Form von Plot 2 ?

Nur das "Wie ?" fehlte noch. Dafür wurde ein mich beeindruckendes logisches Arrangement geschaffen.
> Tochter chattet mit Ben
-> Jonas, Bruder von Ben, setzt den Chat mit der Tochter fort
-> Tochter wird anzüglich
-> Tochter (eigentlich Vater) verabredet sich mit Jonas (eigentlich Ben)
-> Jonas startet den Flashmob und Tochter weiß von nichts :shock:


Volle Punktzahl. Zumal es leicht verständlich präsentiert wurde. Nur eine Frage: Woher wusste die Tochter welchen Forenaccount Ben hat ? :?: Bzw. in welchem Forum Ben aktiv war ? :?:


Letztlich dann doch wieder Puntkabzug bei der Logik: Sie steht ca. 10 Meter über und ca. 50 m weit entfernt hinter einer Mauer. Ben steigt in ein Auto dessen Motor noch läuft und sie kann jedes Wort von dort hören ? :) .

Und es geht weiter: Sie klappert also alle Campingplätze im Saarland ab ( Hallo ? :lol: ) und findet die beiden. Für das Drehbuch. Spontan fällt mir gar nicht ein wie sie darauf kommen konnte dass es Jonas war :idea: . Wir Zuschauer denken es ist wieder die Horde mit den schwarzen Lederhansdschuhen und der Eisenstange ... letztlich war es dann nur das kleine zierliche Mädchen welches die beiden Jungs angriff und den großen Jungen verprügelte. Naaa ja. :roll:


Teamarbeit ? Was die Staatsanwältin mal wieder verbockte ( ein No Go das Comedy-Gespräch mit der Staatssekretärin - vor so vielen Zeugen kann sich das niemand leisten) holte Horst für das Team wieder aus. Ich denke es war völlig richtig Hartmut Volle hier zu behalten. Ein Anreiz für Menzel und Leipzig ?

Die Schlussszene hat dann leider wieder vieles kaputt gemacht. Alle sind in höchter Alarmbereitschaft - wie naiv muss ich da sein zu denken dass ich nicht verfolgt werden kann ? :roll:
Das war wieder Kaschperltheater als wir Zuschauer schon riefen "Kaschperl - hinter dir - das Krokodiiiilll!"

Gut die diversen Botschaften in der Folge. Dass Medien und der Mensch manchmal "nicht nett" sind, das wussten wir schon vorher. Wie sehr die Anonymität des Internets dies potenzieren kann, war auch nicht allzu neu. Es derart qualifiziert in Erinnerung zu rufen, das hat mir am Sonntag abend gefallen.

Summa summarum bleiben 6,0 Punkte übrig.
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KiGaZw
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Re: 897: Adams Alptraum

Beitragvon KiGaZw » Mo 27. Jan 2014, 10:04

So, jetzt ich. Hallo zusammen!

Ich kann mich leider den guten Noten hier nicht anschließen. Ich dachte gestern oft "Langweilig" und diese ewigen doppelten Erklärereien (wohl für die Leute die nebenbei Twittern) gehen mir gehörig auf die Nerven. Dann noch diese CSI-Polizeiwache und der für diese Folge leider weichgespülte Charakter der Hauptakteure. Ganz furchtbar auch dieser "Horst".

Nein, das mag ich nicht.

"Täterin" war von den ersten Minuten an für mich klar. Dann das ganze Getue, wie oben bereits von Thomas und einigen anderen gut beschrieben.

Ein Ärgernis für mich, enttäuschte 3/10 von mir. Schade, ich mochte den Gummistiefel-Charakter der inkonsequent nun nicht mehr das ist, was mich ursprünglich faszinierte.
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Re: 897: Adams Alptraum

Beitragvon MordZumSonntag » Mo 27. Jan 2014, 11:37

Vom Anspruch her fan ich den Tatort richtig gut: es wurden viele aktuelle Themen behandelt:

* Internet/Anonymität/virtuelle Identität
* hohe Gewaltbereitschaft
* Rufmord
* Pädophilie
* gescheiterte Ehe/Folgen der Kinder

Diese Themen wirkten auch nicht aufgesetzt sondern passten recht gut zum Fall. Der Fall hatte also durchaus Potential.
Positiv fand ich zudem, dass Stellbrink seine Rolle als Kasperl-Kommissar ablegen durfte und nun seriöser rüberkommt. Moped und Jogginghose halt noch, naja, mich stört es nicht.

Leider gab es einige Punkte, die ich recht störend fand:
* Nebengeschichte Stellbrinks Sohn (hätte man einfach weglassen können)
* Staatsanwältin: ihre Präsenz wurde ja offensichtlich ordentlich reduziert, etwa einmal auf eine kurze Sprachrolle. Gerade aber die Szene, als sie Stellbrink nach dessen Verhör zur Rede stellte, war amateurhaft ohne Ende.
* Krankenhausszene, wo der wachhabende Polizist mal kurz nicht aufpasst, ist leider sowas von vorhersehbar und alles andere als neu
* Warum nimmt Stellbrink nach der Lockvogel-Aktion den Bus? Wusste der Flashmob, dass Stellbrink den Bus nehmen wird? Falls nein, warum waren die dann plötzlich an der Haltestelle? Falls ja, warum wurde dann die Aktion abgeblasen? Warum steigt Stellbrink nicht einfach in den Transporter ein? Man hätte die Flashmob-Szene ja während der Aktion machen können, ohne Spannung zu verlieren.
* Warum war sofort klar, dass 9 Prügler bereits am ersten Fall beteiligt waren? Die waren ja vermummt. Haben die ein Geständnis abgelegt?
* Die Erklärung am Ende war wirklich für Dumme. Die hätten nur dann Sinn gemacht, wenn der Zuschauer die Szenen vorher nicht gekannt hätte.
* Warum macht die Tochter auch nach der Prügelattacke mit den "Kinderficker"-Sprüchen weiter?
* Warum hat der Vater des Downsyndrom-Jungen diesem eine falsche Story in den Mund gelegt und den Schwimmlehrer dann angezeigt? Welcher Motiv hatte er?
* Von der Lockvogel-Aktion mal abgesehen ein eher spannungsarmer Fall.

Aufgrund des hohen Anspruchs, der im Film vermittelt wurde, gibt es dann doch noch 6 Punkte an Stellbrink.
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Re: Schlabbertrainingshose wie einst die Jacke von Schimansk

Beitragvon Roter Affe » Mo 27. Jan 2014, 12:08

Thomas hat geschrieben:Und es geht weiter: Sie klappert also alle Campingplätze im Saarland ab ( Hallo ? :lol: ) und findet die beiden.


Das war der Lokalkolorit, jetzt weiß man wie klein das Saarland wirklich ist! :lol:

Im Ernst, ich hatte genau die gleichen Kritikpunkte wie Du.
Grüßla aus dem Tatortreifen Franken!

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Re: 897: Adams Alptraum

Beitragvon TROTAT » Mo 27. Jan 2014, 14:28

Für mich ist es am wichtigsten,von einer TATORT-Folge unterhalten zu werden.Dies hat Ermittler Stellbrink bei MIR zumindest,auch schon in seinen zwei Fällen zuvor gemacht!Die Kritik dafür fiel für mich unverständlicher Weise ziemlich mies aus.
Warum darf es nicht auch einen Komödien-TATORT zum schmunzeln oder ablachen geben?
Aufgrund dieser schlechten Kritik,hat man nun angefangen,am Profil des Kommissars zu drehen.Im Vorfeld hatte ich nun böses zu befürchten-aber ich wurde trotzdem positiv überrascht!Was mir an Komik und Humor fehlte,wurde diesmal durch Spannung und einem hochinteressanten Fall ersetzt.
Am Ende hätte ich es allerdings als logischer empfunden,wenn sich nicht die Tochter,sondern die Ex-Frau als ADAM entpuppt hätte!
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Re: 897: Adams Alptraum

Beitragvon SpiderRico » Mo 27. Jan 2014, 14:31

Das Saarland hat ca. 18 Campingplätze.
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Re: 897: Adams Alptraum

Beitragvon Speedy » Mo 27. Jan 2014, 15:29

Hallo

Also mir gefiel der Tatort nicht.
Ich habe immer auf die Uhr gesehen und gedacht, die Zeit vergeht ja überhaupt nicht.
Schlimm war das Stellbrink die ganze Zeit diese Turnhose an hatte, also bitte was soll das denn sein.
Die Staatsanwältin - Grauenhaft, aber irgendwie auch Glaubwürdig - ruft bei ihr ein Bekannter an wird das Gesetz verbogen, unfassbar da zu diesem Zeitpunkt klar war das eine Vernehmung zwingend ist. Am Schluss nach der göttlichen Schnellheilung wurden Fakten zusammengeworfen wie aus dem nichts, alles wurde so erklärt wie es eben am besten passte.
Story hätte schon Potenzial gehabt, aber bei diesen Kommissar, nein Danke - wo ist Kappl und Deininger?
4 Punkte

Gruss Speedy
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Re: 897: Adams Alptraum

Beitragvon Winston_C » Mo 27. Jan 2014, 18:35

MordZumSonntag hat geschrieben:* Warum macht die Tochter auch nach der Prügelattacke mit den "Kinderficker"-Sprüchen weiter?

Die Tochter hat nie "Kinderficker"-Sprüche lanziert, sie wollte ein Gerücht in die Welt setzen, hat aber nie solch derbe Worte gebraucht. Die Sache hatte sich verselbstständigt.

MordZumSonntag hat geschrieben:* Warum hat der Vater des Downsyndrom-Jungen diesem eine falsche Story in den Mund gelegt und den Schwimmlehrer dann angezeigt? Welcher Motiv hatte er?

Der Vater hatte Angst und hat den Jungen unbeabsichtigt beeinflusst, indem er ihn fragte, ob der Trainer ihn am Pimmelmann berührt hätte. Offensichtlich war er dabei so eindringlich, dass der Junge spürte, dass der Vater diese Antwort hören "wollte". Das erzählte er dann ja auch Stellbrink. Er hatte es gesagt, weil es seinen Papa "glücklich" machte. Ich nehme an, dass deshalb auch ein Trisomie-21-Kind gewählt wurde, weil man dem sowohl die Offenheit wie auch die Arglosigkeit gegenüber einer solchen Aussage eher zutrauen würde.
mk1188
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Re: 897: Adams Alptraum

Beitragvon mk1188 » Mo 27. Jan 2014, 22:06

Kritik zur aktuellen Tatort-Kritik

„9,5 Millionen sehen misslungenen Saar-Tatort“ (Tatort-Blog.de). Dies ist noch eine der harmloseren Überschriften zu den zahlreichen (Vorab-) Kritiken, die einen im Internet, in der Tageszeitung und in Zeitschriften aktuell geradezu überrollen.

Seit die Quoten des Tatorts in den letzten Jahren stetig angestiegen ist, fühlen sich sämtliche Blogs und politische Magazine genötigt von sogenannten „TV-Experten“ Vorabkritiken zu veröffentlichen. Ein mehr oder weniger mit der deutschen Krimilandschaft bewanderter Kritiker, der früher meist Theaterkritiken verfasst hat, teilt einem wenige Tage vor der Erstausstrahlung seine Meinung zur aktuellen Folge mit. Jetzt könnte man sagen, man muss sie ja nicht lesen, wenn man unvoreingenommen den neusten Krimi aus den ARD-Anstalten genießen und sich eine eigene Meinung bilden möchte. Vor ein paar Jahren war das noch möglich, indem man die Programmseite mit den kleinen Kritiken zum tagesaktuellen Programm in der Tageszeitung überblättert hat. Doch diese Zeiten sind vorbei. Ein Blick in die Spiegel-App oder auf Facebook und schon muss man zahlreiche Überschriften verschiedener Kritiken lesen, wie im Beispiel oben erwähnt. Das meist „knallharte“ Fazit zu den noch nicht gesendeten Tatorten wird einem aufdringlich präsentiert, ob man nun will oder nicht. Ich bin ein Mensch, der nicht nur anderen Menschen sondern auch Filmen und ja auch Tatorten unvoreingenommen eine Chance geben will. Damit bin ich bisher immer gut gefahren.

Ich habe grundsätzlich nichts gegen Kritiken, doch kommt es mir in letzter Zeit so vor, als würde einer vom anderen abschreiben. Wenn nicht sogar Foreneinträge als Vorlage so mancher Kritik dienen. Darf es sein, dass man Stammtischgespräche blind als Urteil übernimmt? Vielleicht ist meine Kritik jetzt auch etwas zu hart. Aber dem Eindruck konnte ich mich nicht erwehren. Es gibt Teams wie Batic und Leitmayer aus München (Bayerischer Rundfunk) die seit 1989 zahlreiche Höhepunkte aber auch einige schwache Folgen der Reihe geliefert haben. Doch das wird akzeptiert, weil man weiß sie können auch anders. Und perfekt kann es nicht immer werden, bei so verschiedenen menschlichen Konstellationen bei der Produktion der Folgen. Warum geben die Medien dem neuen Saar-Tatort keine Chance sich zu entwickeln? Gerade einmal drei Folgen wurden gesendet. Die ersten beiden waren wahrlich keine Höhepunkte, aber das Team hat Potential. Die dritte Folge hat einen Teil davon schon ausgeschöpft. Das kann man auch anhand von Bewertungen und Äußerungen in Foren lesen. Die Meinung ist da ziemlich geteilt. Die Kritikermeinungen dagegen nicht. Sie haben den Tatort größtenteils schon im Voraus verrissen. Ich finde das schade, wenn es aus das Recht eines jeden Kritikers ist. Doch ich frage mich, welchen Hintergrund manche der Kritiker haben. Den Tatort muss man immer im Kontext der ganzen Reihe, mit seinen zahlreichen Ermittlern sehen die seit 1970 aufgetreten sind. Der Tatort soll verschiedene Geschmäcker bedienen und auch Experimente sollen erlaubt sein. Gefährlich wird es erst, wenn Verantwortliche in der ARD zu sehr auf diese Kritiken eingehen und nur die populistischen, negativ verfassen beachten und danach handeln. Denn dann gerät die Vielfalt, für das der Tatort steht, in Gefahr.

Um Missverständnissen vorzubeugen, es geht mir hier um die „professionellen“ Kritiker, nicht um Zuschauer die ihre Meinung, nachdem sie den Tatort gesehen haben, in Foren kundtun.

Aus Liebe zum Tatort.

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