429: Martinsfeuer

Alles rund um die einzelnen Tatort-Folgen
cappucino317
Beiträge: 542
Registriert: Mi 9. Jan 2008, 19:16
Wohnort: Reutlingen

429: Martinsfeuer

Beitragvon cappucino317 » Sa 14. Nov 2009, 21:23

Ich fand die Folge sehr gelungen vorallem da sie sich in einer Wohngegend abgespielt hat wie man sie in fast jeder Stadt finden kann.
Alte Häuser und Aggressive Menschen sehr realistisch
Aber
Was man sich hätte sparen können war die Story mit dem "Sexmonster"
schliesslich war es ja kein Sexuallverbrechen.

komisch fand ich die Blutschrift das passt nun ganz und gar nicht zu einem Mädchen in desen Alter.

Was passiert aber jetzt in so einem Fall klar das Mädchen ist nicht Strafmündig
aber lässt man sie einfach wieder Nachhause tut als wär nix passiert ?
tatort der beste krimi allerzeiten
Hewitt81
Beiträge: 68
Registriert: Fr 12. Jun 2009, 19:26

Re: 429: Martinsfeuer

Beitragvon Hewitt81 » Sa 14. Nov 2009, 22:19

Also ich fand die Folge nicht so gut. Trotzdem die Folge sehr gut besetzt war. Für mich blieben auch noch Fragen unbeantwortet. Was geschah mit den Mädchen? Alles etwas verwirrend.

5/10
Benutzeravatar
Tatort_Celerina
Beiträge: 1164
Registriert: Mo 29. Dez 2008, 09:22
Wohnort: Köln

Re: 429: Martinsfeuer

Beitragvon Tatort_Celerina » So 15. Nov 2009, 08:54

Ich fand die Folge sehr spannend, mit einem überraschendem Ende. Schön fand ich das Szenenbild: diese Siedlung und die Bewohner der Siedlung. Alles realistisch.

Gestört hat mich, dass einige Kinder immer mit den außerirdischen Empfangsantennen rumliefen. Normalerweise würde man für sowas "Kloppe" bekommen.

Schenk hat mich in der Folge genervt, Ballauf hingegen beeindruckt: Wie er mit dem Tod seiner Mutter umgeht passt zu seinem Charakter als "einsamer Wolf".

Insgesamt eine gelungene Folge, mit realistischen, ungeschminkten Charakteren, die Hoffnungslosigkeit und Sehnsucht vereinen, dazu eine spannende und unerwartete Aufklärung.

Ein kleiner Nebenpunkt: Ich habe mich gefreut, die Eisenbahnunterführung zu sehen: Hier im Film war eine Bushaltestelle hier angebracht, an der der "Mann mit dem Koffer" stand. In Wirklichkeit ist diese Unterführung noch beeindruckender: Fünf Eisenbahnbrücken direkt hintereinander, nur ein Spalt Tageslicht fällt zwischen den Brücken hindurch. Ziemlich beängstigend, man ist froh, wenn man da durch ist, auch wenn man klaustrophobisch veranlagt ist.

Der beste Spruch der Folge war der von Lissi über die "Mann mit dem Koffer": Sie sagte "Das Mann hat einfach nur einen ganz normalen Hau!"
Mein 975. Tatort:
Tatort Wien
Die Faust
mit Oberstleutnant Eisner und Majorin Fellner
Benutzeravatar
Admiral
Beiträge: 257
Registriert: Fr 1. Feb 2008, 00:29
Wohnort: Eckernförde
Kontaktdaten:

Re: 429: Martinsfeuer

Beitragvon Admiral » So 15. Nov 2009, 10:25

Das Potenzial der guten Besetzung wurde in diesem Tatort leider nicht abgerufen, bis auf eine Ausnahme: Natalia Wörner.
Ich war von ihrer Darstellung einer Kinderpsychologin sehr beeindruckt. Auch das sie und Ballauf sich näher kamen fand ich gelungen, wenn auch überraschend. Ich hab jetzt noch die verblüfften Gesichter von Schenk und Lissy vor Augen, als Ballauf ihnen erzählte, seine Mutter sei gerade beerdigt worden. Beide hatten davon keine Ahnung, und Frau Vera Furthwängler war sogar zu ihrer Beerdigung anwesend, schon komisch.

Insegsamt bin ich jedoch enttäuscht, insbesondere von der Auslegung der Charaktere. Alle kaputt, keine "normalen" Menschen dabei, selbst die Kinder waren mir zu schräg.
Benutzeravatar
Sigi
Beiträge: 1223
Registriert: Di 17. Apr 2007, 05:24
Wohnort: NDS

Re: 429: Martinsfeuer

Beitragvon Sigi » Di 17. Nov 2009, 12:59

Eine äußerst gelungene Milieustudie und hervorragende Darstellung des sozialen Brennpunkts. Auch ich finde, dass man den agierenden Schauspielern ihre Rollen 100%ig abnehmen konnte. Bedrückend und erschütternd auch die Auflösung und das Tatmotiv: "...weil man sich da um einen kümmert." Der Nebenstrang mit Ballaufs verstorbener Mutter passte gut in die trübe Stimmung des gesamten Tatorts.

Die Auflösung und die Herleitung des Tatmotivs werten diesen Tatort für mich jedoch ab.
Denn:
cappucino317 hat geschrieben:[...] komisch fand ich die Blutschrift das passt nun ganz und gar nicht zu einem Mädchen in desen Alter. [...]

... und zu ihrem Motiv: Vernachlässigung durch die Eltern und Hoffen auf Besserung im Himmel. Die Ankündigung von weiteren Taten und das auch noch mit der kriminellen Energie der Vertuschung des wahren Schreiberlings durch das Benutzen der falschen Hand zum Schreiben überzeugt mich in diesem Zusammenhang nicht.

Von daher kann ich mich nur zu 6,5 Punkten durchringen.
Es grüßt

der Sigi
Tronka
Beiträge: 258
Registriert: Di 13. Okt 2009, 11:00

Re: 429: Martinsfeuer

Beitragvon Tronka » Di 17. Nov 2009, 15:21

Sigi hat geschrieben:... und zu ihrem Motiv: Vernachlässigung durch die Eltern und Hoffen auf Besserung im Himmel. Die Ankündigung von weiteren Taten und das auch noch mit der kriminellen Energie der Vertuschung des wahren Schreiberlings durch das Benutzen der falschen Hand zum Schreiben überzeugt mich in diesem Zusammenhang nicht.



ich persönlich finde auch, daß an dieser Stelle sehr verkürzt wurde. Immerhin gab es ja bereits eine Kinderpsychologin im Film, da hätte man ja eine kurze Nachbesprechung noch unterbringen können. Denn IMHO war das Mädchen psychisch sehr schwer gestört, evtl. sogar schizophren. Ähnlich wie es dieser David war aus Waco oder die Anführer anderer Weltraum-Erlösungs-Selbstmordsekten. Die waren ja alle auch mal jung.... In dem Zusammenhang kann ich mir schon vorstellen, daß Marion in einer schizoiden Phase die Hände abwechselnd zum Schreiben benutzt hat - das könnte ja auch Ausdruck des inneren Kampfes zwischen ihrem "normalen" und dem "kranken" Ich gewesen sein. So erkläre ich mir zumindest ihr Verhalten und hätte mir gewünscht, eine derartige oder ähnliche Erklärung "vorgekaut" zu bekommen.

Ansonsten fand ich den Tatort von seiner Stimmung her hervorragend - er hat mich selbst einige Zeit nach dem Ansehen nicht losgelassen. Und gottseidank blieb die Rolle der Medien diesmal ausgeklammert - nicht auszudenken, was da für ein Druck reingeraten wäre, das hätte die ganze Geschichte im Nu pulverisiert.
Bekki
Beiträge: 39
Registriert: Mi 23. Sep 2009, 16:26

Re: 429: Martinsfeuer

Beitragvon Bekki » Mi 18. Nov 2009, 10:40

Ein wirklich richtig guter Tatort.
Die gesellschaftlichen Verhältnisse wurden sehr glaubhaft und realistisch dargestellt, besonders die Probleme der Kinder.
Dass es das Mädchen wirklich selbst gewesen ist, habe ich sehr lange nicht vermutet.
Dass sie etwas wusste, war ja klar, aber so.
Das einzige, was mir seltsam anmutete, war dieser Spruch an der Schulwand: "Ich komme wieder im Licht".
Versteht ein Mädchen von - wie alt war Marion ungefähr - vielleicht 9, schon eine solche Metaphorik?
Und aus welchem Grund gerade der Martinszug?
Dieses komplex rationale Handeln, erscheint mir für ein Mädchen in diesem Alter doch unwahrscheinlich.
Aber bis auf die Auflösung ein wirklich Spitzen-Tatort.
Benutzeravatar
Trolliver
Beiträge: 356
Registriert: Di 10. Jan 2012, 23:47
Wohnort: Oldenburg

Re: 429: Martinsfeuer

Beitragvon Trolliver » Do 14. Feb 2013, 21:11

Ich fand den Film auch beeindruckender als ich von der reinen Inhaltsangabe gedacht hätte. Solch ein Milieu ist schwer zu ertragen, wenn man selbst damit nicht in Berührung kommt. Ich habe früher mal Post ausgetragen und habe in solch einer Gegend (ja, selbst im beschaulichen Oldenburg gibt es das, das wußte ich zuvor auch nicht) unter übelster Beschimpfung Schläge angedroht gekriegt, falls ich den Scheck nicht dabei hätte. Die genauen Worte gebe ich nicht wieder, das würde sicher sofort gelöscht.

Wenn ich alte Ballaufs sehe, fällt mir immer auf, wie sehr mir Anna Loos in der Rolle der Lissy gefällt. Auch Ballauf gefiel mir in jenen Jahren meist (nicht immer) besser als in letzter Zeit - ich mag ihn aber immer noch.

Kinder, die sich so ausdrücken, sind allerdings schon häufiger anzutreffen, bzw. zu hören, sie halten ja nicht gerade hinterm Berg mit ihrer Ausdrucksweise.

Ich habe nicht ganz verstanden, warum Mirko das Geschenk von Ballauf in den Mülleimer geknallt hat. Fühlte er sich verraten, weil Maria durch seine Aussage gefaßt wurde?

Maria wiederum hätte ich auf 11 geschätzt, da wäre ihre ausgefuchste Vorgehensweise für mich kein Widerspruch. Ein paar nähere Erläuterungen hätte ich jedoch auch gern gehabt.

Natalia Wörner gehört nicht zu meinen Lieblingsschauspielerinnen, doch hier fand ich sie auch eher gut.

Insgesamt ein spannender, für einen Tatort nachhaltiger Film.

Oliver
Elder Statesman
Beiträge: 518
Registriert: Sa 22. Aug 2009, 08:15

Re: 429: Martinsfeuer

Beitragvon Elder Statesman » Fr 15. Feb 2013, 21:48

Hab die Wdh auch gesehen. Da fiel mir wieder ein, was für grandiose Tatorte einmal aus Köln kamen! Um die Jahrtausendwende waren Schenk/Ballauf definitiv am besten.

Ein sehr berührender Tatort, realistisch, ohne Sozialkitsch, mit tollen glaubwürdigen Schauspielern.
das-schaf
Beiträge: 9
Registriert: Fr 15. Feb 2013, 18:07
Wohnort: Bremen

Re: 429: Martinsfeuer

Beitragvon das-schaf » Di 30. Apr 2013, 17:48

Trolliver hat geschrieben:Ich fand den Film auch beeindruckender als ich von der reinen Inhaltsangabe gedacht hätte. Solch ein Milieu ist schwer zu ertragen, wenn man selbst damit nicht in Berührung kommt. Ich habe früher mal Post ausgetragen und habe in solch einer Gegend (ja, selbst im beschaulichen Oldenburg gibt es das, das wußte ich zuvor auch nicht) unter übelster Beschimpfung Schläge angedroht gekriegt, falls ich den Scheck nicht dabei hätte. Die genauen Worte gebe ich nicht wieder, das würde sicher sofort gelöscht.


Kennedyviertel? Oder wo?

Zurück zu „Die Folgen“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 2 Gäste