328: Schuld

Alles rund um die einzelnen Polizeiruf-Folgen
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Sigi
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Re: 328: Schuld

Beitragvon Sigi » Mi 2. Mai 2012, 05:40

rilanja hat geschrieben:[...] Was ich nicht verstehe: Wenn der Mord 12 Jahre her ist, dann war das 2000. Damals konnte man doch schon genetische Fingerabdrücke machen. Wieso hat man die Flasche nur auf normale Fingerabdrücke untersucht? Und wieso konnte die Flasche eigentlich eindeutig als Tatwaffe identifiziert werden? Wenn keine Fingerabdrücke drauf zu finden waren, haben sie die Flasche doch sicher abgewischt und damit auch Blutspuren entfernt?

Ich habe es so verstanden, dass der Xaver nicht durch Fingerabdrücke oder Blutspuren identifiziert worden ist - denn das hat man sicherlich naheliegend schon 2000 überprüft, weswegen er mangels eindeutiger Beweise freigesprochen wurde - sondern durch den Inhalt der Flasche. Man hat sich jetzt der Neige in der Flasche angenommen oder zumindest dem angetrockneten Rest und hat festgestellt, dass Xaver daraus getrunken hat und somit am Tatort gewesen sein muss, bevor Anton mit der Flasche erschlagen wurde.

cappucino317 hat geschrieben:[...] Aber genau genommen doch eher komisch.
Xaver war kurz nachdem Mord schon mit einem Bein im Knast kommt fast wie durch ein Wunder um eine Strafe herum
und 12 Jahre später kommt die Polizei ( unabbhängig ob Schwägerin oder nicht ) und meint plötzlich Xaver sei der Mörder und von da an hasst ihn das ganze Dorf von einer Sekunde auf die andere Sekunde.
Oder seh ich das falsch ?

Na ja, der Prozess vor 12 Jahren war wohl für die Bewohner ziemlich nervenaufreibend, weil die Mehrheit Xaver für den Täter hielt, was ja auch durch den "überraschenden" Freispruch dokumentiert wurde. Anschließend ging es für Xaver ins Dorfleben zurück. Er hatte offenbar über viele Jahre mit den "Anfeindungen" der Dorfbewohner zu leben, die nicht an seine Unschuld glauben wollten. Demzufolge sagte Vater Burnhauser bei der Verlobungsfeier auch sinngemäß: Lasst uns die alten Zeiten vergessen und bei Null anfangen!

Auch für mich ein klasse Fall, der nahtlos an das hohe Niveau der ersten beiden von Meuffels anknüpfen konnte.
Es grüßt

der Sigi
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Erdgenasi
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Re: 328: Schuld

Beitragvon Erdgenasi » Mi 2. Mai 2012, 06:45

Hallo Zusammen,

Und wieder mal was aus der Kategorie "Kurz und knapp":
Gut, aber nicht herausragend. 'Schuld' kommt an die vorherigen beiden von Meuffels nicht heran. Dennoch gute und spannende Unterhaltung.
In Punkten: 8/10

viele Grüße

Erdgenasi
Mit besonderer Sympathie zu den Tatorten: Bodensee und Münster
Der Parkstudent
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Re: 328: Schuld

Beitragvon Der Parkstudent » Sa 5. Mai 2012, 13:45

Diese Folge erinnert stark an den ORF-Tatort "Der Teufel vom Berg" und ist auch abgesehen von dieser Paralelle ein typischer Dorf-Krimi (von der Stange), der mich als solcher nicht überzeugen konnte!

Daher wundert es mich ein bisschen, dass hier bisher durchweg in so hohen Tönen von diesem Krimi gesprochen wird.
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Trolliver
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Re: 328: Schuld

Beitragvon Trolliver » Mi 30. Mai 2012, 13:35

Mein Fazit fällt unentschieden aus. Den Fall finde ich nachvollziehbar und gut gespielt, die Gemengelage in einem Dorf, wo jeder mit jedem um ein oder mehrere Ecken verwandt ist, auch.

Matthias Brandt ist seit einigen Jahren in deutschen Fernsehproduktionen allgegenwärtig. Nicht zu meiner Freude. Manchmal hat er mir schon gefallen, meist jedoch weniger, ich bin auch in dieser Rolle nicht von seinen schauspielerischen Qualtitäten überzeugt.

Das machte diesmal aber fast nichts, da seine Leistung von seiner Assistentin noch "getoppt" wurde: was Anna Maria Sturm hier abgeliefert hat, kann ich mir nur durch das Drehbuch erklären, wenn ich das mit ihrer Darstellung im Tatort "Nie wieder frei sein" vergleiche, liegen für mich Welten dazwischen.

Die Dialektsituation im Oberbayerischen fand ich gut, wenn auch bisweilen übertrieben, wiedergegeben. Die Arroganz der Münchner kommt in den Dörfern ja schon nicht gut an, doch wenn ein adliger Preuße sich ins Hinterland verirrt, schalten sie auf stur.
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Purzelito
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Re: 328: Schuld

Beitragvon Purzelito » Sa 27. Jan 2018, 15:39

Ein als Heimatfilm daher kommender PolRuf, der alles andere als kitschig oder banal ist. Das Thema "Nicht zweimal in derselben Sache / ne bis in idem" ist ebenso ungewöhnlich wie das archaische Leben und Denken der Dörfler. Diese Unverstelltheit hat ihren Reiz und gibt dem Film die Spannung von Anfang an.

Anna Burnhauser schehrt sich weder um Konventionen noch um den Familienfrieden. Wie eine Bombe schlägt sie in ihrem Dorf ein und sucht die Aufklärung einer nicht geahndeten Straftat. Im Grunde hat sie nichts zu verlieren - einmal weg, für immer weg aus der Gemeinschaft.

Sehr schade, dass Anna Maria Sturm diese Rolle frühzeitig aufgegeben hat.

Von Meuffels als adliger Preusse in Bayern stösst hier an seine ermittlerischen Grenzen.

Die letzte Szene ist ergfreifend gut gespielt.

Einer der besten MeuffelsPolRufe aus München.

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