328: Schuld

Alles rund um die einzelnen Polizeiruf-Folgen
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Heinz
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328: Schuld

Beitragvon Heinz » Sa 24. Mär 2012, 09:12

Bayerischer Rundfunk

Fernsehfilm Deutschland 2012
Stereo / Videotext / Audiodeskription / High Definition

Erstendung: 29. April 2012
20:15 im Ersten und auf ORF2
21:45 und 23:45 auf EinsFestival

Besetzung:
Hanns von Meuffels - Matthias Brandt
Anna Burnhauser - Anna Maria Sturm
Xaver - Daniel Christensen
Kati - Barbara Bauer
Rosa - Sarah Lavinia Schmidbauer
Max - Michael Grimm
Wirt - Andreas Giebel
Mutter - Doris Buchrucker
Vater - Fred Stillkrauth
Benny - Peter Dehnert
Pförtner - Siggi Zimmerschied
Andi - Moritz Katzmair
Anton - Martin Liema
Pfarrer - Maximilian Krückl
und andere

Stab:
Musik: Hans Wiedemann
Kamera: Christian Rein
Buch Stefan Kolditz
Regie: Hans Steinbichler
Redaktion: Cornelia Ackers

Xaver Edlinger wurde vor vielen Jahren des Mordes angeklagt und dann frei gesprochen. Er bleibt frei, obwohl ein neues Analyseverfahren seine Schuld beweist. Von Meuffels und Anna Burnhauser geraten in die besondere Situation, einen Mörder zu schützen.

Kommissar Hanns von Meuffel verschlägt es aufs Land - dahin, wo seine Assistentin Anna Burnhauser her kommt: in ein kleines Dorf an den Rand der Bayerischen Alpen. Dort ist vor vielen Jahren ein Mord passiert, doch der Beschuldigte Xaver Edlinger wurde damals aus Mangel an Beweisen frei gesprochen. Jetzt gibt es neue Erkenntnisse und Xaver Edlinger soll plötzlich doch der Mörder sein.
Aber er kann nicht angeklagt werden: Der Rechtsgrundsatz „Ne bis in idem / Nicht zweimal in der gleichen Sache" verbietet ein erneutes Verfahren, wenn schon einmal ein Freispruch ergangen ist. Es sei denn, der Mörder gesteht seine Tat oder eine andere Person hat einen Meineid geleistet.
So bleibt der Schuldige ein freier Mann. Aber die Bewohner des Dorfes wollen Gerechtigkeit und drohen mit Selbstjustiz. Sie versuchen, Xaver Edlinger in ihre Gewalt zu bringen und ein Geständnis zu erzwingen.

Von Meuffels gerät in die schwierige Lage, einen Mörder vor der Rache des eigenen Dorfes schützen zu müssen.
"Die Literatur ist tot, das Theater ist tot, die Lyrik ist tot - es gibt nur noch Filme. Die Musik röchelt noch, weil man sie für den Soundtrack braucht." (Stephen Fry)
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Re: 328: Schuld

Beitragvon (Tat)ortimOsten » So 29. Apr 2012, 20:34

Nach Ostern hat man wohl bei der ARD die Qualitätswochen am Sonntagabend ausgerufen. Schon wieder ein packender Krimi, der unkonventionelle Wege geht. Und vor allem ist der Film, auch wenn vor einer anderen Kulisse, hoch brisant, wenn man an die Lynch-Justiz gegen einen 17-jährigen (ist doch unfassbar) in Emden denkt.

Von seinem Stil, von der Geschichte (vielleicht hat man 1 oder 2 Klischees zuviel bedient) fand ich das gelungen. Brandts "Baron" Von Meuffels hat mir richtig gut gefallen, Sturms Burnhauser war mir zu aufgekratzt. Bis zum sehr traurigen Ableben von Frau Klein fand ich die Beziehung zwischen Kommissar und Hund sehr zum Lachen. "Frau Klein?" :lol:

Aber ich denke 180 Minuten Bayerisch für Anfänger in einer Woche sind ausreichend für das Jahr. 8,5/10.
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Heinz
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Re: 328: Schuld

Beitragvon Heinz » Mo 30. Apr 2012, 09:26

Noch nicht gesehen, nur so viel:
(Tat)ortimOsten hat geschrieben:Aber ich denke 180 Minuten Bayerisch für Anfänger in einer Woche sind ausreichend für das Jahr.

Pass bloß auf, dass du mit solchen Äußerungen niemandem auf den Schlips trittst, wenn du hier den Allgäuer Dialekt als "Bayerisch" bezeichnest. :lol: Das war Allgäuerisch.

Klugscheißmodus: Die Sprache, die du meinst, heißt Bairisch.
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Re: 328: Schuld

Beitragvon Paul Gründel » Mo 30. Apr 2012, 10:27

Jaja, der "Mord an Frau Klein", so hätte die Folge auch heißen können. Das wirft natürlich zwei Fragen auf:

1. Welcher der "Dorfhenker" wird jetzt wegen Sachbeschädigung angeklagt? Oder bleibt dieser Fall unaufgeklärt?
2. Werden jetzt jede Woche im Sonntags-Krimi Tiere niedergemetzelt? Vielleicht wird nächste Woche beim Abschied von Batu mal ne Horde Lämmer geschächtet?

Bei dem Fall wusste ich schon nach 5 Minuten, wer der Täter war! :lol: :roll:

Ansonsten war die Sache zuweilen etwas pathetisch und es wurde viel gebrüllt (wie von Meuffels nach der eigenmächtigen Verhaftung von Edlinger seine Assistentin zusammengefaltet hat, Jungejunge!), spannend wars aber zumeist trotzdem, mit viel stimmigem ländlichem Lokalkolorit. :)

Insgesamt gebe ich der Folge 7,5 Punkte.
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Re: 328: Schuld

Beitragvon spidy » Mo 30. Apr 2012, 12:33

Alles in allem: sehr gut! Filmsprachlich wurden die großen Bergfilme zitiert, inhaltlich die Frage nach der moralischen Verantwortung überzeugend behandelt. Vielleicht war die Archaik ein wenig überzeichnet, vielleicht der Junge etwas zu überlegt und einsichtsvoll angelegt. Beeindruckt hat mich aber, wie die innere Not und die Verstrickungen nachvollziehbar wurden.
Also von mir die Höchstwertung mit geringen Abzügen.

@Heinz: Rosenheim liegt nun wahrlich nicht im Allgäu sondern in Oberbayern, und man redet dort folglich bayerisch (oder bairisch) - wie auch im Film.
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Re: 328: Schuld

Beitragvon Heinz » Mo 30. Apr 2012, 12:47

spidy hat geschrieben:@Heinz: Rosenheim liegt nun wahrlich nicht im Allgäu sondern in Oberbayern, und man redet dort folglich bayerisch (oder bairisch) - wie auch im Film.


Oh, Missverständnis.

Also, um das mal aufzudröseln:

(Tat)OrtimOsten hat geschrieben:Aber ich denke 180 Minuten Bayerisch für Anfänger in einer Woche sind ausreichend für das Jahr.

...und das war wohl eine Anspielung darauf, dass am Donnerstag der Kluftinger kam und nun der PolRuf aus Oberbayern. Ich wollte genau darauf hinaus, dass man bei Kluftinger eben kein Bairisch hörte, sondern eben Allgäuerisch. Ich wollte nie behaupten, dass in Oberbayern Allgäuerisch gesprochen würde.

So, bairisch, finnisch, sächsisch - ich will jetzt endlich den Polizeiruf sehen! Hoffemtlich klappt das heute abend...
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Re: 328: Schuld

Beitragvon (Tat)ortimOsten » Mo 30. Apr 2012, 14:43

Heinz hat geschrieben:Noch nicht gesehen, nur so viel:
(Tat)ortimOsten hat geschrieben:Aber ich denke 180 Minuten Bayerisch für Anfänger in einer Woche sind ausreichend für das Jahr.

Pass bloß auf, dass du mit solchen Äußerungen niemandem auf den Schlips trittst, wenn du hier den Allgäuer Dialekt als "Bayerisch" bezeichnest. :lol: Das war Allgäuerisch.

Klugscheißmodus: Die Sprache, die du meinst, heißt Bairisch.


Es wird einem auch nicht einfach gemacht. 8-)
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Re: 328: Schuld

Beitragvon rilanja » Mo 30. Apr 2012, 14:57

Wobei natürlich "Bairisch" alle bairischen Dialekte umfasst, somit Allgäuerisch und Oberbairisch strafrei zusammen gefasst werden dürfen ;)

Allerdings darf man nie den Kardinalfehler begehen und einen Allgäuer als Bayern bezeichnen. Da können wir "grantig" werden... :D


Zum Polizeiruf: Dass der Hund dran glauben musste, fand ich doof. Ich dachte, der würde eingeführt, damit wir auch mal mehr von Meuffels Familie erfahren, wenn er den Hund beim Vater abliefert o.ä.

Was ich nicht verstehe: Wenn der Mord 12 Jahre her ist, dann war das 2000. Damals konnte man doch schon genetische Fingerabdrücke machen. Wieso hat man die Flasche nur auf normale Fingerabdrücke untersucht? Und wieso konnte die Flasche eigentlich eindeutig als Tatwaffe identifiziert werden? Wenn keine Fingerabdrücke drauf zu finden waren, haben sie die Flasche doch sicher abgewischt und damit auch Blutspuren entfernt?
Das Leben ist ein Irrenhaus und nur mit einem Lächeln zu ertragen.
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Re: 328: Schuld

Beitragvon cappucino317 » Mo 30. Apr 2012, 19:32

Raus aufs Land solche Krimis gefallen mir wo die Ermittler "ihre Straßen" mal verlassen.
Eine Intressante Konstullation dadurch das ein Ermittler dem Umfeld nahe stand und dazu ein gar
tragisches Ergebnis am Ende zumindest Aus Sicht des Jungen.

Aber genau genommen doch eher komisch.
Xaver war kurz nachdem Mord schon mit einem Bein im Knast kommt fast wie durch ein Wunder um eine Strafe herum
und 12 Jahre später kommt die Polizei ( unabbhängig ob Schwägerin oder nicht ) und meint plötzlich Xaver sei der Mörder und von da an hasst ihn das ganze Dorf von einer Sekunde auf die andere Sekunde.
Oder seh ich das falsch ?
tatort der beste krimi allerzeiten
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Re: 328: Schuld

Beitragvon Paul Gründel » Di 1. Mai 2012, 18:27

cappucino317 hat geschrieben:Raus aufs Land solche Krimis gefallen mir wo die Ermittler "ihre Straßen" mal verlassen.


Dem stimme ich voll und ganz zu, wenn die "Stadtpflanzen" zum Ermitteln in die Provinz dürfen/müssen, dann ergeben sich zumeist sehr reizvolle Konstellationen. Auch beim Tatort hatten wir das ja schon oft, häufig bei Stoever/Brockmöller, aber auch z.B. Batic/Leitmayr, Dellwo, Ritter/Stark, Bienzle oder Ballauf/Schenk durften schon auf dem Lande kriminalisieren. In der Mehrzahl der Fälle war das dann auch für den Zuschauer eine gelungene Abwechslung vom üblichen Büromief der Großstadt. 8-)
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