Haferkamp-Drehorte

Alles über Drehorte der Tatort-Folgen
beno1975
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Re: Haferkamp-Drehorte

Beitragvon beno1975 » So 7. Feb 2016, 14:09

So habe mir gerade die Szene noch mal angesehen. Davor verlässt Frau Rosenkötter die Autobahn und steigt eine Wendeltreppe hinunter. Das ist die A40 in DU Homberg Brückenstrasse. Und in diesem Bereich zwischen Brückenstraße und Moerserstraße muss dieses Lokal wohl gelegen haben. ;)
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Tatort_Celerina
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Re: Haferkamp-Drehorte

Beitragvon Tatort_Celerina » Di 15. Aug 2017, 06:29

Vor ein paar Tagen habe ich den knapp 40 Jahre alten Tatort "Schönes Wochenende" gesehen. Die Kommissare Haferkamp und (später) Kreutzer fahren darin nach Enke. "Das liegt bei Lüdenscheid", sagt Haferkamp. Doch während ich den Film schaue, erkenne ich, dass Enke in Wirklichkeit die Stadt Blankenberg im Rhein-Sieg-Kreis bei Hennef ist. Die Stadt Blankenberg ist heute ein Stadtteil von Hennef, darf aber den Titel "Stadt" noch tragen. Ein Blick hier ins Forum ergab, dass diese Information über den Drehort bereits hier bekannt war. Ich habe mich dennoch mit der Kamera aufgemacht und versucht, die Drehorte ausfindig zu machen und neu zu fotografieren. Es hat Spaß gemacht, mit Ausdrucken aus dem Film durch die historische Stadt zu laufen und die genauen Perspektiven zu finden.

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Ein Lieferwagen der Firma "Röder's Mühle" fährt die kurvenreiche Straße nach Enke bei Lüdenscheid hoch.

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Und so sieht es heute in Blankenberg aus. Die Bäume sind etwas größer, die Leitplanke ist erneuert worden, aber ansonsten hat sich nicht viel verändert.

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Nun fährt der Lieferwagen nach Enke hinein.

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Der untere Stadtturm von Blankenberg steht - natürlich - noch an der selben Stelle, ist aber im Vergleich zu damals etwas zugewachsen.

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Haferkamp fährt mit seinem blauen Audi nach Enke hinein.

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Die Hauswand des linken Gebäudes ist verschiefert und der große Baum vor dem mittleren Gebäude ist verschwunden. Ansonsten hat sich nicht viel verändert, sogar das Fenster oben rechts beim rechten Gebäude steht noch schräg, so wie vor 40 Jahren!

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"Röder's Mühle" sagt "Herzlich Willkommen" in Enke.

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Dieselbe Ecke heute. Die dicken Bäume von damals, die seinerzeit sogar mitten in der Fahrbahn/Einmündung standen, wurden wohl mittlerweile gefällt, aber die jungen, neuen Bäume sind auch schon gut gewachsen.

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Haferkamp fährt hinauf in Richtung des Dorfplatzes von Enke.

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Auch heute fährt ein Audi dieselbe Stelle hinauf. Sogar das Geländer rechts unten ist so erhalten, wie es vor 40 Jahren im Tatort aussah, nur dass die Terrasse heute nicht mehr als Parkplatz genutzt wird. Dafür ist auf der anderen Straßenseite eine Mauer hochgezogen worden.

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Haferkamp sitzt mit seiner Ex-Frau Ingrid in einem Hotel beim Frühstück. Im Fenster ist der Burgturm einer alten Burg zu erkennen.

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Ich habe das Hotel gefunden. Es wird heute umgebaut, hier entstehen Privatwohnungen. Da es eine Baustelle war, gab es niemanden, bei dem ich hätte klingeln können. Aber ich konnte durch ein Fenster hindurch fotografieren und den Blick erhaschen, den Haferkamp und seine Ex-Frau damals hatten.

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Haferkamp verlässt Ingrid und seinen Kollegen Kreutzer. Im Hintergrund ist der alte Stadtturm zu erkennen.

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Hinter diesen Mauern muss der alte Frühstücksraum gewesen sein.

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Hier reist Kreutzer seinem Chef nach und fährt nach Enke hinein.

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Alles ist noch so erhalten, wie damals: Der Brunnen, die Fenster, das Garagentor.

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Hier fährt Kreutzer auf den kleinen Dorfplatz. Man beachte die Treppe rechts unten und die steinernen Pfeiler des Geländers.

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Die Treppe ist noch da, die steinernen Pfeiler ebenso. Nur vom Rest ist nicht viel zu erkennen, nicht, weil es nicht mehr da wäre, sondern weil es einfach zugewachsen ist.

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Der Lieferwagen der Firma "Röders Mühle" fährt durch die engen Gassen von Enke.

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Alles ist genau wie vor vierzig Jahren. Sogar das Treppengeländer ist noch im Original erhalten.

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Hier verfolgen die Kommissare in ihrem blauen Audi den Lieferwagen von "Röder's Mühle".

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Und so sieht es heute an derselben Stelle aus. Durchfahren kann man nicht mehr, die Straße ist am Ende mit Pollern abgesperrt. - Dies war das letzte Foto meiner kleinen Fotosafari!
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Re: Haferkamp-Drehorte

Beitragvon Herr_Bu » Di 15. Aug 2017, 15:36

Hallo Tatort-Celerina,
schönen Dank für die Zusammenstellung der Drehorte und der heutigen Situationen - sehr interessant! Ich hatte mich beim Ansehen gefragt, wo dieser markante Turm steht, jetzt weiß ich es. Nochmals Dank dafür. Hennef-Blankenberg ist aber schon ein ganz schönes Stück von Essen entfernt.
Grüße Herr_Bu
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Re: Haferkamp-Drehorte

Beitragvon Elder Statesman » Di 15. Aug 2017, 20:36

Sehr schön. Bin selbst hin und wieder dort, das ist nicht weit von mir. Die gesamte Location sieht - bis auf die Bäume - tatsächlich aus wie in dem Tatort 1980. Das liegt daran, dass Stadt Blankenberg in Gänze unter Denkmalschutz steht. Das Hotel Korff, das im Film auftaucht, hieß übrigens tatsächlich so. Es ist seit weiner Weile geschlossen. Wie oben beschrieben, wird es zurzeit zu einem Wohnhaus umgebaut. Das Motiv "Röders Mühle" ist allerdings nicht in Blankenberg.

Aber es ist schon interessant, dass dieser Ort als Motiv "Enke in Westfalen" ausgewählt wurde. Sonst wurde ja in Essen oder in München gedreht bzw im näheren Umfeld.
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Re: Haferkamp-Drehorte

Beitragvon Tatort_Celerina » Mi 16. Aug 2017, 19:24

Ich freue mich, dass euch meine Bilder und die Gegenüberstellung gefällt!

Herr_Bu hat geschrieben:Hennef-Blankenberg ist aber schon ein ganz schönes Stück von Essen entfernt.

Elder Statesman hat geschrieben:Aber es ist schon interessant, dass dieser Ort als Motiv "Enke in Westfalen" ausgewählt wurde. Sonst wurde ja in Essen oder in München gedreht bzw im näheren Umfeld.

Ja, es überrascht, dass man so weit von Essen dreht, zumal es ja auch andere Fachwerkstädtchen in näherer Umgebung von Essen gibt (z.B. Hattingen). Aber vielleicht lag es daran, dass man eben ein kleines Fachwerkstädtchen UND ein Hotel brauchte, das man - auch wegen des Festes - für einige Zeit komplett in Beschlag nehmen konnte. Und so ist man dann wahrscheinlich hier fündig geworden.

Im Tatort-Fundus heißt es:
Tatort-Fundus hat geschrieben:Drehort: Essen und Umgebung, München

Vielleicht könnte man - wenn es nicht zu viel Aufwand sein sollte, zwischen "Umgebung" und "München" noch "Hennef" oder genauer "Hennef-Stadt Blankenberg" ergänzen, denn - wie gesagt - das ist alles andere als Essener Umgebung.
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Re: Haferkamp-Drehorte

Beitragvon heinzklett » Fr 18. Aug 2017, 13:26

bin neu hier.

als jahrgang 69 habe ich sicher damals schon live diverse haferkamp-tatorte gesehen. habe sie aber in den letzten jahren noch mal auf youtube komplett angeschaut. zt mehrfach. und, ohne dieses forum zu kennen, habe ich auch angefangen, die drehorte zu suchen.

ich bin überrascht über die expertise und den aufwand, mit dem das hier betrieben wird und frage mich bei mir und euch: warum?
bei mir ist es melancholie. und tatsächlich eine art haferkamp-verehrung.

warum mag man ihn so?

felmy selbst mochte das ja alles zum schluss gar nicht mehr.

der m.e. beste haferkamp-taort überhaupt ist "das mädchen von gegenüber", dessen drehorte ich heute über google nachvollzogen habe.
das völlig verrückte ist, dass felmy diesen fantastischen film nicht ausstehen konnte (ist sicher bekannt).

evtl. wissen eben regisseure besser was für schauspiler gut ist, als sie selbst.

sein "dann kann ich eben nix" am ende, im fahlen neonlicht der telefonzelle, haut mich um, dann die einsetzende musik, schließlich das tatort-fadenkreuz.

hat sich noich mal was getan bei der suche nach der tankstelle beim fantasieort "suddenrath"? soll ja in bayern sein.
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Re: Haferkamp-Drehorte

Beitragvon Tatort_Celerina » Fr 18. Aug 2017, 21:27

heinzklett hat geschrieben:bin neu hier.
Herzlich Willkommen!

heinzklett hat geschrieben:ich bin überrascht über die expertise und den aufwand, mit dem das hier betrieben wird und frage mich bei mir und euch: warum?
Warum? Bei mir war es das erste Mal, dass ich mich auf "Drehort-Safari" begeben habe. Es war die Mischung aus Liebe zu alten Tatort-Folgen und der Bekanntheit eines Ortes in der näheren Nachbarschaft.

Ich mag es sehr, wenn man - meistens in Kölner Tatorten, aber auch in denen aus Münster und Dortmund, die größtenteils in Köln gedreht werden - Drehorte sieht, die man aus der Realität kennt. Die Bilder aus dem alten Haferkamp-Tatort haben bei mir einen "Schnitzeljagd-Reflex" ausgelöst, den Wunsch, sich auf die Suche zu begeben und zu schauen, wie sehr es sich in knapp 50 Jahren verändert hat. Ich denke, so geht es den anderen hier auch, die sich - vor allem in diesem Thread - auf die Suche begeben haben.
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Re: Haferkamp-Drehorte

Beitragvon Carrera124 » Fr 18. Aug 2017, 22:23

Sehr interessante Fotos, vielen Dank!
Kunst kommt von können, nicht von wollen. Sonst würde es Wunst heißen.
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Re: Haferkamp-Drehorte

Beitragvon siegfried1 » So 10. Sep 2017, 16:32

heinzklett hat geschrieben:bin neu hier.

als jahrgang 69 habe ich sicher damals schon live diverse haferkamp-tatorte gesehen. habe sie aber in den letzten jahren noch mal auf youtube komplett angeschaut. zt mehrfach. und, ohne dieses forum zu kennen, habe ich auch angefangen, die drehorte zu suchen.

ich bin überrascht über die expertise und den aufwand, mit dem das hier betrieben wird und frage mich bei mir und euch: warum?
bei mir ist es melancholie. und tatsächlich eine art haferkamp-verehrung.

warum mag man ihn so?

felmy selbst mochte das ja alles zum schluss gar nicht mehr.

der m.e. beste haferkamp-taort überhaupt ist "das mädchen von gegenüber", dessen drehorte ich heute über google nachvollzogen habe.
das völlig verrückte ist, dass felmy diesen fantastischen film nicht ausstehen konnte (ist sicher bekannt).

evtl. wissen eben regisseure besser was für schauspiler gut ist, als sie selbst.

sein "dann kann ich eben nix" am ende, im fahlen neonlicht der telefonzelle, haut mich um, dann die einsetzende musik, schließlich das tatort-fadenkreuz.

hat sich noich mal was getan bei der suche nach der tankstelle beim fantasieort "suddenrath"? soll ja in bayern sein.


@ Hallo heinzklett

Ich verehre den Haferkamp überhaupt nicht, den Kommissar den ich verehre ist Götz George als Hauptkommissar Schimanski.

Und der Tatort: " Das Mädchen von gegenüber " ist mir gewissermassen zu schwach, da fand ich den Tatort: " Fortuna III " um einiges besser.
Immerhin kommt dort der Haferkamp mehr Zugang zum Jungen, der sich auch wie hier ein wenig störrisch zeigt.
Aber Haferkamp hätte am Schluss wirklich den Eltern sagen sollen, dass sich ihr Sohn das Leben genommen hat, und nicht
einfach vorbeiläuft, ohne Gruss und nichts.

Sonst sind die Haferkamp-Tatorte eher mau, und nicht sehr viel Spannung vorhanden.
Loreleycamper
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Re: Haferkamp-Drehorte

Beitragvon Loreleycamper » Di 12. Sep 2017, 08:16

Herzlichen Dank , tolle Gegenüberstellung der Drehplätze damals – heute!
Dabei war ich selbst wiederholt vor Ort, hatte aber nie den Tatort „Schönes Wochenende“ im Sinn.

Bei den Szenen aus dem Großmarkt fühlte ich mich immer an den „C&C“ in München-Pasing erinnert (war als Kind öfter dort), aber die Aufnahmen stammen ja wohl aus dem Markt im Münchner Osten. Wahrscheinlich sehen sich diese Großmärkte einfach nur zu ähnlich.

Eine Diskussion Haferkamp vs. Schimanski halte ich im Übrigen an dieser Stelle für unnötig.

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