Der Faux-pas Thread

Der Tatort zum Schmunzeln
Kitsch
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Re: Der Faux-pas Thread

Beitragvon Kitsch » Mi 28. Dez 2011, 18:05

Bei "Im Fadenkreuz" drückt Gloria, obwohl schon im obersten Stockwerk, beim Wiedereintritt in den Aufzug nochmal auf die oberste Lampe, welche dann auch zu leuchten beginnt. Eigentlich müsste sie ja auf "E" oder "U" o. ä. drücken.
Winston_C
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Re: Der Faux-pas Thread

Beitragvon Winston_C » Fr 30. Dez 2011, 22:26

Einige Beobachtungen aus der Gerichtsmedizin (vorwiegend aus Münster, weil ich vorerst nur diese Folgen vollständig kenne):

- Der Gerichtsmediziner ist vielfach ein Universalgenie, der nicht nur die Obduktion alleine durchführt, sondern auch DNA-Tests, toxikologische Test, histologische Befunde und sonstiges, was realiter von anderen Abteilungen erledigt wird. Das Aufschneiden bzw. -sägen der Leiche übernimmt in der Regel ein Obduktionsassistent, ebenso die Herausnahme und das Wägen der inneren Organe. Der Mediziner wirft "nur" seinen Kennerblick darauf.

- In den paar Szenen, an denen sich die Gerichtsmediziner und allfällige Assistenten an Leichen zu schaffen machen, liegt die Leiche meist großteils züchtig bedeckt da. Geöffnet ist mir auch noch kein Leichnam untergekommen (was zugegebenermaßen ein etwas heftiger Anblick ist und einen guten Maskenbildner erfordert).

- Die Leichen sehen großteils friedlich und sauber aus. Bestenfalls gibt es mal leichte Verfärbungen, kaum richtige Leichenflecken oder gar Verwesungsmerkmale zu sehen. Von Insektenbefall u. dgl. ganz zu schweigen.

- Gerichtsmediziner im Tatort sind rund um die Uhr verfügbar und schieben regelmäßig Wochenenddienste. Gleiches muss auch für das gesamte Team gelten, denn ein Gerichtsmediziner allein kann keine komplette Obduktion inkl. Toxikologie durchführen. Es kann schon mal vorkommen, dass bei ganz besonders medienwirksamen Fällen Überstunden geschoben werden, aber die Regel ist das sicher nicht. Auch forensisches Personal hat Feierabend.

Das was mich aber am allermeisten stört:
- Gerne griffelt der Gerichtsmediziner und/oder Assistent am Leichnam herum, um anschließend mit denselben Händen (also, ohne die Handschuhe zu wechseln) einen Alltagsgegenstand anzufassen. Z.B. Alberich, die in der ersten Münster-Folge die Leiche befingert, um kurz darauf dem Professor sein Handy zu reichen. Das ist unhygienisch hoch zehn und wäre nichtmal in einem normalen Labor denkbar, geschweige denn an der Gerichtsmedizin. Und ja, ich weiß, dass dort mitunter mit Vorschriften oft sehr nachlässig umgegangen wird, aber HIV oder Hepatitis will sich dann doch keiner holen.
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Re: Der Faux-pas Thread

Beitragvon Tatort_Celerina » Mi 18. Jan 2012, 17:04

In "Oskar" hat Rudi Fromm einen anderen Vornamen. Als er die Begrüßungsparty für Charlotte Sänger verlässt, läuft ihm eine Bedienung nach und bringt ihm den Mantel. Dabei ruft sie ihn "Werner" (oder "Walter"? ...zumindest nicht "Rudi").
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Re: Der Faux-pas Thread

Beitragvon sintostyle » Mi 18. Jan 2012, 18:45

Tatort_Celerina hat geschrieben:In "Oskar" hat Rudi Fromm einen anderen Vornamen. Als er die Begrüßungsparty für Charlotte Sänger verlässt, läuft ihm eine Bedienung nach und bringt ihm den Mantel. Dabei ruft sie ihn "Werner" (oder "Walter"? ...zumindest nicht "Rudi").


ist mir gestern auch aufgefallen...
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Re: Der Faux-pas Thread

Beitragvon @chim » Mi 18. Jan 2012, 21:38

"Dein Mantel, Werner!"
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Re: Der Faux-pas Thread

Beitragvon cappucino317 » Fr 20. Jan 2012, 17:56

er hat wohl sotief ins Glas geschaut das es gar nicht auffiel ;)
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Re: Der Faux-pas Thread

Beitragvon Estland-Ute » Di 14. Feb 2012, 19:24

Ich habe vor wenigen Tagen "Tango für Borowski" angesehen und mich natürlich über die ganzen Finnland-Klischees halbtot gelacht (ich lebe in Estland, also gleich um die Ecke).

Borowski kann dank Mitternachtssonne nicht schlafen - findet gegen Ende des Films aber in der völligen Dunkelheit diesen "Tanz-Tempel".

Außerdem ist es völlig unrealistisch, daß keiner auch nur ansatzweise nach den in diesen Gefilden unzählig vorkommenden Stechinsekten wedelt. Haben die da erst einmal alles mit DDT vergiftet? So gute Selbstbeherrschung hat auch ein Schauspieler nicht...
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Re: Der Faux-pas Thread

Beitragvon Susanne » Fr 25. Mai 2012, 14:38

Zu spidy 3.4.2009 -> "Professor Boerne lebt in einer sehr harmonischen Beziehung!"
:shock:

"Mit sich selbst."

:lol:
Zitat Thiel Folge "Hinkebein" Sek 15.
Susanne
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Re: Der Faux-pas Thread

Beitragvon Susanne » Fr 25. Mai 2012, 14:52

Zu Winston_C, 31.12.2011 -> Jan Josef Liefers hat tatsächlich einen der besten Pathologen bzw. Rechtsmediziner bzw. Forensiker Europas als Berater zur Seite. Hab ich mal ne Doku zu gesehen! Hochgradig interessant, was dieser (echte) Mensch alles weiß & rekonstruiert!
:geek:
Prof. Boerne ist freischaffender Pathologe bzw. Rechtsmediziner bzw. Forensiker (wenn man einer der ganz "Schlauen" ist, kann man diese Bereiche miteinander verbinden, so bei Prof. Dr. Boerne (deshalb auch gleich mehrere Titel, man kann durchaus in einem dieser Berufsfelder arbeiten, ohne einen Titel zu haben, in seinem Fall ist dies aber eine gute & realistische Kombi -wenn auch selten, bissle "verrückt like genie" muss man schon sein!). Er arbeitet sowohl für die Rechtsmedizin, als auch für die Universität und ebenso in freiem Auftrag. Somit ist er tatsächlich der geregelten Arbeitszeiten entbunden!

Diese Info habe ich aus dem echten Leben, ja- da fährt der Herr Gerichtsmediziner auch einen Jaguar, ja- er ist zu allen Tages- und Nachtzeiten zu erreichen (wehe man benachrichtigt ihn nicht sofort :mrgreen:) , wie das allerdings mit den nachgesagten Beziehungen zu den jungen Studentinnen/Assistentinnen aussieht, das weiß ich nun nicht. Meiner Meinung nach hat einer in solchem Berufsstand eher eine sehr intime und intensive Beziehung mit sich selbst ;o) Auch da sind die Münsteraner sehr nah an der Realität :lol:

Soweit ich weiß, gibt es bei der Münsteraner Serie das ungeschriebene Gesetz, dass die Toten nicht sonderlich zersetzt dargestellt werden. Entweder blass oder gleich Knochen. Hat wohl der Herr Liefers mal mit entscheiden dürfen!
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Re: Der Faux-pas Thread

Beitragvon Sigi » Do 21. Jun 2012, 11:40

In Riedmüller, Vorname Sigi (181) erhält Autohändler Eichstätt viele Bündel Geldscheine mit Banderolen für ein verkauftes Auto. Als er die Geldbündel zusammenschiebt, liegt ein Bündel auf dem Kopf, welches er schnell umdreht. Dabei sieht man, dass der letzte Schein auf der Rückseite komplett weiß ist, womit offensichtlich wird, dass innerhalb der Banderole nur der erste Schein tatsächlich ein Geldschein ist.

Sicherlich ist es nicht üblich, in einem Spielfilm alle Scheine als Geldscheine darzustellen, wenn es nicht notwendig ist. Aber der Zuschauer sollte das nicht mitbekommen. Insofern: Faux-pas!
Es grüßt

der Sigi

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