Wie entsteht denn DEINE Bewertung ?

Alles rund um die Rangliste
Benutzeravatar
Gnädinger
Beiträge: 86
Registriert: Di 20. Mai 2008, 11:11
Wohnort: Schweiz

Re: Wie entsteht denn DEINE Bewertung ?

Beitragvon Gnädinger » Fr 3. Apr 2009, 14:26

Knipperdolling hat geschrieben:Ich glaube, ein generelles Problem ist das Bezugssystem bei der Bewertung:
Man kann ja entweder versuchen, nur auf die TATORT-Reihe bezogen zu werten (bester TATORT: 10, schlechtester 0, alles andere wird dazwischen eingeordnet), oder man wertet in Beziehung zu externen Dingen, also z. B. zu TV-Krimis allgemein oder gar Filmen allgemein. Dann verschieben sich die Wertungen natürlich


Die andere Welt des Films lässt sich natürlich nicht ganz ausschliessen. Ich versuche aber schon die einzelnen Tatort-Beiträge im Kontext der Tatort-Reihe zu bewerten.

Wobei dann wieder die Schwierigkeit besteht, wie will man die Unterschiede zwischen den Tatorten der frühen Jahren mit den heutigen Produktion abgleichen. Erzählform und filmische Umsetzung haben sich stark verändert. Also, kommt's halt doch aufs Bauchgefühl und Intuition an. Oder wie macht ihr das?
Gruss
Gnädinger
Benutzeravatar
Sickboy
Beiträge: 666
Registriert: Fr 8. Apr 2005, 15:56
Wohnort: Berlin

Re: Wie entsteht denn DEINE Bewertung ?

Beitragvon Sickboy » Fr 3. Apr 2009, 16:09

(Tat)ortimOsten hat geschrieben:Ich habe gerade noch mal Excel angeschmissen nd mir den tatsächlichen Durchschnitt anzeigen lassen.
Der liegt derzeit bei 6,53337. (Quelle: http://www.tatort-fundus.de/web/ranglis ... punkt.html)

Also wäre 6,5 Tatort-Durchschnitt.

Es gibt User, die fast alle Tatorte bewertet haben und auf einen Schnitt von 4,1 Punkten kommen. Da frage ich mich, warum der- oder diejenige sich das antut und sich nicht ein anderes Hobby sucht.

Ich tendiere eher dazu, großzügig zu bewerten (Schnitt 6,54), denn wenn ich den Großteil der Folgen unterdurchschnittlich finden würde, würde ich mir in der Tat was anderes suchen. Nein, eher ist es so, dass ich den Großteil der Folgen in Relation zum Rest des deutschen Fernsehens deutlich überdurchschnittlich finde und das schlägt sich auch in meinem Bewertungsdurchschnitt wieder. Der Tatort ist eben eine qualitativ überdurchschnittliche Sendung.
Don't wrestle with pigs - you both get dirty but the pig likes it.
Der Parkstudent
Beiträge: 407
Registriert: Do 27. Mär 2008, 15:06
Wohnort: Westwestfalen

Re: Wie entsteht denn DEINE Bewertung ?

Beitragvon Der Parkstudent » Fr 3. Apr 2009, 16:43

Meine Bewertung entsteht einerseits durch den Gesamteindruck, andererseits betrachte ich meine Bewertungen anderer Folgen und überlege, wo ich die zu bewertende Folge am besten einordnen kann.

Um ein wenig mehr Objektivität ins Spiel zu bringen, berwerte ich neue Folgen meistens erst, nachdem ich eine Wiederholung der entsprechenden Episode gesehen habe. Bei Wiederholungen alter Folgen bewerte ich immer sofort, da dort die Aussichten auf eine baldige erneute Wiederholung ziemlich schlecht sind.

Eine Nullwertung habe ich noch nie vergeben. So schlecht kann einfach kein Film sein. Irgendwelche, wenn auch nur klitzekleine, positive Aspekte finden sich immer. Da müsste schon ein schwarzer Bildschirm oder ein Testbild als Tatort verkauft werden, um 0,0 Punkte zu rechtfertigen.

Auch wenn absolute Perfektion auch nicht möglich ist, habe ich meinem Lieblingstatort, der meiner Meinung nach unübertrefflich ist, die volle Punktzahl gegeben, der zweitbeste hat "nur noch" 9,5.
9er-Wertungen gibt es bei mir nur eine Handvoll. Tatorte im 8er-Bereich sind aber noch sehr gut, 7er gut, 6er mittelmäßig, 5er noch halbwegs brauchbar, 4er ziemlich schwach, aber nicht vollkommen misslungen, 3er sind schon sehr schlecht und unterhalb der 3,0-Marke gibt es ebenfalls nur eine Handvoll Tatort-Folgen.
Schwammerl
Beiträge: 710
Registriert: Mi 21. Mai 2008, 13:28

Re: Wie entsteht denn DEINE Bewertung ?

Beitragvon Schwammerl » Fr 3. Apr 2009, 16:50

Sickboy hat geschrieben:
(Tat)ortimOsten hat geschrieben:Ich habe gerade noch mal Excel angeschmissen nd mir den tatsächlichen Durchschnitt anzeigen lassen.
Der liegt derzeit bei 6,53337. (Quelle: http://www.tatort-fundus.de/web/ranglis ... punkt.html)

Also wäre 6,5 Tatort-Durchschnitt.

Es gibt User, die fast alle Tatorte bewertet haben und auf einen Schnitt von 4,1 Punkten kommen. Da frage ich mich, warum der- oder diejenige sich das antut und sich nicht ein anderes Hobby sucht.

Ich tendiere eher dazu, großzügig zu bewerten (Schnitt 6,54), denn wenn ich den Großteil der Folgen unterdurchschnittlich finden würde, würde ich mir in der Tat was anderes suchen. Nein, eher ist es so, dass ich den Großteil der Folgen in Relation zum Rest des deutschen Fernsehens deutlich überdurchschnittlich finde und das schlägt sich auch in meinem Bewertungsdurchschnitt wieder. Der Tatort ist eben eine qualitativ überdurchschnittliche Sendung.


WürdeWilliam Jones aus Walesmitbewerten, käme er sicherlich nur auf folgenden Durchschnitt:

3,1415926535897932384626433832795028841971693993751058209749445923078164062862089986280348253421170679 ...

;-)
(Tat)ortimOsten
Beiträge: 1634
Registriert: Mo 29. Dez 2008, 21:32

Re: Wie entsteht denn DEINE Bewertung ?

Beitragvon (Tat)ortimOsten » Sa 4. Apr 2009, 08:42

Sickboy hat geschrieben:Ich tendiere eher dazu, großzügig zu bewerten (Schnitt 6,54),


(Tat)ortimOsten hat geschrieben:Ich habe gerade noch mal Excel angeschmissen nd mir den tatsächlichen Durchschnitt anzeigen lassen.
Der liegt derzeit bei 6,53337.


Respekt, sickboy. Du repräsentierst ja den Tatort-Durchschnitt exzellent. ;)

Gnädinger hat geschrieben:Die andere Welt des Films lässt sich natürlich nicht ganz ausschliessen. Ich versuche aber schon die einzelnen Tatort-Beiträge im Kontext der Tatort-Reihe zu bewerten.


Also ich bin nicht der ganz große Filme-Gucker. Und die paar Serien, die ich schaue (40-45 Minuten) lassen sich wahrhaftig nicht mit einem 90-Minüter vergleichen. Ich vergleiche auch nur ganz selten die Filme innerhalb der Tatort-Reihe. Ich bewerte das, was ich gerade gesehen habe.
Bis bald!
bilbo
Beiträge: 81
Registriert: So 17. Feb 2008, 21:59
Wohnort: Brest

Re: Wie entsteht denn DEINE Bewertung ?

Beitragvon bilbo » So 5. Apr 2009, 22:38

Die Knipperdolling’sche These, was den deutlich über 5 liegenden Gesamtschnitt betrifft, also ein zumindest auch externes Bezugssystem, finde ich ebenfalls ziemlich einleuchtend, trifft wohl auch auf mein Werten zu, obwohl mir das so nicht bewusst war, gerade weil ich ansonsten nicht sehr fernsehaktiv bin.

Wie wichtig ist denn eigentlich die jeweilige Thematik für die finale Note ?
Ich ertappe mich manchmal bei Themen, die mich besonders berühren, die Folge "besser" zu sehen, als sie eigentlich ist. Das kann allerdings auch nach hinten losgehen, wenn das Thema mir nicht gut dargestellt vorkommt.
Oder Schauspieler-Bonus ? Bei mir zB so was wie "Ein Film, in dem Jürgen Vogel mitspielt, muss einfach gut sein!" Das läuft nicht bewusst ab, aber ist wohl schon manchmal ein Faktor.

Jetzt <Hausierermodus an>: Laut zuverlässigen Quellen fehlen hier noch in etwa 200 Beschreibungen, wenn ich mal die Anzahl der Bewertungen der Folge von letzter Woche zugrunde lege...
Who’s next ? <Hausierermodus aus>

bilbo, dem nicht bewusst war, dass er doch so unbewusst wertet 8-)
Vous êtes Allemand ?
Nein. Nicht Ahlmann. Schi-man-ski.
Benutzeravatar
Sickboy
Beiträge: 666
Registriert: Fr 8. Apr 2005, 15:56
Wohnort: Berlin

Re: Wie entsteht denn DEINE Bewertung ?

Beitragvon Sickboy » Mo 6. Apr 2009, 05:56

bilbo hat geschrieben:Wie wichtig ist denn eigentlich die jeweilige Thematik für die finale Note ?
Ich ertappe mich manchmal bei Themen, die mich besonders berühren, die Folge "besser" zu sehen, als sie eigentlich ist. Das kann allerdings auch nach hinten losgehen, wenn das Thema mir nicht gut dargestellt vorkommt.
Oder Schauspieler-Bonus ? Bei mir zB so was wie "Ein Film, in dem Jürgen Vogel mitspielt, muss einfach gut sein!" Das läuft nicht bewusst ab, aber ist wohl schon manchmal ein Faktor.

2x Ja. Spielt beides bei mir eine Rolle. Spricht mich ein Thema sehr an, gibt es Extrapunkte. Tut es das nicht (z.B. abgedroschene Eifersuchts-Story in Ärzte- oder Adelsfamilien) gibbet auch Abzug.
Ich habe zudem nicht nur Schauspieler-Boni sondern - ganz modern jetzt - auch Mali. So bekommt bei mir Frau Furtwängler immer Abzug, weil mir ihr eindimensionales Schauspiel nicht gefällt. München, Münster und Frankfurt dagegen hebe ich stets etwas an, auch wenn der Fall mal nicht so prickelnd ist, weil ich das Team überzeugend finde.
Und was Jürgen Vogel betrifft: Der kriegt aus Prinzip 2 Punkte extra. ;-)
Don't wrestle with pigs - you both get dirty but the pig likes it.
Benutzeravatar
Sigi
Beiträge: 1223
Registriert: Di 17. Apr 2007, 05:24
Wohnort: NDS

Re: Wie entsteht denn DEINE Bewertung ?

Beitragvon Sigi » Mo 6. Apr 2009, 06:52

bilbo hat geschrieben:[...]
Mir ist noch was eingefallen zu meinem Bewertungsverhalten bei den Wiederholungen: Ich bin jetzt bei knapp 200 Bewertungen angelangt, habe aber sicher schon weit über 400 Folgen gesehen. Ich gebe nur Bewertungen ab für direkt gesehene Folgen, alles ganz früher Gesehene bleibt erst mal unbewertet, weil ich mich da nur zu bruchstückhaft erinnere, um eine für mich seriöse Note zu verteilen.
Wie habt ihr das gemacht ?

Genauso, denn auch ich bin einer, der sich spätestens nach 2-3 Jahren - bis auf wenige prägnante Tatorte - nicht mehr an die Lösung geschweige denn jedes Detail erinnern kann. Hat aber auch den Vorteil, dass man an Wiederholungen länger zurückliegender Folgen unbeschwert herangehen kann. ;)
Es grüßt

der Sigi
Benutzeravatar
bello
Beiträge: 633
Registriert: Fr 3. Apr 2009, 10:46

Re: Wie entsteht denn DEINE Bewertung ?

Beitragvon bello » Mo 6. Apr 2009, 10:27

Ich bin erst kurz beim Fundus registriert, lese aber schon länger. Nunu habe ich auch die letzten "Sonntagstatorte" und ein paar Wiederholungen bewertet. "Live" kann ich kaum gucken aber dank Festplattenrekorder, Laptop und langen Bahnfahrten einiges nachholen.

Da ich gleich ein paar Folgen hintereinander bewertet habe, konnte ich mir selbst eine vorherige Reihenfolge bilden (sonstige ältere Folgen habe ich nicht bewertet, da ich dies nicht aus einer Erinnerung heraus machen wollte, ich warte auf eine Wiederholung). Hierbei spielt neben der obligatorischen Subjektivität ein absoluter und ein relativer Aspekt eine Rolle. Relativ natürlich, dass eine bessere Folge eine bessere Note als eine schlechtere bekommt. Absolut in der Hinsicht, dass eine gute Folge auch eine gute Note bekommt. Für den Fall, dass ich alle Folgen toll finde, bekommt auch jede Folge eine tolle (gleiche) Note. In diesem Fall mache ich keine weiteren Abstriche. Desweiteren nutze ich grundsätzlich die gesamte Bandbreite (bisher allerdings noch nicht benötigt). Anmerkungen wie "die 10 kann es nicht geben" lasse ich für mich nicht gelten - Beispiel Schule: Man stelle sich vor, ein Lehrer sagt auch, dass er die Extremwerte nicht nutzt (ein Schüler kann nicht so gut/schlecht sein) - die klassische Schulbewertung hätte nur noch die Noten 2 bis 5.

Über allem steht außerdem, dass ich Krimis im allgemeinen und die Reihe Tatort im speziellen sehr gerne sehe, der Notenschnitt also eigentlich eher hoch sein müsste.
Harry Klein
Beiträge: 36
Registriert: Mo 19. Mär 2007, 07:38
Wohnort: Ganz tief im Westen

Re: Wie entsteht denn DEINE Bewertung ?

Beitragvon Harry Klein » Mo 27. Apr 2009, 10:04

Ich versuche auch, die gesamte Bandbreite von 0-10 auszunutzen, darum habe ich (klingt kompliziert, ist es aber nicht) vier Kategorien, die ich jeweils nach Schulnoten bewerte. Dabei ist eine 6 gleich 0 Punkte, eine 5 gleich 0,5 usw bis zur Note 1 gleich 2,5. Somit kann der Film auf max. 10 Punkte kommen, wenn ich in allen 4 Kategorien die Note 1 vergebe. Die Kategorien sind:

1) Story: Interessiert mich die Geschichte? Ist sie ungewöhnlich oder wieder mal Verdächtigenkarussell im Besserverdienendenmilieu? Ist sie in sich plausibel oder funktioniert sie nur dank haarsträubender Zufälle? Hier habe ich zweifellos eine Vorliebe für einfache, realistische Storys - aber es darf durchaus auch mal etwas ganz Abgefahrenes sein, solange ich mir dabei nicht völlig veralbert vorkomme.

2) Umsetzung: Hierzu zählt sowohl die technische Seite (Kamera, Schnitt etc.) als auch die Dialogregie usw. Hat man aus einer einfachen Geschichte viel gemacht oder eine gute Story durch alberne Kalauer nach Münsteraner Vorbild ruiniert? Hier schneiden ältere Folgen wegen der zeittypischen Langsamkeit der Erzählweise tendenziell schlechter ab, andererseits gibt es für viele neue Folgen hier weniger Punkte aufgrund enervierender privater Nebenhandlungen etc.

3) Schauspieler: Ich bewerte das ganze Ensemble, also auch die Kommissare. Daher haben einige in meinen Augen von weniger begnadeten Mimen verkörperte (Odenthal, Kappl...) hier schon schlechtere Chancen, aber es zählt der Gesamteindruck. Ein herausragender Darsteller schlägt zu Buche, aber es nützt nichts, wenn er von laienhaften Nebendarstellern umgeben ist.

4) Spannung/Interesse: Zugegeben wachsweiche Kategorie, die es mir ermöglicht, das Gesamtbild abzurunden. Bei Eisler kann ich gegen schubweise auftretende Langeweile nichts machen, obwohl der Film in den Kategorien 1-3 eigentlich nichts falsch gemacht hat. Umgekehrt fesselt mich ein Frankfurter oder Kieler Tatort regelmäßig mehr als er es nach den Kategorien 1-3 eigentlich dürfte. Daher hier mein subjektiver Grad an Langeweile/Interesse.

Insgesamt führt diese Bewertung (glaube ich) zu mehr Vergleichbarkeit auch zwischen alten und neuen Folgen. Andererseits gibt es ganz wenige sehr schlechte oder sehr gute Noten, denn irgendwas ist eigentlich immer zumindest ok bzw. könnte besser sein. So ergibt sich eine Häufung bei 5-7 Punkten, mehr als 9,5 habe ich noch nie vergeben und unter 2,0 sind nur einige Tatorte gelandet - die allerdings waren so grottenschlecht, dass es tatsächlich nur einige Punkte für die Schauspieler gab, die sich redlich mühten...

Zurück zu „Rangliste“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 2 Gäste