Wie entsteht denn DEINE Bewertung ?

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Winston_C
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Re: Wie entsteht denn DEINE Bewertung ?

Beitragvon Winston_C » Sa 14. Jan 2012, 14:14

Ich seh das nicht so wissenschaftlich oder gar bierernst. Kein TO-Macher wird wegen meiner Benotung gefeuert werden, darum habe ich auch keine Scheu, die Schlechtestnote zu vergeben (weiß allerdings nicht, ob ich das schon mal gemacht habe). 10 gibt's, wenn ich das Gefühl hatte, die Folge jederzeit nochmal sehen zu wollen oder wirklich beeindruckt war, 0 wenn ich mich nachgerade geärgert habe. Dazwischen ist alles möglich, wobei 5 eben wirklcih die Mitte ist.
Und im Ernstfall kann man sein Urteil ja auch nachträglich korrigieren.
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Kohli77
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Re: Wie entsteht denn DEINE Bewertung ?

Beitragvon Kohli77 » Sa 15. Dez 2012, 19:44

Danke für Eure bisherigen Beiträge, die ich sehr interessant fand.

Hier ein paar Aspekte, die meine Bewertung ausmachen:
- Ich versuche vor dem Ansehen möglichst nichts zu der Tatort-Folge zu lesen (zur Vermeidung von Spannungskillern), außer vielleicht die Inhaltsangabe im Fundus samt durchschnittlicher Bewertung.
- Ich schreibe meistens direkt nach dem Ansehen der Folge oder am nächsten Tag ein paar Stichworte auf und entscheide mich für eine Bewertung (Punktzahl). Erst danach lese ich andere Kommentare im Forum und in der Rangliste, wodurch sich manchmal eine leichte Korrektur meiner Bewertung und eine Verfeinerung der Kommentierung ergeben.
- Ich bewerte Tatort-Folgen relativ zu einander unter möglichst vollständiger Ausnutzung der Skala von 0 bis 10 (inklusive 0,5-Schritte) und mit dem Anspruch, jeder Punktekategorie (0/0,5/1,0/1,5/.../9,5/10) etwa gleich viele Folgen zuzuordnen (soweit möglich). Außerdem vergleiche ich jede neue Folge mit den bisher bewerteten Folgen des gleichen Ermittlerteams und berücksichtige dies ebenfalls bei der Punktevergabe.
- Für mich sollte der Durchschnitt über alle Bewertungen hinweg möglichst nahe an der 5-Punkte-Marke liegen, auch wenn mein Schnitt tatsächlich bisher darüber liegt (aktuell: knapp 6,2 Punkte). Unter den vielen von mir noch nicht gesehenen/bewerteten - und insbesondere den selten(er) wiederholten - Folgen dürften aber potentiell einige unterdurchschnittliche liegen (z.B. Giftschrank-Folgen, von denen ich bisher nur den sehr schwachen "Der gelbe Unterrock" gesehen hatte), so dass der Durchschnitt sich noch ausgleichen kann.
- Die Bewertung ist rein subjektiv, wobei ich mich durch das Finden von Argumenten dazu zwinge, positive und negative Aspekte gegeneinander abzuwägen. Am wichtigsten sind für mich der Unterhaltungswert, der Kriminalfall selbst (egal ob Whodunnit, Howcatchem oder anderes Schema) und dessen Auflösung, die Spannung (ob man mitfiebert) und die Nebenhandlung(en) bzw. falschen Fährten. Abwertungen gibt es für zuviel Brutalität und jegliche weitere Aspekte, die nerven.
- In der Rangliste gebe ich grundsätzlich nur eine Wertung ab (ohne Kommentar). Den Kommentar (in der ich als "Fazit" auch die Ranglisten-Punktzahl bekanntgebe) gebe ich lieber im Tatort-Forum ab. Falls ich eine Folge nach erneutem Sehen anders bewerte, wird das immer auch im Forum kurz kommentiert.

Letztlich ist es (wie für die meisten hier vermutlich) ein schönes Hobby mit dem Ziel, möglichst viele Tatort-Folgen anzusehen und zu bewerten, ohne das Ganze zu "bierernst" zu nehmen.
Es grüßt
- Der Kohli -

Meine 500. Tatort-Wertung: "148: Peggy hat Angst" mit Kriminalhauptkommissarin Hanne Wiegand.
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Kohli77
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Re: Wie entsteht denn DEINE Bewertung ?

Beitragvon Kohli77 » Mi 24. Jul 2013, 21:44

Kleine Ergänzung, nachdem ich mittlerweile 200 Bewertungen abgegeben habe. Entgegen meiner anfänglichen Planung hat es sich doch ergeben, dass ich die untersten Punktzahlen nur den aus meiner Sicht wirklich schlechten Folgen vorbehalte: 6x 0 Punkte; 7x 0,5; 4x 1 und 6x 1,5 Punkte. Auf der anderen Seite konnte ich bisher je 11 Folgen mit der Höchstpunktzahl bzw. mit 9,5 Punkten auszeichnen. Entsprechend habe ich derzeit eine durchschnittliche Punktzahl von exakt 6,0 vergeben.
Es grüßt
- Der Kohli -

Meine 500. Tatort-Wertung: "148: Peggy hat Angst" mit Kriminalhauptkommissarin Hanne Wiegand.
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Re: Wie entsteht denn DEINE Bewertung ?

Beitragvon Sonderlink » Di 10. Sep 2013, 18:14

Die Bewertung ist für mich insofern schwierig, als dass ich zu unterschiedlichen Ergebnissen komme, wenn ich nach vielen Jahren eine Wiederholung sehe. Das heißt: Die Maßstäbe ändern sich mit der Zeit. Ich habe mir vor etwa 20 Jahren angewöhnt, Fernsehsendungen (auch Kinofilme) zu notieren und eine Schulnote zu vergeben (0 Punkte: Sechs bis 15 Punkte: Eins Plus). Das hilft mir zwar, eine Bewertung von TO-Folgen vorzunehmen, deren Inhalt ich längst vergessen habe, aber die Ergebnisse sind dann innerhalb meiner eigenen Rangliste irgendwie verzerrt. Dazu kommt, dass ich z.B. die Ermittler Börne/Thiel oder Saalfeld nur zu Beginn gut fand. Irgendwann konnte ich sie nicht mehr ertragen und es reißt die Bewertung auf 3 oder 2 runter, auch wenn der Film handwerklich gut war und die Nebendarsteller überzeugen konnten.
Ich glaube auch, dass es im Ranking viele "emotionale" Nullbewertungen gibt, weil sich die User über irgendwas geärgert haben. Ich habe z.B. Nullbewerter von "Gegen den Kopf" in Verdacht, aus Wut oder Protest gewertet zu haben, weil ihr Lieblingstatort vom ersten Rang verdrängt wurde. Wie kann man hier mit Null Punkten bewerten- das entbehrt jeder sachlichen Grundlage.Hoffentlich gleicht sich so etwas statistisch aus.

Eine andere Sache wurde schon erwähnt: Nach welchem Maßstab bewerten User einen Durchschnittstatort ? Bei mir wäre das 3- bis 4+ (bzw in Punktbenotungen 6 oder 7 von max 15) : Im Ranking zwischen 6,3 und 6,9 von 10 Punkten. Also, schon hier gibt es ziemliche Unterschiede. Ein mangelhafter Tatort beginnt bei mir bereits bei 4,9/10, ein sehr guter liegt über 9,1/10.
Zugrunde liegt hier das so genannte IHK-Schema, mit dem Prüfungsnoten und Schulnoten in Berufsschulklassen ermittelt werden:
1 = 100%-92%
2 = 91%-81%
3 = 80%-67%
4 = 66%-50%
5 = 49%-30%
6 = < 30%
Gisbert_Engellhardt
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Re: Wie entsteht denn DEINE Bewertung ?

Beitragvon Gisbert_Engellhardt » So 24. Jan 2016, 10:00

Zunächst: man möge mir verzeihen, dass ich hier als neuer (Forum)-User nach 2 Jahren den Thread wieder hochhole, in manchen Boards ist das ja nicht gerne gesehen.

Mir brennt aber doch die Frage auf der Zunge, wie denn in der Rangliste tatsächlich die meisten Top-Bewertungen zustande kommen. Weit oben befinden sich doch relativ gesehen mehr Folgen (zumindest auf die Gesamtheit der Folgen bezogen), die "etwas außergewöhnliches" machen, also die meistens eine Abwandlung vom klassischen Tatort-Konzept darstellen, also Schwerpunkt auf klassische Ermittlungsarbeit, whodunit-Schema, wenig bis keine Action, Humor höchstens in kleinen Dosen, keine persönliche Verstrickungen der Kommissare usw.

Will der Tatort-Zuschauer von heute einfach mehr Abwechslung und mehr Action? Wird "Mut" zu Neuem stärker belohnt als gut durchgezogene "klassische" Kriminalfälle? Das erklärt für mich zumindest auch die Erfolge der Tschiller- und Murot-Tatorte, sowie in gewisser Weise auch Münster - natürlich nur im übertragenden Sinne, da diese nicht unter den Top-Folgen auftauchen wegen der doch auch relativ großen Anzahl der 0-2 Bewertungen im Gegensatz zu den 9-10ern, aber die Würdigung der außergewöhnlichen Konzepte muss die Verantwortlichen ja dazu animieren, immer noch außergewöhnlichere Tatorte zu machen.

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Bei mir sieht das Wertungssystem jedenfalls so aus:

0-2: Katastrophe/Thema verfehlt
2-4,5: belanglos/langweilig
4,5-6,5: Durchschnittsware
7-8: bessere Folge
8,5-9,5: Top-Folgen
9,6-10: vergebe ich nicht

von der (imaginären) Gewichtung ist bei mir 30% für den Plot, 30% für die Spannung und 30% für die Aufmachung, wobei es auch Sonderpunkte (und Sonderminuspunkte) für die Ermittler, die Schauspieler oder die Schauplätze geben kann. Außerdem gibt es standardmäßig Abzüge für hanebüchene Zufälle, persönliche Verstrickung der Ermittler, zu viel Klamauk, Geiselnahmen oder übertriebene "Showdowns".
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Estland-Ute
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Re: Wie entsteht denn DEINE Bewertung ?

Beitragvon Estland-Ute » So 24. Jan 2016, 13:42

Gisbert_Engellhardt hat geschrieben:Zunächst: man möge mir verzeihen, dass ich hier als neuer (Forum)-User nach 2 Jahren den Thread wieder hochhole, in manchen Boards ist das ja nicht gerne gesehen.


Meines Wissens ist das hier kein Problem mit den alten Threads, eher im Gegenteil! Herzlich willkommen!

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