Wie entsteht denn DEINE Bewertung ?

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Sickboy
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Re: Wie entsteht denn DEINE Bewertung ?

Beitragvon Sickboy » Mo 15. Jun 2009, 07:33

Ich zitiere aus dem Thread von "Tote Männer":
Sigi hat geschrieben:Muss zum wiederholten Male feststellen, dass ich tatorttechnisch offenbar mit Sickboy auf einer Wellenlänge liege...

Ja, der Grad der Übereinstimmung ist beängstigend. Lass uns mal die Mormonen befragen, ob wir verwandt sind. 8-)

Nein, im Ernst. Ich stimme in den meisten Fällen auch mit Knipperdolling und dem Saarländer, beide altgediente "Tatort-Cracks", in der Einschätzung überein. Da ich bei mir festgestellt habe, dass ich mit den Jahren milder geworden bin und offenbar zunehmend nivelliertere Bewertungen zwischen 4 und 7 abgebe (mein letzter Nuller war 662-"Engel der Nacht"), unterstelle ich das bei den anderen langjährigen "Tatort-Freaks" hier auch einmal.
Und bei den herausragenden Produktionen wie "Herz aus Eis" nicht einer Meinung zu sein, wenn man ein großer Freund der Reihe ist, ist ja auch fast unmöglich. :-)

Das mit der Nivellierung schiebe ich ernsthaft auf die 20 Jahre, die ich jetzt schon mehr oder früher weniger regelmässig Tatort schaue. Ich habe einfach mehr Vergleichmöglichkeiten. So vergleiche ich eine schlechte Folge stets mit "Ein Hauch von Hollywood", so dass ich nicht (mehr) ganz so oft die Null gebe.
Auf der anderen Seite stehen Hochklasse-Produktionen wie "Manila" oder "Oskar", mit denen ich dann die Folgen vergleiche, die ich spontan gut fand. Meist komme ich dann zu dem Ergebnis, dass es dann eben leider keine 10 Punkte sind, weil "Manila" halt dann doch noch um Nuancen besser ist. So konnte ich für "Herz aus Eis" z.B. trotz erstem Impuls keine 10 vergeben.

So, lange Rede und hier ist auch schon der Punkt: Ich denke, so wie mir wird es den meisten langjährigen Tatort-Freunden gehen und deswegen gleichen wir uns mit den Jahren so langsam an wie Stetler und Waldorf. 8-)
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Re: Wie entsteht denn DEINE Bewertung ?

Beitragvon (Tat)ortimOsten » Mo 15. Jun 2009, 09:54

Sickboy hat geschrieben:Sigi hat geschrieben:
Muss zum wiederholten Male feststellen, dass ich tatorttechnisch offenbar mit Sickboy auf einer Wellenlänge liege...

Ja, der Grad der Übereinstimmung ist beängstigend. Lass uns mal die Mormonen befragen, ob wir verwandt sind. 8-)


Und das witzige ist: Wenn man die Rangliste nach Namen sortiert, steht ihr direkt übereinander und da sieht man wieder, dass ihr voneinander abgeschrieben habt. :o
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Re: Wie entsteht denn DEINE Bewertung ?

Beitragvon saarländer » Mo 15. Jun 2009, 12:28

Sickboy hat geschrieben: Ich stimme in den meisten Fällen auch mit Knipperdolling und dem Saarländer, beide altgediente "Tatort-Cracks", in der Einschätzung überein. Da ich bei mir festgestellt habe, dass ich mit den Jahren milder geworden bin und offenbar zunehmend nivelliertere Bewertungen zwischen 4 und 7 abgebe (mein letzter Nuller war 662-"Engel der Nacht"),


interesssant! Wobei du bei Engel der Nacht bekanntlich eher mit Knipperdolling ziemlich übereinstimmst, und ich euch punkteweit abgehängt habe - Jede Regel hat eben ihre Ausnahme :D
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Re: Wie entsteht denn DEINE Bewertung ?

Beitragvon Sickboy » Mo 15. Jun 2009, 12:54

Unter welchem Usernamen votest du denn? Unter "Saarländer" sind verhältnismäßig wenige Votes.

Heute würde ich meinen Nuller für "Engel der Nacht" wahrscheinlich auf 0,5 oder 1 revidieren, da ich erst danach meinen Nuller-Referenztatort "Ein Hauch von Hollywood" gesehen habe. :twisted:
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Re: Wie entsteht denn DEINE Bewertung ?

Beitragvon saarländer » Mo 15. Jun 2009, 13:02

meinen usernamen in der rangliste verrate ich nicht. aber du müsstest ihn ja schnell ausfindig machen :mrgreen: "saarländer" jedenfalls ist es (da) nicht. und mit deinem referenz-nuller-tatorte geh ich auch nicht konform ;)
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Re: Wie entsteht denn DEINE Bewertung ?

Beitragvon The Pub Landlord » Di 8. Sep 2009, 15:22

ich beurteile quasi nach schulnoten:

1=10
1,5=9
2=8
2,5=7
3=6
3,5=5
4=4
4,5=3
5=2
5,5=1
6=0

in der rangliste gibt es bei mir gibt es also nur noten ohne nachkommastelle.

eine 10 gibt es bei mir, wenn mich der jeweilige film sozusagen in den sessel gepresst hat. ob hinterher jemand irgenwelche logiklücken festzustellen meint, ist mir recht egal (beispielsweise bei "schiffe versenken" [habe den fall mit einer 10 bzw. 1 bewertet]).

jedoch scheue ich nicht davor zurück, eine sehr schlechte note zu vergeben, wenn beispielsweise die regie und die darsteller toll waren, ich jedoch der meinung bin, dass der fall einfach keinen sinn ergibt (beispielsweise bei borowskis "stirb und werde" [habe den fall mit einer 1 bzw. 5,5 bewertet]).
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Re: Wie entsteht denn DEINE Bewertung ?

Beitragvon (Tat)ortimOsten » Di 8. Sep 2009, 19:00

The Pub Landlord hat geschrieben:ich beurteile quasi nach schulnoten:

1=10
1,5=9
2=8
2,5=7
3=6
3,5=5
4=4
4,5=3
5=2
5,5=1
6=0

in der rangliste gibt es bei mir gibt es also nur noten ohne nachkommastelle.


Ich will dich nicht enttäuschen. In der Schule ist das so, bei weniger als 25% der Leistung bekommt man schon die Schulnote 6, im ranglisten-Fall 2,4 abwärts.
Bis bald!
The Pub Landlord
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Re: Wie entsteht denn DEINE Bewertung ?

Beitragvon The Pub Landlord » Mi 9. Sep 2009, 10:45

wie gesagt: "quasi" nach schulnoten.
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Re: Wie entsteht denn DEINE Bewertung ?

Beitragvon F.Glauser » Mi 24. Mär 2010, 06:39

Ich will mal (kurz) darauf antworten und meine Bewertungskriterien darstellen.

Grundsätzlich versuche ich, den TATORT als Gesamtkunstwerk zu betrachten. Es sind sehr viele Leute an der Produktion beteiligt, und es wäre ungerecht, ihnen wegen irgendeiner Kleinigkeit, für die sie nichts können, eine schlechte Bewertung zu verpassen.

Von daher werde ich einen TATORT, der handwerklich sauber produziert ist (s.o. Exkurs Verschnitt), nie schlecht bewerten. (Bewertungen im Bereich 0 Punkte, finde ich daher unanständig - da muss schon das Mikro ins Bild hängen oder sowas).

Ein wesentlicher Bestandteil ist aber die Story. Meine Erwartung an einen Tatort ist anderthalb Stunden spannende Unterhaltung. Unterhaltung, die meinen Intellekt nicht überfordert und meine Zeit nicht vergeudet. Wie ich unterhalten werde, ist mir dabei relativ egal. Ob das eher aktionsorientiert geschieht oder als Kammerspiel (ich denke an die beiden letzten TATORTE aus KN und SB), das ist die Entscheidung, die die Sender treffen.
Trotzdem habe ich den Anspruch, dass die Geschichten in dem gewählten Rahmen plausibel sind, und das Geschehen authentisch ist. Maßstab ist die Realität - oder was ich dafür halte.
Wichtig ist natürlich auch die Verortung in einer bestimmten Region, in einer bestimmten Stadt. Da reicht es dann nicht, einmal kurz den Kölner Dom einzublenden, um den Zuschauer daran zu erinnern, wo man ist. Das Lokalkolorit sollte schon spürbar sein.

Punkten können TATORTE bei mir durch spritzige und originelle Dialoge, kleine witzige Details. (Ich musste mich erst an den Slapstick-Stil in Münster gewöhnen, inzwischen sehe ich das als ein Markenzeichen).

Abzug gebe ich für unnötig brutale Darstellungen, unglaubwürdige Charaktere und Verfahrensfehler (aka schlampige Recherche). Obwohl auch da unter dramaturgischen Gesichtspunkten Spielraum besteht. (Schimanski hatte ja auch nur eine vage Vorstellung, was eine Dienstvorschrift ist).

Ein letzter Punkt, der für die Bewertung selbst weniger schwer wiegt, ist die von mir so genannte Seifenoper. Wie sich das Verhältnis zwischen den wiederkehrenden Figuren entwickelt (z.B. die Aufdeckung von Lannerts Vorgeschichte in S-TATORT).

So bewerte ich, andere mögen das anders handhaben.
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Re: Wie entsteht denn DEINE Bewertung ?

Beitragvon woswasi » Sa 27. Mär 2010, 20:33

ich schaue tatort folgen meistens immer zeitversetzt, bis zu einer woche bei erstausstrahlungen bzw. bis zu 30 jahren bei folgen aus dem archiv ;-) ich gehe unvoreingenommen an die folge heran, lese vorher keine beiträge/bewertungen hier im fundus, ausser vielleicht die kurze inhaltsangabe in der (gedruckten) programmzeitschrift.

grundsätzlich bekommt jede folge beim vorspann eine 7.0, was schon mal eine art "vertrauensvorschuss" darstellt. leistet sich die folge keine schwächen und ist solide gemacht, bringt aber auch nichts neues, dann bleibts bei der 7.0.

runter geht's hauptsächlich, wenn zum -zigsten male die immer gleichen klischees aufgewärmt werden:
- wenn die tat mal wieder im direkten umfeld der ermittler(innen) passiert (bekanntenkreis, verwandte, die ermittler zufällig am tatort anwesend, ...)
- der kommissar mal wieder der verdächtige ist und gegen die eigenen kollegen seine unschuld beweisen muß
- der typ vom BKA mal wieder der schurke ist
- der kollege vom drogendezernat mal wieder seine finger mit drin hat
- der eigene nachwuchs herumzickt
- realitätsverweigerung bei überbringung der todesnachricht
bzw.
- die handlung fad herumplätschert.
- schlechte schauspielerische leistungen
- platte dialoge, abgedroschene verhaltensweisen und ewiggleiche handlungsverläufe, stereotypen, gefühlsdusseligkeiten, ...

rauf geht's:
- wenn die handlung mal was neues bringt (z.b. herzversagen)
- schräg inszeniert ist (z.b. morde ohne leichen)
- tolle schauspielerische leistungen bringt (z.b. herz aus eis)
- oder mich sonstwie positiv überrascht

wieviel punkte pro unzulänglichkeit / positiver überraschung vergeben werden hängt vom bauchgefühl ab, da gibts kein excel sheet und keine formel.

die persönlichkeit der ermittler fließt nicht (oder kaum) in die bewertung ein, obwohl ich eine gewisse sympathie für verschrobene einzelgänger nicht verhehlen kann. ausnahme: stoever. rotes tuch. nie. never.

ich schaue meistens am abend in hotels am laptop mit internetverbindung und werte meistens gleich nach dem ende der folge.
es kann dann schon mal sein, daß ich anhand der bis dahin bereits existierenden wertungen in der rangliste meine eigene noch um 0,5 bis 1,0 nach oben oder unten korrigiere ("ah ja, die kollegen haben recht; na gut, man will ja mal nicht so sein").

eine 10,0 gibts vorerst nicht, die ultimative tatort folge kann ja noch kommen ;-) wertungen nahe 0 ("schlimmer geht nicht mehr") gibts meistens bei abbruch aus langeweile.

hth.

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